Religion und Nationalsozialismus: Beten im KZ


Rosenkranz, zwischen 1939 und 1945 im KZ Ravensbruck gefertigt. Sisal, Stahl, 101 cm (KZ Ravensbrück)

Kann man nach Auschwitz noch von Gott reden oder gar beten? Einige sagen: Ja. Denn auch in Auschwitz wurde gebetet. Aber was genau war möglich? Welche Formen von Religiosität waren erlaubt in NS-Konzentrationslagern und Haftstätten? Das ist bislang wenig erforscht.

Von Thomas Klatt | Deutschlandfunk

„Nach den Dienstvorschriften der Konzentrationslager ist kein explizites Verbot religiöser Praxis zu finden. Aber gleichwohl gibt es Bestimmungen, die die Praxis behindert haben. Es ist nämlich zum einen festgelegt, dass nicht mehr als drei Personen gemeinsam auf der Lagerstraße aufhalten durften, was ja schon mal gemeinschaftliches Gebet erschwert hat. Und das eben bei der Aufnahme ins Lager aller Privatbesitz abgenommen wurde, einschließlich Bibeln, Andachtsbilder, Gebetsriemen, kleine Kreuze und so weiter.“

Berichtet Sabine Arend, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Sie zitiert aus den Erinnerungen der Katharina Katzenmaier, der späteren Nonne Theolinde, über ihre Einlieferung ins Lager.

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