Der Verfassungsschutz und der Multikulturalismus

Aus einem YouTube-Video der Identitären in Bayern

Die Einstufung der Identitären als verfassungsfeindlich zielt auch auf die AfD

Peter Nowak | TELEPOLIS

„Identitäre Bewegung versenken“ lautet das Motto einer Demonstration, zu der antifaschistische Gruppen bundesweit für den 20.Juli nach Halle mobilisieren. Sie wollen an dem Tag eine Großdemonstration der Identitären Bewegung (ID) verhindern, zu der die rechte Bewegung in der Stadt mobilisiert, in der sie seit einigen Jahren ein Zentrum besitzt. Das hat vor allem deshalb für viel Aufmerksamkeit gesorgt, weil es sich in unmittelbarer Nähe der Universität von Halle befindet.

Schon seit vielen Jahren haben zivilgesellschaftliche Gruppen die Identitären beobachtet, es gibt gut recherchierte Broschüren und Bücher zum Thema. Die Proteste gegen die auch als rechte Hipster bezeichnete Bewegung hatten durchaus Erfolge. Man kann von einer Stagnation der ID sprechen.

Wenn dann der Verfassungsschutz neuerdings die ID als „gesichert rechtsextreme Bewegung“ einstuft, ist das eigentlich völlig überflüssig. Wer sich mit der ID befasste, wusste seit Langem, dass es eine extrem rechte Bewegung ist, wer sich ihr hingegen zugehörig fühlt oder nahesteht, sieht sich nur darin bestätigt, dass der Verfassungsschutz politisch instrumental arbeitet, was nun wahrlich keine Überraschung ist.

Natürlich stehen hinter der Einschätzung des Verfassungsschutzes politische Erwägungen, das war beim KPD-Verbot in den 1950er Jahren nicht anders, auch nicht beim PKK-Verbot in Deutschland und auch nicht, wenn es um den behördlichen Blick nach rechts geht.

Bekommt Multikulti Verfassungsrang?

Die Positionen der IBD sind nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Die IBD zielt letztlich darauf ab, Menschen mit außereuropäischer Herkunft von demokratischer Teilhabe auszuschließen und sie in einer ihre Menschenwürde verletzenden Weise zu diskriminieren. Menschen ohne gleiche ethnische Voraussetzungen können aus Sicht der IBD niemals Teil einer gemeinsamen Kultur sein. Multikulturalismus als Ausdruck einer ethnisch pluralistischen Gesellschaft gilt der IBD als kulturvernichtend. Für die IBD existiert Kultur nur in einer dauerhaften Verknüpfung mit einer Ethnie (Ethnopluralismus). Dies zeigt sich u. a. in Aktionen und Kampagnen der IBD wie etwa „Der große Austausch“, „Keine No-Go-Areas“ oder „Stop Fatih – Gegen islamischen Universalismus – Für echte Vielfalt“.

Aus der Pressemitteilung des Bundesamts für Verfassungsschutz

Nun ist es politische Praxis, dass Menschen aus bestimmten außereuropäischen Staaten in Deutschland diskriminiert werden. Wäre es anders, müsste kein Mensch auf der Suche nach einem besseren Leben in Deutschland im Mittelmeer sterben. Aber auch die Menschen, die es hierher geschafft haben, arbeiten überwiegend in schlechtbezahlten Jobs im Niedriglohnsektor. Wer erlebt, wie auch Wissenschaftlern aus Peru oder Kolumbien, die sich einige Wochen in Deutschland aufhalten wollen, die Einreisevisa mit der Begründung verweigert werden, sie könnten ja im Land bleiben, der weiß, was Diskriminierung außereuropäischer Menschen ist.

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Deutschland: Neuer Tiefststand bei den EKD-Gottesdienstbesuchen

2017 besuchten in Deutschland nur noch 3,3 Prozent der Protestanten einen Gottesdienst. Innerhalb von 10 Jahren gab es einen Rückgang von 38,8 Prozent

kath.net

Der Gottesdienstbesuch in den evangelischen Landeskirchen in Deutschland wird immer weniger besucht und hat einen neuen Tiefststand erreicht. 2017 gingen durchschnittlich nur noch 3,3 Prozent der 21,5 Millionen Mitglieder in die Kirche, das sind nur rund 734.000 Menschen in ganz Deutschland.. Das geht aus der neuesten Statistik des EKD-Kirchenamtes in Hannover hervor, wie idea berichtet. 2016 betrug der Gottesdienstbesuch 3,5 Prozent (771.000 Personen), 2007 lag die Quote noch bei 3,8 Prozent (959.000) der damals 24,8 Millionen Kirchenmitglieder. Das ist damit ein Rückgang von 38,8 Prozent innerhalb von 10 Jahren.

Smart-Home-Geräte: Regierung hält Online-Zugriff nicht für einen Lauschangriff

(Bild: dpa, Britta Pedersen)

Wer sein Haus mit smarten Geräten ausstattet, hinterlässt digitale Spuren, die auch für Ermittler interessant sind. Wer was darf – Fachleute sind noch uneins.

heise online

Ein Zugriff der Sicherheitsbehörden auf Daten von Smart-Home-Geräten ist nach Einschätzung der Bundesregierung auch ohne eine gesetzliche Neuregelung möglich. Das Bundesinnenministerium führt in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion aus, dass „die Bundesregierung nicht die Auffassung vertritt, dass es sich bei den in Rede stehenden vernetzten Geräten um eine neue Geräteklasse handele, die vom bestehenden Rechtsrahmen nicht umfasst sei“. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber sieht das anders. Er sprach in diesem Zusammenhang unlängst von einer „verfassungsrechtlich bedenklichen Kompetenzerweiterung“.

Unter Smart-Home-Geräten versteht man etwa den Amazon-Lautsprecher Echo mit dem Sprachassistenten Alexa, aber auch Luftsensoren, Bewegungsmelder oder Überwachungskameras, die Informationen versenden.

Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, ist die Bundesregierung der Ansicht, dass für den Zugriff auf vernetzte Geräte nicht die Voraussetzungen gelten, die für die Anordnung einer akustischen Wohnraumüberwachung – den sogenannten großen Lauschangriff – notwendig sind.

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Die schleichende Verstaatlichung der Familie

Das vermeintliche Geschenk eines Vaterschaftsurlaubs zum Beispiel soll den Vätern nicht nur mehr Zeit mit dem Nachwuchs ermöglichen, es will sie auch zu braveren Hausmännern umerziehen. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Der Staat erobert als vermeintlicher Garant von Kinderrechten und Chancengleichheit Schritt für Schritt seinen Platz am Familientisch und mischt sich zunehmend in höchstpersönliche Belange ein.

Claudia Wirz | Neue Zürcher Zeitung

Im modernen Chinesisch setzt sich das Wort für Nationalstaat aus zwei Zeichen zusammen: dem Zeichen für Reich und dem Zeichen für Familie. Das Wort ist wie sein japanisches Pendant eine Schöpfung aus dem 19. Jahrhundert. Schliesslich gab es im alten China das Konzept des Nationalstaates nicht, weshalb auch ein Wort dafür fehlte. Die moderne Bezeichnung für Nationalstaat kommt indes nicht von ungefähr. Sie ist ihrerseits aus alten chinesischen Quellen entlehnt, und sie illustriert das enge Verhältnis zwischen Familie und Staat in der konfuzianischen Kultur.

Nun ist das mitnichten ein Verhältnis, wie es der Vorstellung des Wohlfahrtsstaats europäischer Prägung entspricht. Der Staat ist hier nicht der sich stets Kümmernde, Allwissende und Segenbringende, die Familie nicht die ewig Hilfsbedürftige. Vielmehr wird die Organisation der Familie als Gleichnis für den idealen Staat gesehen. So heisst es – in der Übersetzung von Richard Wilhelm – beim Philosophen Menzius: «Die Wurzeln des Weltreichs sind im Einzelstaat, die Wurzeln des Staates sind in der Familie, die Wurzeln der Familie sind in der einzelnen Person.»

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FPÖ-Politiker schießt wild um sich

  • Ein 57 Jahre alter Kommunalpolitiker der FPÖ hat nach einem Bericht der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Freitagabend 29 Schüsse von seinem Balkon aus abgegeben.
  • Verletzt wurde niemand. Die rechte Partei habe den Mann mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen.
  • Angeblich habe der Mann aus Wut über die Absetzung des Innenministers Herbert Kickl (FPÖ) und eines Pfarrers um sich geschossen.

Süddeutsche Zeitung

Ein 57 Jahre alter Mann soll in Österreich von einem Balkon mehrere Schüsse abgefeuert haben. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Freitagabend berichtete, soll der Mann ein Kommunalpolitiker der rechten FPÖ sein. APA zufolge hat die Partei den Mann mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen.

Die FPÖ-Landesparteichefin Marlene Svazek sagte der Nachrichtenagentur demnach, der Mann sei bisher völlig unauffällig gewesen. „Wir haben auch nicht gewusst, dass er überhaupt Waffen besitzt.“

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Türkei: Zerbricht die AKP?

Nach der Niederlage bei der Neuwahl in Istanbul ist die Stimmung schlecht in der türkischen Regierungspartei AKP. Schon länger rumort es mal mehr mal weniger offen nicht nur an der Basis, sondern auch unter langjährigen hochrangigen Parteisoldaten.

Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Sie sehen sich mit einem Präsidenten konfrontiert, der die Erfolge der letzten Jahrzehnte zunichte zu machen droht und wenden sich langsam, aber sicher von ihm ab.

Schon vor Jahren erzählten Aussteiger in Interviews, wie sich Recep Tayyip Erdogan nur noch von Jasagern umgibt und parteiinterne Kritiker kaltstellt. Die AKP wird zum Spiegel der Verhältnisse im Land – einem Land, das nach Verfassungsreform und gnadenloser Verfolgung von Oppositionellen ganz auf die Person des Präsidenten zugeschnitten ist.

Und theoretisch hätte Erdogan sich seiner Sache relativ sicher sein können. Die nächsten Wahlen finden offiziell erst im Jahr 2023 statt, dem Jahr des hundertsten Republikjubiläums. Und schon heute ist Erdogans Konterfei in der Öffentlichkeit ähnlich präsent wie das des Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk. Dass dessen Partei, die CHP, nun wieder das Bürgermeisteramt von Istanbul übernommen hat, ist die größte Niederlage für Erdogan, seit er 1994 selbst dorthin gewählt wurde und seitdem nur einen Trend kannte: aufwärts.

Desolate Wirtschaftslage

Doch die repressive Politik der letzten Jahre hat nicht nur dem internationalen Ansehen der Türkei geschadet und Erdogans Ruf als Reformer, den er sich im Zuge der Beitrittsverhandlungen mit der EU erarbeitet hatte, zerstört, sondern auch die türkische Wirtschaft in eine desolate Lage gebracht.

Dass Erdogan nun auch noch den Chef der Notenbank gefeuert hat, macht die Lage keineswegs besser – im Gegenteil: Anleger, Investoren und internationale Unternehmen dürfte der radikale Schritt zusätzlich verschrecken. Gut möglich, dass der ohnehin schwachen türkischen Lira eine weitere Talfahrt bevorsteht.

Vielleicht war es dieser Tropfen, der für Ali Babacan das Fass zum Überlaufen brachte. Der Politiker, der in Ankara und den USA studiert hat, gehört zu den Gründungsmitgliedern der AKP. Er war Wirtschafts- und Außenminister. Und er hat in den vergangenen Monaten mehr als einmal deutlich gemacht, wie sehr ihn Erdogans Kurs ärgert.

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Deshalb ist der S-400-Deal so brisant

Bild: tagesschau.de

Der Streit um das russische Waffensystem S-400 sorgt für massive Spannungen. Aber warum sind die Waffen so wichtig für die Türkei, weshalb hält sich die NATO zurück – und welche Rolle spielt eigentlich Deutschland?

tagesschau.de

Was ist das Waffensystem S-400 genau?

Die S-400 ist ein mobiles Luftabwehrsystem, das Flugzeuge, Geschosse und andere Objekte aus dem Himmel schießen kann. Die russischen Streitkräfte hatten es 2007 in Betrieb genommen. Es zündet Kurz-, Mittel- und Langstrecken-Raketen, die Ziele in größerer Entfernung und Höhe zerstören können als das amerikanische Patriot-System, heißt es nach russischen Angaben und auch in internationalen Fachmagazinen wie „Defence IQ“.

Außerdem kostet das System erheblich weniger. Der Staatssender TRT berichtete am Freitag, dass die Türkei „vier Batterien“ der Raketenabwehr bestellt habe. Das deckt sich mit Angaben aus Moskau. Der Generaldirektor des staatlichen russischen Technologiekonzerns Rostech, Sergej Tschemesow, hatte der Wirtschaftszeitung „Kommersant“ gesagt, die Türkei werde vier Einheiten zu einem Preis von 2,5 Milliarden US-Dollar erhalten. Eine Einheit hat der Agentur Interfax zufolge zwölf Startanlagen mit je vier Raketen.

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Gilets noirs: „Schwarzwesten“ besetzen Pariser Panthéon

Eine Gruppe Migranten demonstrieren vor dem Pantheon. Zahlreiche Migranten haben am Freitagnachmittag das Pariser Pantheon…Foto: Kamil Zihnioglu/AP/dpa

Migranten haben in Paris das Pantheon besetzt. Sie fordern Papiere und Unterkünfte für alle.

DER TAGESSPIEGEL

Zahlreiche Migranten haben am Freitagnachmittag das Pariser Panthéon besetzt. Sie forderten bessere Lebensbedingungen für Einwanderer ohne Papiere und verlangten ein Gespräch mit Frankreichs Premier Édouard Philippe. „Wir haben keine Papiere, sind ohne Stimme, ohne Gesicht für die Französische Republik“, hieß es in einer Erklärung des Gruppe, die zu dem Protest aufgerufen hat. Die Demonstranten nennen sich „Schwarzwesten“ (frz.: Gilets Noirs“) angelehnt an die „Gelbwesten“ die seit Ende 2018 gegen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und soziale Ungerechtigkeit im Land demonstrieren.

Die Gruppe verurteilte, dass Tausende Wohnungen in Paris leer stünden, während sie selbst in Zelten an der Autobahn schlafen müssten. Gleichzeitig forderten sie die Freilassung von „Schwarzwesten“-Kameraden, die im Gefängnis sitzen.

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Höckes AfD: Die Stärke des „Flügels“

Die AfD hat im Osten kaum Mitglieder. Trotzdem sind die Radikalen um Höcke stärker denn je.

Von Markus Wehner | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Kyffhäuser-Treffen des rechtsnationalistischen „Flügels“ der AfD am vergangenen Wochenende, auf dem Björn Höcke seine Kampfansage an die Parteiführung machte, stand unter dem Motto „Der Osten steht auf“. Es zeugt von dem Anspruch der AfD, die neue Ost-Partei der Republik zu sein. Zwar ist diese Selbstdarstellung überzogen, nimmt man die Gesamtheit der Wähler in den Blick. Selbst bei Wahlergebnissen von 20 bis 25 Prozent, welche die AfD in den ostdeutschen Ländern erzielt, wählt die große Mehrheit der Bürger dort andere Parteien. Ohne Grundlage ist der Anspruch allerdings nicht.

Schließlich ist die Partei in Sachsen und in Brandenburg bei der Europawahl vor wenigen Wochen stärkste Kraft geworden. Bei den Landtagswahlen im September und Oktober könnte es ähnlich ausgehen. In Sachsen ringt die AfD mit der CDU um die Führungsrolle; in Brandenburg gibt es gleich vier Parteien, nämlich SPD, CDU, Linke und Grüne, die knapp hinter der AfD liegen. Nur in Thüringen verteidigt die Linke, die dort den Ministerpräsidenten Bodo Ramelow stellt, ihren einstigen Nimbus als die Ost-Partei schlechthin. Auch die Thüringer CDU liegt in den Umfragen vor der Höcke-AfD. Doch die wird seit langem stabil bei 20 Prozent gemessen.

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Nach Scheinehen-Razzia: Untersuchungshaft für 16 Beschuldigte

Bild: tagesschau.de

Nach einer großangelegten Razzia in vier Bundesländern wegen Scheinehen sitzen nun 16 Beschuldigte in Untersuchungshaft. Der Hauptbeschuldigte soll Ausländer gewerbsmäßig nach Deutschland eingeschleust haben.

tagesschau.de

Die Bundespolizei war am Mittwoch in einer Razzia in vier Bundesländern gegen Scheinehen vorgegangen. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat nun mitgeteilt, dass gegen 17 Beschuldigte im Alter zwischen 22 und 52 Jahren Haftbefehle erwirkt wurden. 16 Haftbefehle seien vollzogen worden, einer wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Die Beschuldigten stammen aus Indien, Pakistan und Nepal.

Hauptbeschuldigter soll ein 52 Jahre alter Pakistaner sein, gegen den Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern erlassen worden sei. Gegen ihn wurde auch Untersuchungshaft angeordnet, hieß es.

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„Aufschieberitis“ liegt auch in den Genen

Lieber morgen als heute: Der Hang zum Prokrastinieren liegt auch in den Genen. © Brain Jackson/ istock

Morgen ist auch noch ein Tag: Wer getreu dieses Mottos immer wieder Aufgaben aufschiebt, kann künftig seinen Genen die Schuld geben – zumindest als Frau. Denn wie eine Studie offenbart, lässt sich der Hang zum Prokrastinieren beim weiblichen Geschlecht an der Ausprägung eines bestimmten Gens ablesen. Dieser DNA-Abschnitt beeinflusst die Konzentration des Botenstoffs Dopamin im Gehirn: Je höher der Dopaminspiegel, desto eher neigen Frauen zum Aufschieben.

scinexx

Manche Menschen arbeiten ihre To-do-Liste lieber schnell ab, andere schieben unangenehme Aufgaben immer wieder vor sich her. Diese „Aufschieberitis“ kann im Extremfall so weit gehen, dass sie das Privat- und Berufsleben der Betroffenen beeinträchtigt. Doch wie lässt sich die Neigung zum Prokrastinieren erklären? Studien legen nahe, dass unter anderem die Gehirnanatomie eine Rolle spielt. So lässt sich der Hang zum Aufschieben an der Größe und Verknüpfung zweier Hirnareale ablesen.

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UN drängen EU zu Rettungseinsätzen auf dem Mittelmeer

Themenbild. dpa

Die Vereinten Nationen appellieren an die Verantwortung der EU gegenüber den Flüchtlingen im Mittelmeer. Sie sollen wieder Schiffe entsenden, um die Menschen vor dem Ertrinken zu retten.

evangelisch.de

Die Vereinten Nationen appellieren an die EU, wieder Rettungsschiffe ins Mittelmeer zu entsenden, um Bootsflüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten. In der Vergangenheit hätte die staatlichen Schiffe Tausenden Menschen das Leben gerettet, erklärten der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, und der Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration, António Vitorino, am Freitag in Genf. Die EU solle diese Arbeit wieder aufnehmen und schnell einen Verteilmechanismus für Flüchtlinge entwickeln.

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Deutschlandfunk Kultur: Eine Eloge für Rassismus, Pseudowissenschaft und Bullshistic

Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Die einen verteufeln ihn, nicht nur wegen seiner Rassenlehre. Die anderen vergöttern ihn: Rudolf Steiner. Er begründete die Anthroposophie. Doch wer ihn darauf reduziert, der wird dem einflussreichen Universalgelehrten nicht gerecht.

Ein Kommentar von Philip Kovce | Deutschlandfunk Kultur

Wer Anthroposophie sagt, der denkt an Rudolf Steiner, und wer Rudolf Steiner sagt, der denkt an Anthroposophie. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Ohne Rudolf Steiners Leben und Werk gäbe es beispielsweise keine Waldorfpädagogik und damit keinen Anlass, dieses Jahr den 100. Geburtstag der ersten Freien Waldorfschule in Stuttgart zu feiern.

Und es gäbe auch all die anderen anthroposophischen Jubiläen nicht, die demnächst anstehen: Bis 2025, Steiners 100. Todesjahr, werden noch die von ihm inspirierte anthroposophische Medizin, die freikirchliche Christengemeinschaft sowie die biologisch-dynamische Landwirtschaft 100 Jahre alt.

Nicht verachten oder verehren, sondern verstehen

Doch so sehr sich Rudolf Steiner auch für all diese Initiativen einsetzte, und so oft sich diese Initiativen auch heute noch auf Steiner berufen, so dringend tut es not, sie nicht länger aufeinander zu reduzieren. Denn Steiner war beileibe nicht nur Anthroposoph, und Anthroposophie ist alles andere als bloßer Steiner-Kult.

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Neue Jagd-Unterseeboote unterstreichen Frankreichs Weltmacht-Ambition

Die 100 Meter lange «Suffren» wird in Cherbourg zum Stapellauf bereit gemacht. (Bild: Benoît Tessier / Reuters)

Den Stapellauf der «Suffren» lässt sich Präsident Macron nicht entgehen. Die neuen U-Boote sind besonders geräuscharm und damit schwer zu orten.

Jürg Kürsener | Neue Zürcher Zeitung

Auf der staatlichen Werft der Naval Group in Cherbourg ist am Freitag das Jagd-Unterseeboot «Suffren» in Betrieb genommen worden, das erste der neuen «Barracuda»-Klasse. Präsident Emmanuel Macron und die Verteidigungsministerin Florence Parly waren zu dem Ereignis angereist; damit wird die Bedeutung unterstrichen, die die politische Führung in Paris einer weitgehenden Selbständigkeit bei der nuklearen Rüstung nach wie vor beimisst.

Frankreichs Marine ist ausser jener Russlands und Grossbritanniens die einzige in Europa, die nuklear angetriebene Kriegsschiffe baut. Solche Einheiten verfügen über eine grössere Autonomie und Reichweite als konventionelle Schiffe. Dies ist für Frankreich mit seinen globalen Ambitionen wichtig, es geht um die Wahrung seiner Interessen in den französischen Überseegebieten mit langen Anmarschwegen.

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Pater Mertes krtisiert Umgang des Papstes mit Missbrauch

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Deutliche Worte Richtung Vatikan: Der Jesuit Klaus Mertes sieht das Pontifikat von Papst Franziskus mit Blick auf die Bekämpfung von sexuellem Missbrauch zunehmend kritisch. Seiner Ansicht nach ist an dessen Strategie „alles haarscharf daneben“.

DOMRADIO.DE

Er sehe „mit Trauer“, dass hervorragende Impulse wie etwa durch „Amoris laetitia“ inzwischen überschattet würden von dem Eindruck, dass er „bei aller guter Absicht letztlich nicht begreift, worin der Missbrauch in seinen systemischen Dimension besteht“, sagte Mertes in einem Interview der Zeitschrift „Stimme der Familie“.

Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Rede von Papst Franziskus zum Abschluss des Anti-Missbrauchsgipfels im Vatikan im vergangenen Februar. Kernbotschaft sei gewesen, der Täter sei das absolute Böse und er gehöre hart bestraft. Zudem müsse es Prävention geben und „die Maschen müssen so eng gemacht werden, dass kein Täter mehr durchschlüpfen kann“. Bei „Amoris laetitia“ handelt es sich um ein 2016 veröffentlichtes Lehrschreiben des Papstes zu Ehe und Familie.

„Harrscharf daneben“

Nach Einschätzung von Mertes ist „an dieser Strategie alles haarscharf daneben“. Der Täter komme nicht von außen rein, sondern komme aus dem Inneren. Zudem gehe es nicht nur um Täter, sondern auch um das Vertuschen.

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Mini-Beschleuniger knackt Energierekord

Durch die Kombination zweier Terahertz-Beschleuniger im Miniaturformat haben Forscher erstmals Elektronen (blau) um mehr als 70 Kiloelektronenvolt beschleunigt – ein neuer Rekord für diese Technologie. © DESY/ Gesine Born

Klein, aber oho: Ein Teilchenbeschleuniger auf Terahertz-Basis hat erstmals Elektronen um mehr als 70 Kiloelektronenvolt beschleunigt – ein neuer Rekord. Damit erreichen die wenige Zentimeter großen Terahertz-Beschleuniger erstmals Energiebereiche konventioneller, großer Anlagen, die ganze Hallen füllen. Solche Beschleuniger im Mini-Maßstab rücken damit einen Schritt näher an ihren praktischen Einsatz heran, wie die Forscher erklären.

scinexx

Klassische Teilchenbeschleuniger wie der Large Hadron Collider (LHC) am CERN oder in Röntgenquellen wie dem European XFEL sind Maschinen im Mega-Maßstab. Sie benötigen große Magnete, kilometerlange Strecken und enorme Energiemengen, um Teilchen auf Tempo zu bringen. Doch es geht auch deutlich kleiner, wie in jüngster Zeit neuartige Laser-Plasmabeschleuniger und Terahertz-Beschleuniger belegen. Diese Anlagen sind nur noch tischgroß oder sogar klein wie eine Streichholzschachtel.

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Statistik: Immer weniger kirchliche Bestattungen

Immer weniger Beerdigungen in Deutschland werden von einem Seelsorger der beiden großen Kirchen durchgeführt: Die Autoren einer neuen Statistik geben dafür auch einen ganz bestimmten Grund an.

katholisch.de

Der Anteil der kirchlichen Bestattungen in Deutschland ist laut einer neuen Erhebung weiter rückläufig. 2017 wurden demnach noch 55,2 Prozent aller Beerdigungen von einem Seelsorger der beiden großen Kirchen durchgeführt, wie die Verbraucherinitiative Aeternitas am Donnerstag in Königswinter bekanntgab. Das entspreche 514.980 Bestattungen bei insgesamt 933.000 Verstorbenen, davon 271.156 evangelisch und 243.824 katholisch. Noch 15 Jahre zuvor habe der Anteil kirchlicher Bestattungen bei 70,1 Prozent gelegen.

Traditionen und religiöse Bräuche verlören an Bedeutung, so die Verbraucherinitiative. Das zeige auch der Trend zu Einäscherungen. Rund zwei Drittel der Verstorbenen werde inzwischen feuerbestattet.

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