901.000 Euro Strafe für Seenotrettung …

Proteste vor dem NGO-Schiff Aita Mari Donostia-San Sebastián. Bild: Ralf Streck

… aber nicht im Italien von Salvini, sondern im sozialdemokratisch regierten Spanien

Ralf Streck | TELEPOLIS

Der Aufschrei war einigermaßen groß, als Italien im Juni ein Dekret verabschiedet hat, wonach private Schiffe, die mit Geretteten an Bord „ohne Genehmigung in italienische Hoheitsgewässer eindringen“. Ihnen droht nun eine Geldstrafe zwischen 10.000 und 50.000 Euro. So hatten auch die Vereinten Nationen im Vorfeld das Vorhaben kritisiert, da damit das „ausländerfeindliche Klima gegen Migranten“ weiter angeheizt und Hilfsorganisationen kriminalisiert werden. Das lässt sich am Vorgehen gegen die das deutsche Rettungsschiff Sea Watch 3 und Carola Rackete ja längst unschwer erkennen.

Doch immer wieder ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Reaktionen ausfallen können. Da wird massive Kritik am italienischen Innenminister Matteo Salvini, seiner rechten und fremdenfeindlichen Lega und der „populistischen Regierung“ geübt. Die einst als linksliberal geltende Frankfurter Rundschau (FR) titelte: „Salvini verbietet das Retten der Menschen.“ Das ist sogar inhaltlich falsch.

Sind aber entsprechende Berichte in FR darüber zu finden, dass Spanien, das von Sozialdemokraten regiert wird, den Rettungsschiffen sogar eine Strafe von bis zu 901.000 Euro androht? Nein. Es herrscht dazu allgemein weitgehend Stille im Blätterwald. Dabei wurde ein entsprechender Drohbrief an die Hilfsorganisation sogar genau an dem Tag verschickt, als die deutsche Kapitänin Rackete in Italien festgenommen wurde. Eldiario.es veröffentlichte ihn zudem schon vor 10 Tagen.

Spanien verbietet Such- und Rettungsaktivitäten

Mit einer Demonstration wurde gestern gegen die massiven Drohungen in Barcelona protestiert. Kritisiert wurde, dass die spanische Regierung über ihre Handelsmarine – sie untersteht dem Infrastrukturministerium – dem Rettungsschiff „Open Arms“ mit immer drakonischeren Strafen droht.

weiterlesen

AfD-Abgeordneter verbreitete Liste mit angeblichen Antifa-Mitgliedern

Der AfD-Politiker Merz forderte seine Parteifreunde auf, angebliche Antifa-Mitglieder zu denunzieren.Foto: Daniel Karmann/dpa

25.000 Adressen sind in einer Datei, die der AfD-Landtagsabgeordnete Merz verschickte. Es ist wohl eine Datensammlung, die auch Rechtsextremisten nutzten.

Von Ragnar Vogt | DER TAGESSPIEGEL

Der baden-württembergische AfD-Landtagsabgeordnete Heiner Merz hat eine Liste mit angeblichen Antifa-Mitgliedern verbreitet. Zudem habe er seine Parteifreunde aufgefordert, die Menschen auf der Liste zu denunzieren, berichtete die „Südwest Presse“.

Er habe 2017 eine E-Mail mit einem Anhang verschickt, der 25.000 Namen, Adressen und E-Mail-Adressen enthalten habe. Merz habe geschrieben, es handele sich um Antifa-Mitglieder. Er habe in der Mail dazu aufgerufen, diese Liste für Gegenmaßnahmen zu nutzen.

weiterlesen

Tust Du nur so, oder glaubst Du schon? – Religion kann auch Sache des Kalküls sein, sagt Blaise Pascal

Der Mathematiker Blaise Pascal gibt sich als Anwalt der Vernunft – und argumentiert zugleich mit der Eindringlichkeit eines gläubigen Christen. (Bild: Wellcome Library, London / CC BY 4.0)

Wo es keine Gewissheit gibt, genügt es auf das Wahrscheinliche zu wetten. Vielleicht sogar, wenn’s um Gott geht: Blaise Pascal zeigt Skeptikern einen Weg zur Seligkeit

Thomas Ribi | Neue Zürcher Zeitung

Das Rezept ist einfach. Vielleicht zu einfach, als dass man ohne weiteres darauf vertrauen würde. Schliesslich geht es um den Glauben. Um die ewige Seligkeit. Im Frankreich des 17. Jahrhunderts also um viel, wo nicht um alles. Aber Blaise Pascal spricht ohne Augenzwinkern. Er argumentiert mit der Eindringlichkeit des gläubigen Christen – und zugleich mit der gelassenen Autorität des Mathematikers, der sich der Rationalität seiner Beweisgründe sicher ist. Nur zwischendurch klingt er wie ein Bankberater, der uns einen Fonds mit bester Rendite andrehen will. Ganz ohne Risiko natürlich.

Das klingt so: «Wenn Ihr gewinnt, so gewinnt Ihr alles, und wenn Ihr verliert, so verliert Ihr nichts. Wettet also, ohne zu zögern.» Eine Wette auf die Existenz Gottes bietet Pascal an, in einem nur wenige Seiten umfassenden Fragment seiner nachgelassenen Schriften, der 1670 erstmals erschienenen «Pensées sur la Religion et sur quelques autres sujets». Eine Wette für Skeptiker, die nicht davon zu überzeugen sind, dass es Gott gibt – eine Haltung, die für Pascal durchaus der Vernunft entspricht.

weiterlesen

Ohne Präventionsschulungen geht in der Kirche nichts mehr

Der Missbrauchsskandal hat die Kirche erschüttert. Doch sie versucht etwas gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt zu tun: Weit über 220.000 Menschen wurden allein in Nordrhein-Westfalen bereits zu dem Thema geschult und so sensibilisiert.

Von Nadine Vogelsberg | katholisch.de

Die dreißigjährige Angestellte spricht mit dem zwölfjährigen Mädchen. Beide wirken fröhlich, lachen. Aber dann beginnt die Frau, mit dem Haar des Mädchens zu spielen, was diesem unangenehm ist. Die 12-Jährige wird still und starr, die Frau aber lächelt versonnen. War das schon eine Form von sexueller Gewalt, von Grenzüberschreitung?

Der Fall ist ein Beispiel, wie es in Präventionsschulungen der katholischen Kirche herangezogen wird, um Mitarbeiter zu sensibilisieren. Spätestens mit der MHG-Missbrauchsstudie der Bischofskonferenz aus dem vergangenen September wurde das Ausmaß des sexueller Gewalt in der Kirche deutlich: 1.670 Kleriker wurden beschuldigt, im Zeitraum von 1946 bis 2015 rund 3.677 Kinder und Jugendliche auf unterschiedliche Weise sexuell missbraucht zu haben.

weiterlesen

Klöckner zu Unkrautvernichter: Kein Glyphosat-Verbot vor 2022

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)

Bis 2022 hat Glyphosat in der EU eine Zulassung. Bundesagraministerin Klöckner glaubt nicht, dass die verlängert wird. Anders als Österreich sieht sie aber keine Möglichkeit, den Unkrautvernichter schon vorher zu verbieten.

tagesschau.de

Bundesagrarministerin Julia Klöckner rechnet damit, dass der Unkrautvernichter Glyphosat 2022 EU-weit verboten wird. Dem „Tagesspiegel am Sonntag“ sagte sie, es sei nicht davon auszugehen, dass es nach 2022 noch eine Mehrheit in der EU für eine Verlängerung der Zulassung geben werde.

Es sei aber nicht möglich, den Unkrautvernichter in Deutschland schon früher auf nationaler Ebene zu verbieten. „Das europäische Recht besagt, dass ein nationales Totalverbot nicht möglich ist, solange Glyphosat in der EU zugelassen ist“, so die CDU-Politikerin. Die Bundesregierung will aber bis zum Spätsommer eine Strategie vorlegen, wie der Einsatz des Unkrautvernichters zumindest verringert werden kann.

weiterlesen

Seemannsdiakon: Handelsschifffahrt umfährt Flüchtlingsrouten

Themenbild. dpa

Die Handelsschifffahrt auf dem Mittelmeer hat nach Beobachtungen der Deutschen Seemannsmission in großen Teilen ihren Kurs geändert, um Flüchtlingsrouten zu umfahren.

evangelisch.de

„Die Reedereien nehmen die Kosten von längeren Routen in Kauf, um sich nicht dem Vorwurf der indirekten Schlepper-Hilfe auszusetzen“, sagte Seemannsdiakon Markus Schildhauer dem Evangelischen Pressedienst (epd). Vor allem Italien, das die Seenotrettung kriminalisiere, trage dazu bei, dass die Reedereien Begegnungen mit Flüchtlingsschiffen vermieden.

Einen weiteren Grund sieht Schildhauer in Erfahrungen in der Vergangenheit. Eine Reihe von Frachtschiffen habe versucht Flüchtlinge aufzunehmen. Aber Schiffsbesatzungen, die versuchten, die ausgelaugten Menschen an Bord zu holen, hätten erleben müssen, wie die Menschen keine Kraft mehr hatten, die hohen Schiffswände zu erklimmen, wie Boote kenterten, ohne dass die Seemänner Hilfe leisten konnten.

weiterlesen

Antisemitismus im Internet: Hirngespinste des Hasses

Bild: bb

Nicht nur an den Rändern der Gesellschaft, sondern auch in ihrer Mitte existiert Antisemitismus. Eine Studie der TU Berlin untersucht, wie er sich im Internet unverstellt äußert – und zunimmt.

Von Jakob Hessing | DER TAGESSPIEGEL

Es ist kein Geheimnis mehr, dass der Antisemitismus heute wieder bedenkliche Ausmaße annimmt. Wer geglaubt hat, die Verteufelung der Juden sei nach Auschwitz nicht mehr möglich, sieht sich enttäuscht, doch ein Blick auf relevante Forschungsergebnisse hätte ihn schon lange eines Besseren belehrt.

In der Wissenschaft nennt man dieses Phänomen den Post-Holocaust-Antisemitismus (PHA). Die Juden, so „argumentieren“ seine zahlreichen Vertreter, „beuten“ den Holocaust aus, schwingen die „Auschwitzkeule“ und unterbinden damit auch alle Kritik an der israelischen Politik. Denn folgerichtig hat der PHA einen auf Israel projizierten Antisemitismus geschaffen. Dieser Staat ist erst nach dem Holocaust entstanden, und seit Auschwitz wird er zum neuen, politisch verbrämten Hassobjekt.

weiterlesen

„Atombomben“: Illegales Hantieren mit hochangereichertem Uran?

Der Forschungsreaktor München II (FRM II) rechts neben seinem inzwischen denkmalgeschützten Vorgänger, dem „Atom-Ei“. Bild: High Contrast/ CC BY 2.0 DE

Im Fall Iran scheint Uran-Anreicherung ein Kriegsgrund, Deutschland betreibt hingegen mit dem Bombenstoff einen Forschungsreaktor – und zwar vermutlich illegal

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Alles redet über das Urananreicherungsprogramm des Iran und fast niemand über den Forschungsreaktor FRM II in Garching bei München. Dieser wird mit hochangereichertem Uran betrieben, mit dem Stoff, aus dem die Bombe ist.

Aus genau diesem Grund war die Inbetriebnahme des Reaktors 2004 hoch umstritten. Nicht nur Atomkraftgegner und Friedensbewegte, sondern auch manch ausländische Regierung befürchteten, dass Deutschland einen gefährlichen Präzedenzfall schafft. Wie sollte man international dafür werben, dass die entsprechenden Technologien nicht weiter verbreitet werden, wenn sich eines der reichsten und mächtigsten Länder das Recht für sich herausnahm?

Entsprechend ist der Meiler auch in seiner Nachbarschaft nicht übermäßig beliebt. 2003 hatten die Garchinger in einem Bürgerentscheid ihren Gemeinderat aufgefordert, alle rechtlichen Schritte gegen den Bau des Forschungsreaktors auszuschöpfen.

Nach Angaben der örtlichen Grünen wurde der Bürgerwille jedoch missachtet und darauf verzichtet, Klage gegen die Genehmigung den Nachfolger des als „Atom-Ei“ bezeichneten Reaktors einzureichen. Dieser seit 1956 in Garching stehende Forschungsreaktor, der wegen der Form seiner Kuppel den bundesweit bekannten Spitznamen trug, war im Jahre 2000 stillgelegt worden und wird derzeit abgerissen.

Anreicherung

Natürliches Uran enthält nur zu weniger als einem Prozent spaltbares Uran 235. Die restlichen 99,3 Prozent bestehen überwiegend aus dem stabilen Isotop Uran 238. Damit lässt sich nur schwer eine Kettenreaktion starten, weder eine kontrollierte wie in einem AKW noch eine explosive wie in einer Atombombe. Es gibt allerdings einige wenige Reaktoren, die tatsächlich mit Natururan auskommen. Für Bomben muss der U253-Anteil jedoch auf rund 90 Prozent gesteigert werden.

Uran wird also für zivile als auch militärische Zwecke angereichtert. Uranbrennstäbe enthalten für gewöhnlich Uran, indem der U235-Anteil auf drei bis fünf Prozent gesteigert wurde, wie die World Nuclear Association schreibt. Für einige wenige Reaktortypen wird auch eine höhere Anreicherung von bis zu 20 Prozent angestrebt.

weiterlesen

Adorno zum 50. Todestag: Die Vernunft der Verrückten

Engagement im öffentlichen Raum. Der Schriftsteller Heinrich Böll, der Philosoph Theodor W. Adorno und Suhrkamp-Verleger Siegfried…Foto: Manfred <EL-2>Rehm/p-a/dpa

Was hat uns die Kritische Theorie noch zu sagen? Zum 50. Todestag von Theodor W. Adorno, des vielseitigsten Denkers der Frankfurter Schule, erscheint ein verblüffend aktueller Vortrag über Rechtsradikalismus.

Von Gregor Dotzauer | DER TAGESSPIEGEL

Im Auf und Ab der philosophischen Strömungen erhebt auch die Kritische Theorie immer wieder ihr gestrenges Haupt. Am stolzesten reckt sie es seit jeher in Frankfurt am Main, wo ihr Max Horkheimer Anfang der 1930er Jahre im Rahmen des Instituts für Sozialforschung die Aufgabe einer Unruhestifterin wider den Quietismus der herkömmlichen Philosophie zuwies. Von der Mischung aus Marxscher Gesellschaftsinterpretation, Hegelscher Begriffsdialektik und Freudscher Psychoanalyse, wie sie die „Dialektik der Aufklärung“ prägt, eines ihrer im amerikanischen Exil zusammen mit Theodor W. Adorno verfassten Hauptwerke, hat indes vor allem der ideologiekritische Zug überlebt.

Nicht nur die alljährlichen Adorno-Vorlesungen an der Goethe-Universität, das Aushängeschild ihrer Vitalität, haben sich in viele Themenfelder hinein geöffnet. Seit 2002 haben so unterschiedliche Denker und Denkerinnen wie die Philosophin Judith Butler, die Soziologin Eva Illouz, der Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt oder der Germanist Albrecht Koschorke Motive der Kritischen Theorie weitergesponnen. Im Vorfeld von Adornos 50. Todestag am 6. August, zu dem heute auch ein Vortrag über Rechtsradikalismus von ungewöhnlicher Aktualität erscheint, ging es dieses Jahr mit Peter E. Gordon zurück zu den Quellen: Der in Harvard lehrende Ideenhistoriker interpretierte Adorno im Hinblick auf dessen Verständnis von Materialismus, Metaphysik und Ästhetik.

weiterlesen

Was macht ein Mönch im Auswärtigen Amt in Berlin? Im Habit unter Politikern und Diplomaten

Benediktinerpater Nikodemus Schnabel © Julia Steinbrecht (KNA)

Läuft ein Mönch durch das Auswärtige Amt in Berlin. Das ist nicht der Beginn einer lustigen Anekdote, sondern Realität. Der Benediktinerpater Nikodemus Schnabel arbeitet seit gut einem Jahr dort. Was genau seine Aufgabe ist, verrät er im Interview.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Es gibt Mönche in unterschiedlichsten Berufsfeldern und Tätigkeiten. Sie arbeiten zum Beispiel seit fast einem Jahr als Mönch beim Auswärtigen Amt der Bundesregierung in Berlin. Laufen Sie da im Auswärtigen Amt wirklich mit dem Habit der Benediktiner herum?

Pater Dr. Nikodemus Schnabel (Benediktinerpater): Ja. Mit einem schwarzen Benediktinerhabit bin ich unterwegs und gut erkennbar. Ich bin so vielleicht auch ein bisschen das „Maskottchen“ unseres Referates. Es gibt seit August letzten Jahres ein ganz neues Referat „Religion und Außenpolitik“. Das darf ich als Berater für ein Jahr unterstützen. Mein Kloster hat mich dafür freigestellt.

Ich war vormals in der Dormitio-Abtei in Jerusalem als Prior-Administrator für unsere Gemeinschaft verantwortlich. Und als ehemaliger höherer Oberer muss man ein sogenanntes „Sabbatical“ (einjährige Auszeit, Anm. d. Red.) machen. Ich mache, glaube ich, eines der ungewöhnlichsten „Sabbaticals“, das man sich vorstellen kann, indem ich Berater im Auswärtigen Amt für dieses spannende neue Themenfeld „Religion und Außenpolitik“ bin.

weiterlesen

Deutsches Teleskop eRosita von russischer Rakete ins All gebracht

Das deutsche Röntgenteleskop eRosita – (c) imago/Reiner Zensen (Reiner Zensen)

Der Start war bereits zwei Mal verschoben worden. Das deutsche Röntgenteleskop soll die Strukturen des Alls über Röntgenstrahlung sichtbar machen.

Die Presse.com

Das deutsche Röntgenteleskop eRosita ist am Samstag mit dreiwöchiger Verspätung vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All gestartet. Pünktlich um 14.31 Uhr MESZ hob die russische Trägerrakete mit eRosita und einem russischen Teleskop an Bord ab. Das zeigten Livebilder der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos. Der Start, der zwei Mal verschoben wurde, verlief ohne Zwischenfälle.

Ursprünglich sollte die Rakete bereits am 21. Juni abheben. Nach Angaben des maßgeblich am Bau von eRosita beteiligten Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München war eine Batterie nicht voll geladen, die in einer Phase zur Zündung der Rakete notwendig gewesen wäre. Technische Probleme gab es auch am Freitag.

weiterlesen

Esoterik ist die neue Weltreligion – und sie verblendet die Massen

Der russische Esoteriker Alexander Kalen verkündet bei seinen Seminaren übersinnliche Obskuritäten.Bild: shutterstock.com/watson

Der russische Esoteriker Alexander Kalen ist ein Shootingstar der Szene. Er verbreitet Obskuritäten, die er als Wissenschaft verkauft.

Hugo Stamm | watson.ch

Esoterik der harten Sorte kann bedenkenlos als neue Weltreligion bezeichnet werden. Es ist zwar weder eine klar definierte Heilslehre noch eine geschlossene Glaubensgemeinschaft, doch die pseudospirituelle Lehre hat einen gemeinsamen Kern: Der Glaube an paranormale übersinnliche Phänomene, bei denen alles für wahr gehalten wird, was die Fantasie von überspannten Gurus und spirituellen Meistern ausspuckt.

Diese heterogene Bewegung ist jung, aber trotzdem schon weltumspannend. Selbst in Russland, einem einst marxistisch-atheistischen Grossstaat, wuchert der esoterische Aberglaube in den schillerndsten Farben.

Aushängeschild und exemplarisches Beispiel für das esoterische Phänomen ist Alexander Kalen oder Kalenjuk. Der Esoteriker lässt nichts aus und hat für alles eine esoterische Erklärung.

weiterlesen

Nachfahren geflohener Juden kämpfen um deutschen Pass

Themenbild.

Nachfahren von in der NS-Zeit geflohenen Juden haben nach dem Grundgesetz die Möglichkeit, den deutschen Pass zu erlangen. In der Realität scheitert das offenbar oft an komplizierten Einzelregelungen. Das Innenministerium prüft nun Erleichterungen.

evangelisch.de

Nachfahren von Juden, die während des Nationalsozialismus aus Deutschland geflohen sind, kämpfen einem Medienbericht zufolge derzeit für die deutsche Staatsbürgerschaft. Obwohl das Grundgesetz ihnen den Pass grundsätzlich zuspricht, bekommen ihn viele nicht, heißt es in einem Bericht des Berliner „Tagesspiegels“ (Samstag). „Einige kämpfen schon seit 20, 30 Jahren um den deutschen Pass“, sagte Nick Courtman der Zeitung. Das Bundesinnenministerium ist sich nach den Worten einer Sprecherin des Problems bewusst und prüft Änderungen der derzeit komplizierten Regelungen.

weiterlesen

Indien: „Die größte Schande des Landes sind die Lynchmorde“

„Die heilige Kuh“ wird oft als Vorwand für Lynchmorde benutzt  (AFP or licensors)

Der indische Jesuit Pater Cedric Prakash verurteilt die blinde Gewalt, mit der Hindus sich insbesondere gegen Mitglieder der muslimischen und christlichen Minderheiten des Landes wenden. Für ihn ist das Problem der Lynchmorde so weit verbreitet, dass es „als ein gesetzlich strafbarer Terrorakt betrachtet“ werden müsse Ein Gesetz sei erforderlich, so der katholische Geistliche.

Vatican News

Konkret verweist der indische Aktivist auf den brutalen Mord an Tabrez Ansari. Das Video des 24-jährigen muslimischen Mannes aus Jharkhand, der auf dem Boden hockte und um sein Leben flehte, wurde viral. „Dank der Videos von Smartphones ist die Gewalt sichtbar, sie ist brutal und sie wird viral“, sagt der Jesuit.

Regierung ergreift keine Maßnahmen

Laut FactChecker wurden seit 2012 insgesamt 311 Menschen angegriffen, 47 von ihnen getötet. Bereits im September 2017 forderte der Oberste Gerichtshof die Staaten auf, mit „starken Maßnahmen“ einzugreifen. „Aber bisher ist absolut nichts passiert“, sagt Prakash. In einigen Staaten sei die Regierung sogar offen mit den mörderischen Verbrechern verbunden.

weiterlesen

Fall Orlandi: Neue Spur führt zu deutschem Priesterkolleg

Vor zwei Tagen hatte die Öffnung von zwei Gräbern keine neuen Erkenntnisse im Vermisstenfall Emanuela Orlandi ergeben. Nun scheint es eine neue Spur zu geben: Unter dem Fußboden des Priesterkollegs am deutschen Vatikan-Friedhof wurden Gebeine entdeckt, die bislang unbekannt waren.

katholisch.de

Im Fall Emanuela Orlandi scheint es eine neue Spur zu geben: Unter dem Fußboden des deutschen Priesterkollegs am Campo Santo Teutonico im Vatikan sind zwei Beinhäuser entdeckt worden. Die unter einer Falltür gelegenen Räume seien umgehend nach ihrer Entdeckung versiegelt worden, um die darin befindlichen Knochen zu untersuchen, teilte Vatikansprecher Alessandro Gisotti am Samstag mit.

Die vatikanische Staatsanwaltschaft ordnete die Öffnung der Beinhäuser und die Untersuchung für den kommenden Samstag an. Sie solle in Anwesenheit eines Gutachters der Familie des vor 36 Jahren verschwundenen Mädchens stattfinden. Beinhäuser waren seit dem Mittelalter auf Friedhöfen üblich, um bei der Neubelegung von Gräbern die zuvor ausgegrabenen Gebeine Verstorbener aufzubewahren.

weiterlesen