Antisemitismus im Internet: Hirngespinste des Hasses


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Nicht nur an den Rändern der Gesellschaft, sondern auch in ihrer Mitte existiert Antisemitismus. Eine Studie der TU Berlin untersucht, wie er sich im Internet unverstellt äußert – und zunimmt.

Von Jakob Hessing | DER TAGESSPIEGEL

Es ist kein Geheimnis mehr, dass der Antisemitismus heute wieder bedenkliche Ausmaße annimmt. Wer geglaubt hat, die Verteufelung der Juden sei nach Auschwitz nicht mehr möglich, sieht sich enttäuscht, doch ein Blick auf relevante Forschungsergebnisse hätte ihn schon lange eines Besseren belehrt.

In der Wissenschaft nennt man dieses Phänomen den Post-Holocaust-Antisemitismus (PHA). Die Juden, so „argumentieren“ seine zahlreichen Vertreter, „beuten“ den Holocaust aus, schwingen die „Auschwitzkeule“ und unterbinden damit auch alle Kritik an der israelischen Politik. Denn folgerichtig hat der PHA einen auf Israel projizierten Antisemitismus geschaffen. Dieser Staat ist erst nach dem Holocaust entstanden, und seit Auschwitz wird er zum neuen, politisch verbrämten Hassobjekt.

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