Ohne Präventionsschulungen geht in der Kirche nichts mehr


Der Missbrauchsskandal hat die Kirche erschüttert. Doch sie versucht etwas gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt zu tun: Weit über 220.000 Menschen wurden allein in Nordrhein-Westfalen bereits zu dem Thema geschult und so sensibilisiert.

Von Nadine Vogelsberg | katholisch.de

Die dreißigjährige Angestellte spricht mit dem zwölfjährigen Mädchen. Beide wirken fröhlich, lachen. Aber dann beginnt die Frau, mit dem Haar des Mädchens zu spielen, was diesem unangenehm ist. Die 12-Jährige wird still und starr, die Frau aber lächelt versonnen. War das schon eine Form von sexueller Gewalt, von Grenzüberschreitung?

Der Fall ist ein Beispiel, wie es in Präventionsschulungen der katholischen Kirche herangezogen wird, um Mitarbeiter zu sensibilisieren. Spätestens mit der MHG-Missbrauchsstudie der Bischofskonferenz aus dem vergangenen September wurde das Ausmaß des sexueller Gewalt in der Kirche deutlich: 1.670 Kleriker wurden beschuldigt, im Zeitraum von 1946 bis 2015 rund 3.677 Kinder und Jugendliche auf unterschiedliche Weise sexuell missbraucht zu haben.

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