„Ohne Teufel wäre der Glaube zu schön, um wahr zu sein“


Papst Franziskus spricht immer wieder über den Teufel. Was können die Menschen in Deutschland damit anfangen? Spielt der Teufel im Glaubensleben noch eine Rolle? Nein, meint der Bamberger Dogmatiker Jürgen Bründl – und erklärt, warum die Theologie trotzdem am Teufel festhält.

Von Tobias Schulte | katholisch.de

Frage: Herr Bründl, Papst Franziskus redet oft über den Teufel, für manche Theologen zu oft. Wenn Sie an ihre Studenten oder die Gläubigen in den Gemeinden denken: Welche Rolle spielt der Teufel in deren Glaubensleben?

Bründl: Gar keine, in der Regel. Als handlungsbestimmendes Moment hat der Teufel heute keine Aussagekraft. Für einige Menschen ist er aber bisweilen noch eine angstbesetzte Figur, demgegenüber „das ist doch Schmarrn“ eine gesunde Reaktion ist.

Frage: Welche Konsequenz hat es, dass der Teufel im Glaubensleben nicht mehr vorkommt?

Bründl: Es bedeutet einen rationaleren Umgang mit Schuld, der nach Zurechnung fragt. Es ist ein großer Vorteil, wenn man erkennt, dass man selbst Schuld trägt und nicht von einem bösen Geist – oder eben dem Teufel – zu etwas veranlasst wurde.

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