Masernimpfung wird per Gesetz zur Pflicht, sonst drohen Bußgelder

Künftig müssen alle Kinder gegen Masern geimpft werden. Foto: dpa

Das Bundeskabinett hat an diesem Mittwoch das geplante Gesetz für eine Impfpflicht gegen Masern auf den Weg gebracht. Ab dem kommenden Jahr müssen Kita-Kinder, Schüler und auch bestimmte Erwachsene nachweisen, dass sie geimpft sind.

Berliner Zeitung

Ansonsten drohen Bußgelder, und ungeimpfte Kinder dürfen in Kitas nicht mehr aufgenommen werden.

In der Begründung zum Entwurf des „Masernschutzgesetzes“, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es, in den ersten Monaten dieses Jahres seien schon mehr als 400 Masernfälle gemeldet worden. „Es liegt daher eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Gesundheit vor, der mit weiterführenden Maßnahmen begegnet werden muss.“

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In Deutschland arbeiten Menschen zwei Mal so häufig zu niedrigen Löhnen wie in der Schweiz. Was steckt dahinter?

Gut jeder fünfte Arbeitnehmer verdient in Deutschland nur einen Niedriglohn. (Bild: Gaetan Bally / Keystone)

Das deutsche Jobwunder hat eine Schattenseite: In fast keinem anderen Industrieland verdienen so viele Menschen wenig. Die Schweiz hat nicht nur hohe Saläre, sondern auch einen kleinen Niedriglohnsektor. Ein Erklärungsversuch.

Christoph Eisenring | Neue Zürcher Zeitung

Deutschland darf stolz sein auf sein Jobwunder. Heutzutage sind 6 Mio. mehr Menschen in Lohn und Brot als noch 2005. Die Erwerbslosenquote, wie sie die Internationale Arbeitsorganisation berechnet, lag jüngst nur noch bei 3%, was selbst die Schweiz in den Schatten stellt. Das sind gute Nachrichten. Doch ein zweiter Blick auf den Arbeitsmarkt enthüllt weniger Schmeichelhaftes: In Deutschland gibt es einen riesigen Niedriglohnsektor.

Was ist damit gemeint? Als Geringverdiener gilt gemeinhin, wer pro Stunde weniger als zwei Drittel des mittleren Lohnes erzielt. Es geht also nicht um einen «Armutslohn», sondern um den Vergleich mit dem Lohn, der typischerweise in einem Land bezahlt wird. Ein Trumpf der Schweiz ist, dass das Land nicht nur hohe Löhne zahlt, sondern gleichzeitig einen vergleichsweise kleinen Niedriglohnsektor hat. Dies wirkt sich stabilisierend auf eine Gesellschaft aus.

Immer weniger Tarifbeschäftigte

Deutschland kommt laut Berechnungen von Soziologen der Universität Wien im Jahr 2015 auf einen Niedriglohnanteil von 22%, die Schweiz auf einen Anteil von 12%. Deutschland hat innerhalb der OECD denn auch einen der grössten Niedriglohnsektoren. Das war jedoch nicht immer so. Noch 1996 wies die Statistik einen Anteil von 14% für Deutschland aus, womit man unter den Industriestaaten im Mittelfeld lag. Es handelt sich somit um einen kräftigen Anstieg, während die Situation in der Schweiz weitgehend stabil blieb.

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Etwas katholischer Big-Bang-Kreationismus

Albert Einstein im Gespräch mit Georges Lemaitre am 12. Januar 1933 im kalifornischen Pasadena. Bild: © picture alliance/akg-images

Kopernikus und der „Fall Galilei“ werden bis heute in der Schule gelehrt. Sie trieben einen Keil des Misstrauens zwischen Kirche und Wissenschaft. Doch es war auch ein katholischer Priester, der zuerst den Knall hörte.

Von Alexander Brüggemann | katholisch.de

„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde aber war wüst und leer (…), und Gottes Geist schwebte über den Wassern.“ So wird der Anfang der Welt in der Genesis beschrieben, dem ersten Buch der Bibel. Dass dieser Schöpfungsbericht kein wissenschaftliches Traktat, sondern vielmehr ein mehr als 2.500 Jahre altes Glaubenszeugnis ist, hat sich außerhalb der kreationistischen Lehre herumgesprochen. Wissenschaftsfeindlichkeit wird der Kirche bis heute unterstellt. Aber es war ausgerechnet ein katholischer Priester, der die Gegentheorie vom „Urknall“ entwickelte: der Belgier Georges Lemaitre, der vor 125 Jahren, am 17. Juli 1894, geboren wurde.

Die wichtigste Erkenntnis dieses Astrophysikers und Theologen ist so simpel wie einleuchtend: Das Weltall hat seinen Ursprung in der Zeit. Wenn Galaxien permanent auseinanderdriften, dann müssen sie früher näher beieinandergelegen haben. Und das legt nahe, dass noch viel früher das gesamte Universum in einem einzigen Punkt konzentriert gewesen sein muss: dem „Ur-Atom“, das „im Moment der Entstehung des Universums explodierte“. Lemaitre ging davon aus, dass die kurz zuvor entdeckte Rotverschiebung von Sternennebeln nicht als Folge einer Bewegung von Galaxien im All, sondern der Ausdehnung des Weltalls selbst zu deuten sei.

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Castle Bravo strahlt noch immer

Satellitenaufnahme des vom Castle-Bravo-Test hinterlassenen Kraters im Bikini-Atoll. © NASA/USGS, Landsat 7

Noch immer kontaminiert: 1954 sprengte eine Wasserstoffbombe im Bikini-Atoll einen gewaltigen Krater in die Lagune – den Castle-Bravo-Krater. Jetzt haben Forscher die verbleibende Kontamination dieses Kraters untersucht. Ihr Ergebnis: Bis heute ist Castle Bravo der am stärksten radioaktiv verseuchte Ort der gesamten Marshallinseln. Vor allem Plutonium- und Americiumwerte liegen dort noch immer um das Zehnfache höher als im Rest der ehemaligen Kernwaffen-Testzone.

scinexx

Zwischen 1946 und 1958 führten die USA im Bikini-Atoll und dem benachbarten Enewetak-Atoll insgesamt 64 Kernwaffentests durch. Noch heute sind dadurch viele der Atollinseln so stark radioaktiv verseucht, dass sie auf Jahrzehnte hinaus unbewohnbar bleiben. Der Fallout der Atomwaffentests ist auch mehr als 60 Jahre später noch in der Erdatmosphäre und sogar im Marianengraben messbar.

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Baden-Württemberg regelt islamischen Religionsunterricht neu: „An Schulen statt in Hinterhöfen“

Islamischer Religionsunterricht © Oliver Berg (dpa)

Baden-Württemberg hat ein bundesweit einmaliges Modell für islamischen Religionsunterricht sunnitischer Prägung beschlossen. Dafür soll zum 1. August eine Stiftung öffentlichen Rechts errichten werden.

DOMRADIO.DE

Wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach der Kabinettssitzung am Dienstag in Stuttgart erläuterte, soll die Stiftung „Sunnitischer Schulrat“ ab dem Schuljahr 2019/20 den Unterricht verantworten und organisieren. Kretschmann betonte, die religiöse Unterweisung muslimischer Kinder finde künftig an Schulen „und nicht in irgendwelchen Hinterhöfen“ statt.

Derzeit erhalten rund 6.000 Schüler an etwa 90 Schulen Baden-Württembergs muslimischen Religionsunterricht – was allerdings nur rund vier Prozent der betroffenen Schüler ausmacht. Die Stiftung ist erforderlich, weil es dem Staat bei den Muslimen an einem vergleichbaren Gegenüber wie den Kirchen fehlt. Während die Kirchen Inhalte und die Zulassung von Lehrern für den konfessionellen Religionsunterricht verantworten, konnten sich die muslimischen Verbände bislang nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Als Schulrat soll deshalb die Stiftung fungieren.

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Großer Asteroid rast an Erde vorbei

Die künstlerische Darstellung zeigt einen erdnahen Asteroiden im Vorbeiflug.Foto: ESA – P.Carril/dpa

Ein 50 Meter großer Brocken aus dem All wird – anders als befürchtet – nicht mit der Erde kollidieren. Forscher sind erleichtert.

DER TAGESSPIEGEL

Die drohende Gefahr eines Asteroideneinschlags auf der Erde mit einer Sprengkraft von rund 100 Hiroshima-Bomben ist gebannt. Der bis zu 50 Meter große Brocken „2006QV89“ wird unseren Planeten verfehlen, sagte der Leiter des Büros für Planetenschutz im Satellitenkontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Darmstadt, Rüdiger Jehn.

Mit einem Teleskop in Chile sei Anfang Juli ein möglicher Punkt seiner Laufbahn beobachtet worden. Wäre er dort aufgetaucht, wäre der Asteroid mit der Erde kollidiert. Von „2006QV89“ war nichts zu sehen. Er könnte sich möglicherweise im September 2023 noch einmal der Erde nähern.

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Das Geheimnis hinter den Bleispuren in der Arktis

Die Verunreinigung durch Emissionen stieg seit dem Mittelalter um das 250- bis 300-Fache
Quelle: Getty Images/Paul Souders

Pest, Hungersnöte oder Kriege – all das hat Spuren ins Eis von Grönland und Nordrussland hineingeschrieben. Durch Bohrungen wollen Wissenschaftler nun eine Art historischen Fortsetzungsroman schreiben.

DIE WELT

Die Geschichte Europas vom Mittelalter bis zur Gegenwart hat an überraschenden Orten Spuren hinterlassen: So nutzen Wissenschaftler Eisbohrkerne aus Grönland und der russischen Arktis, um die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen 1500 Jahre zu rekonstruieren. Dabei zeigen ihnen die Bleiverunreinigungen im abgelagerten Eis, wie sich etwa die Pest, Hungersnöte oder Kriege ausgewirkt haben.

Blei, dessen natürlicher Gehalt in der Umwelt sehr gering ist, wird seit Tausenden von Jahren vom Menschen in die Atmosphäre freigesetzt – von der Münzherstellung im antiken Rom bis hin zur Verbrennung etwa von bleihaltigem Sprit. Mit den Windströmungen verteilen sich diese Emissionen rund um den Globus und setzen sich schließlich auch an Orten wie dem Eisschild in Grönland und anderen Teilen der Arktis ab.

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Medienhype um die Klinikstudie der Bertelsmann-Stiftung

Bild: INTERRAILS/CC BY-SA-4.0

Es ist schon sehr interessant. Da macht eine der bekanntesten Stiftungen Deutschlands eine Studie zu der Krankenhausversorgung in Deutschland und kommt zu dem Schluss, dass viele Kliniken geschlossen werden sollten. Der Gründer und Finanzier dieser „Stiftung“ ist der Bertelsmann Konzern, der durch diese Stiftung viele Steuern sparen und gleichzeitig riesigen Einfluss auf die Politik nehmen kann. Eine Win-Win-Situation also für den Konzern.

Tobias Bevc | TELEPOLIS

Auffällig an der Krankenhausgeschichte, die gestern und heute auf allen Medienkanälen läuft, ist aber vor allem – wie so oft -, was nicht berichtet wird: Dass nämlich Dr. Brigitte Mohn nicht nur im Vorstand der Bertelsmann Stiftung sitzt, sondern zugleich Mitglied des Aufsichtsrats der Rhön-Privatkliniken AG ist, eine Aktiengesellschaft also, die ein direktes finanzielles Interesse an der Schließung öffentlicher Krankenhäuser haben könnte. Schon jetzt gehört die Rhön Kliniken AG zu den großen Playern in Deutschland und erwirtschaftete 2018 einen Gewinn von rund 51,2 Millionen Euro, fast 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Wenn es womöglich bald zu wenige öffentliche Krankenhäuser gibt, dann können sicherlich ein paar großherzige private Helfer wie die Rhön Kliniken in der Not einspringen …

Offensichtlich unterschlägt die Bertelsmann Stiftung in ihrer Studie, dass es bei Krankenhäusern nicht in erster Linie ums Geschäft geht, sondern um die kranken Menschen samt ihrer Angehörigen. Und die bevorzugen wohnortnahe Kliniken, die ausreichend finanziert und personell gut ausgestattet sind.

Früher haben, wenn beispielsweise der Philipp-Morris-Konzern eine neue „wissenschaftliche“ Studie zur Ungefährlichkeit des Rauchens veröffentlichte, alle ernstzunehmenden Medien eben diese „Wissenschaftlichkeit“ angezweifelt und auf den Urheber der Studie verwiesen. Somit war allen Rezipienten klar: Die Ergebnisse der Studie könnten parteiisch sein und man sollte sie dementsprechend einordnen: Lobbyismus und Propaganda.

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Libra macht Nutzer-Daten noch viel kostbarer

Mit einer eigenen Währung will Mark Zuckerberg die Welt der Bezahlsysteme aufmischen.Foto: REUTERS

Mit Libra wird Facebook bald sogar wissen, wofür die Nutzer ihr Geld ausgeben. Die Politik muss hier die Macht des Konzerns klar beschränken. Eine Analyse.

Von Oliver Voss | DER TAGESSPIEGEL

Was Facebook mit seiner geplanten Digitalwährung Libra vorhat, hat 1999 bereits der Chef eines anderen Unternehmens skizziert: Man wolle das „Microsoft der Bezahlsysteme“ und das „finanzielle Betriebssystem der Welt“ erschaffen, erklärte damals Peter Thiel. Er sprach dabei über einen Dienst namens Paypal, den er gerade auf den Markt gebracht hatte. Tatsächlich wurde Paypal zu einem der beliebtesten Bezahlsysteme im Internetzeitalter, und Thiel war später der erste große Geldgeber für Facebook. Nun soll die Vision von damals mit Libra endgültig verwirklicht werden. Es ist kein Zufall, dass David Marcus, der Leiter des Libra-Projekts, vor seinem Wechsel zu Facebook Chef von Paypal war.

Doch die weitreichenden Unternehmenspläne rufen auch zahlreiche Staaten auf den Plan. Von Donald Trump bis Olaf Scholz haben Politiker in den vergangenen Tagen ihre Bedenken geäußert. Gerade diskutieren die G7-Finanzminister bei ihrem zweitägigen Treffen in Frankreich darüber, wie man mit den Facebook-Plänen umgehen sollte. „Wir wollen nicht, dass Privatunternehmen die Möglichkeit haben, eine souveräne Währung zu schaffen“, erklärte Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire. Parallel wurde Libra-Chef Marcus im Bankenausschuss des US-Senats in die Mangel genommen. Als „verrückt“ bezeichneten Parlamentarier die Idee.

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Taucher filmten Lungenqualle von gewaltiger Größe

Video: Das selten große Exemplar einer Lungenquallen kam den Forschern vor der Küste von Cornwall vor die Linse. BBC News

Normalerweise wird Rhizostoma pulmo allenfalls halb so groß. Das nun im Ärmelkanal beobachtete Tier hatte die Ausmaße eines erwachsenen Menschen

derStandard.at

Schon durchschnittlich große Lungenquallen (Rhizostoma pulmo) bieten mit ihren annähernd einen Meter durchmessenden Schirmen einen beeindruckenden Anblick. Doch jenes Individuum, das die Biologin Lizzie Daly und der Kameramann Dan Abbott kürzlich vor der Küste von Falmouth in der englischen Grafschaft Cornwall beobachten konnten, überbietet alles, was man bisher von dieser Spezies kennt: Das gewaltige Exemplar war praktisch so groß wie ein erwachsener Mensch.

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Deutschland wuchs 2018 um 400.000 Menschen

Einreise nach Deutschland Foto: picture alliance / Matthias Balk

Deutschland bleibt attraktiv für Zuwanderer: Auch im vergangenen Jahr sind mehr Menschen nach Deutschland gezogen als abgewandert. Bei den innerdeutschen Umzügen profitiert Brandenburg.

DER TAGESSPIEGEL

Im vergangenen Jahr sind 400.000 Menschen mehr nach Deutschland gekommen als weggezogen. Insgesamt gab es 1,58 Millionen Zuzüge aus dem Ausland, während 1,18 Millionen Menschen ins Ausland zogen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Die sogenannte Nettozuwanderung ging damit leicht zurück – im Jahr 2017 lag sie noch bei 416.000 Menschen.

Der Wanderungsüberschuss ist den Angaben zufolge vor allem auf ausländische Zuwanderer zurückzuführen: Insgesamt 87 Prozent der Zugewanderten hatten einen ausländischen Pass. Ein Jahr zuvor waren es noch 89 Prozent.

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Neuronales Netzwerk findet eigenständig kürzeste Lösungen für Rubik’s Cube

Ein KI-System hat gelernt, den Zauberwürfel nicht nur schnell, sondern auch in einer möglichst minimalen Anzahl von Zügen zu lösen © Steve Zylius / UCI

Kult-Würfel als Intelligenztest: Forscher haben eine künstliche Intelligenz entwickelt, die den Zauberwürfel in Sekundenbruchteilen lösen kann – effektiver als jeder andere Computer zuvor. Das KI-System fand zudem in 60 Prozent der Fälle den Weg mit den wenigsten Zügen. Interessant ist diese Leistung vor allem deshalb, weil Puzzles wie der Zauberwürfel Milliarden von Zuständen und Lösungswegen haben können.

scinexx

Der Zauberwürfel – erfunden 1974 von dem ungarischen Architekten Erno Rubik – ist ein dreidimensionales Farbpuzzle. Im Prinzip geht es darum, die 26 willkürlich durcheinandergemischten Farbflächen des Würfels durch Rotation so zu ordnen, dass sich ein Würfel mit einfarbigen Seiten ergibt. In den 1980er Jahren war dieser Würfel Kult und bis heute versuchen sich Enthusiasten im immer schnelleren Lösen des Zauberwürfels zu überbieten. Computer schaffen dies mittlerweile in weniger als einer Sekunde.

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Ordensleute kritisieren Kirchenasyl-Regeln — Rückkehr zu alter Praxis?

Symbolbild Kirchenasyl © Markus Linn (KNA)

Scharfe Kritik an den neuen Regeln für das Kirchenasyl haben Ordensobere aus Würzburg gemeinsam mit Verantwortlichen der Kirchen und dem Missionsärztlichen Institut geübt. Sie fordern eine Rückkehr zu der bis Juli 2018 gültigen Praxis.

DOMRADIO.DE

In einem am Dienstag veröffentlichten Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und die Innenminister der Länder fordern sie eine Rückkehr zu der Praxis, die bis Juli 2018 sehr erfolgreich zwischen Kirchen und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) gegolten habe. Sie basiert auf einer Vereinbarung vom Februar 2015. Einen ähnlichen Brief hatten im Februar bereits Pfarrer beider Konfessionen aus der Metropolregion Nürnberg geschrieben.

Kritik üben die Würzburger Ordensleute vor allem an der Prüfung der Kirchenasylfälle aufgrund eines vorgelegten Härtefalldossiers durch die die gleiche Stelle, die zuvor die Abschiebungen der Flüchtlinge in das EU-Drittland angeordnet hätte. Dies geschehe „nach den gleichen rein formalen und juristischen Kriterien“.

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Wo Fakten nicht reichen, behilft man sich mit Andeutungen: Wie der «Spiegel» antiisraelische Verschwörungstheorien nährt

Die «Spiegel»-Zentrale an der Hamburger Ericusspitze. (Bild: Morris MacMatzen / Getty Images)

Nach einem Artikel über proisraelische Lobbyisten im Bundestag wehrt sich das deutsche Nachrichtenmagazin gegen den Vorwurf des Antisemitismus. Eine angebliche israelische Einflussnahme, die der «Spiegel» suggeriert, bleibt allerdings unbelegt.

Hansjörg Müller | Neue Zürcher Zeitung

Der «Spiegel» wehrt sich gegen den Vorwurf des Antisemitismus. Am Montag veröffentlichte das deutsche Nachrichtenmagazin auf seiner Homepage eine entsprechende, von der Chefredaktion gezeichnete Erklärung. Die Kritik hatte sich an einem Artikel entzündet, der in der Printausgabe vom vergangenen Samstag erschienen war. Darin beschäftigten sich sechs «Spiegel»-Redaktoren mit zwei Berliner Vereinen, die Einfluss auf Bundestagsabgeordnete genommen hätten.

Dies habe dazu geführt, dass der Bundestag im Mai mit einer breiten Mehrheit von CDU, CSU, SPD, FDP und Grünen die antiisraelische Boykott-Bewegung BDS («Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen») verurteilte. Der «Spiegel»-Text strotze vor «Beschuldigungen, die sich um angebliche jüdische Einflussnahmen mit Geldzahlungen drehen», erklärte Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Damit würden antisemitische Klischees bedient. Mit Paul Ziemiak, dem Generalsekretär der CDU, äusserte sich auch ein prominenter Politiker. Damit seine Partei für das Existenzrecht des jüdischen Staates eintrete, brauche es «keine angeblichen Lobbyisten», sagte er der «Bild»-Zeitung.

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Forscher: Klinikschließungen würden 80 Milliarden Euro kosten

Die Schließung einer Großzahl der Kliniken in Deutschland entsprechend einer Studie der Bertelsmann-Stiftung würde dem Krankenhausexperten Boris Augurzky zufolge mindestens 80 Milliarden Euro kosten.

evangelisch.de

„Allein Krankenhäuser schließen, hilft nicht“, sagte der Leiter des Kompetenzbereichs „Gesundheit“ am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (Essen) der „Frankfurter Rundschau“ (Mittwoch). Die benötigten Behandlungskapazitäten müssten an anderer Stelle zumindest teilweise neu aufgebaut werden. Das verschlinge eine Menge Investitionsmittel.

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Lager al-Hol: Kinder hissen IS-Flagge

Bild: ANF

Gewarnt wird vor einem „kleinen IS-Staat“ in dem Lager mit 70.000 Bewohnern, darunter auch deutsche IS-Anhänger

Thomas Pany | TELEPOLIS

Ob das Video mit der von Kindern gehissten IS-Flagge im Lager al-Hol für Tempo sorgt? Seit vielen Wochen drängt die kurdische Selbstverwaltung im Norden Syriens auf Hilfe. Die Regierungen in Europa wie auch in der Region lassen sich Zeit.

Das Lager al-Hol (öfter auch: al-Haul oder al-Hawl) in der Nähe der Stadt al-Hasaka beherbergte Ende Juni nach wie vor 70.000 Insassen, so die UN-Organisation OCHA. Ihr Lage-Bericht vom 5. Juli macht die enormen Anstrengungen deutlich, die täglich aufgebracht werden, um die Bewohner des Lagers, das ursprünglich für etwa 10.000 bis 15.000 Personen ausgelegt war, zu versorgen.

Über 7.000 Konsultationen in einer Woche wegen gesundheitlicher Probleme werden verzeichnet, eine wegen der Hitze verstärkte Verbreitung akuter Diarrhoe und influenzaähnlicher Erkrankungen und ein damit verbundener Anstieg der Morbidität. Täglich werden laut der UN-Organisationen 2.400.000 Liter Wasser herangeschafft, Trinkwasser und nicht trinkbares, teils über Lastwagen, teils über Anlagen. Diese Menge ist nicht immer möglich, wird hinzugefügt. Von Dezember 2018 bis Mai dieses Jahres seien beinahe 3 Millionen Brotlaibe verteilt worden.

Dezember letzten Jahres ging es damit los, dass sich das Lager zunehmend mit Menschen aus dem Süden Syriens füllte. Mehr als 64.000 Personen wurden zwischen Dezember 2018 und April 2019 in das Lager gebracht. Ausgelöst wurde der massive Zustrom zunächst durch Kämpfe der SDF gegen den IS in Deir e-Zour, dann durch den Kampf um die „letzte Bastion“ des IS in Baghouz, wo, wie auch hier berichtet wurde, sich sehr viel mehr IS-Anhänger befanden, als man zuvor geglaubt hatte.

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Pfarrer beim Pilgern abgestürzt und gestorben

Der österreichische Pfarrer Siegfried Gödl war mit einer sechsköpfigen Pilgerguppe auf den norditalienischen Luschariberg gewandert. Beim Abstieg ereignete sich dann das tragische Unglück.

katholisch.de

Der Pfarrer der österreichischen Pfarrei Eibiswald in der Steiermark ist am Montagnachmittag beim Pilgern ums Leben gekommen. Das teilten die Diözese Graz-Seckau und Andreas Thürschweller, der Bürgermeister von Eibiswald, mit. Demnach war der 75-jährige Pfarrer Siegfried Gödl beim Abstieg vom italienischen Berg und Wallfahrtsort Monte Lussari (1790 Meter) in den Julischen Alpen abgestürzt. Er konnte nur noch tot geborgen werden. Nach Angaben der Internetseite salzburg24.at soll er rund 300 Meter tief hinuntergefallen sein. Gödl war mit einer sechsköpfigen Pilgergruppe unterwegs.

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