Baden-Württemberg regelt islamischen Religionsunterricht neu: „An Schulen statt in Hinterhöfen“


Islamischer Religionsunterricht © Oliver Berg (dpa)

Baden-Württemberg hat ein bundesweit einmaliges Modell für islamischen Religionsunterricht sunnitischer Prägung beschlossen. Dafür soll zum 1. August eine Stiftung öffentlichen Rechts errichten werden.

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Wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach der Kabinettssitzung am Dienstag in Stuttgart erläuterte, soll die Stiftung „Sunnitischer Schulrat“ ab dem Schuljahr 2019/20 den Unterricht verantworten und organisieren. Kretschmann betonte, die religiöse Unterweisung muslimischer Kinder finde künftig an Schulen „und nicht in irgendwelchen Hinterhöfen“ statt.

Derzeit erhalten rund 6.000 Schüler an etwa 90 Schulen Baden-Württembergs muslimischen Religionsunterricht – was allerdings nur rund vier Prozent der betroffenen Schüler ausmacht. Die Stiftung ist erforderlich, weil es dem Staat bei den Muslimen an einem vergleichbaren Gegenüber wie den Kirchen fehlt. Während die Kirchen Inhalte und die Zulassung von Lehrern für den konfessionellen Religionsunterricht verantworten, konnten sich die muslimischen Verbände bislang nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Als Schulrat soll deshalb die Stiftung fungieren.

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