Libra macht Nutzer-Daten noch viel kostbarer


Mit einer eigenen Währung will Mark Zuckerberg die Welt der Bezahlsysteme aufmischen.Foto: REUTERS

Mit Libra wird Facebook bald sogar wissen, wofür die Nutzer ihr Geld ausgeben. Die Politik muss hier die Macht des Konzerns klar beschränken. Eine Analyse.

Von Oliver Voss | DER TAGESSPIEGEL

Was Facebook mit seiner geplanten Digitalwährung Libra vorhat, hat 1999 bereits der Chef eines anderen Unternehmens skizziert: Man wolle das „Microsoft der Bezahlsysteme“ und das „finanzielle Betriebssystem der Welt“ erschaffen, erklärte damals Peter Thiel. Er sprach dabei über einen Dienst namens Paypal, den er gerade auf den Markt gebracht hatte. Tatsächlich wurde Paypal zu einem der beliebtesten Bezahlsysteme im Internetzeitalter, und Thiel war später der erste große Geldgeber für Facebook. Nun soll die Vision von damals mit Libra endgültig verwirklicht werden. Es ist kein Zufall, dass David Marcus, der Leiter des Libra-Projekts, vor seinem Wechsel zu Facebook Chef von Paypal war.

Doch die weitreichenden Unternehmenspläne rufen auch zahlreiche Staaten auf den Plan. Von Donald Trump bis Olaf Scholz haben Politiker in den vergangenen Tagen ihre Bedenken geäußert. Gerade diskutieren die G7-Finanzminister bei ihrem zweitägigen Treffen in Frankreich darüber, wie man mit den Facebook-Plänen umgehen sollte. „Wir wollen nicht, dass Privatunternehmen die Möglichkeit haben, eine souveräne Währung zu schaffen“, erklärte Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire. Parallel wurde Libra-Chef Marcus im Bankenausschuss des US-Senats in die Mangel genommen. Als „verrückt“ bezeichneten Parlamentarier die Idee.

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