Hautfarben im chromatischen Geplapper

Unscheinbares Genie. Der Octopus vulgaris oder Gemeine Krake.Foto: picture alliance / dpa

Kraken sind die intelligentesten Meeresbewohner. Wie funktioniert ihr Bewusstsein? Und wie verhält es sich zu unserem? Wissenschaftsphilosoph Peter Godfrey-Smith spürt diesen Fragen nach.

Von Charlotte Szasz | DER TAGESSPIEGEL

Sie sind neugierig, abenteuerlustig und frech. Kraken passen sich schnell an neue Situationen an und haben eine rasche Auffassungsgabe. Laborsituationen jedoch sind ihnen unangenehm. Spüren sie es, beobachtet zu werden, beginnen sie selbst, ihr Gegenüber zu studieren. Sie erkennen Menschen und Situationen sogar wieder. Das geschieht nicht stets zum Vorteil der Forscher. Listig widersetzen sie sich Experimenten und bringen ganze Forschungsvorhaben zum Scheitern, indem sie Versuchslampen ausknipsen, Wissenschaftler attackieren oder einen Versuchsaufbau vernichten.

Die Intelligenz von Kraken bemisst sich nicht an der Fähigkeit, sich besonders sozial zu verhalten, wie es in der Tierpsychologie für viele andere Gattungen behauptet wird. Tatsächlich lassen sich Kraken nur mühevoll auf Reiz-Reaktions-Schemata der klassischen Konditionierung ein. Ihr Trotz veranlasste ungeduldige Forscher in der Vergangenheit oft zu qualvollen Experimenten. Sie setzten Elektroschocks ein, um Nervenströme zu messen, und Sektionen ohne Betäubung: Diese wurden erst vor wenigen Jahren verboten.

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88,50-Euro-Bußgeld für Teilnahme an „Fridays for Future“

Wenn die Kinder zur „Fridays for Future“-Demo gehen, kann es für die Eltern teuer werden. In Mannheim erhielten nun mehrere Familien einen Bußgeldbescheid: Für nur zwei Fehlstunden an einem Tag werden fast 100 Euro fällig.

DIE WELT

Wegen der Teilnahme ihrer Kinder an einer Demonstration der Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ haben vier Familien in Mannheim Bußgeldbescheide bekommen. Das zuständige Regierungspräsidium Karlsruhe bestätigte am Mittwoch, dass die Eltern jeweils 88,50 Euro zahlen sollen. Nach einem Bericht der Zeitung „Mannheimer Morgen“ geht es um das unentschuldigte Fehlen der Gymnasiasten in jeweils zwei Stunden am 24. Mai.

Einen Antrag auf Befreiung vom Unterricht hatten die Eltern nach Angaben des Regierungspräsidiums nicht gestellt. Der Klassenlehrer habe sie schriftlich darüber informiert, welche Konsequenzen ein unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht hat. Auch mit den Schülern seien mehrfach Gespräche geführt worden, teilte die Behörde unter Berufung auf Angaben der Schulleitung weiter mit.

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Dalai Lama: Der Geflüchtete, der Geflüchtete hasst

Dalai Lama in Hamburg, 1998. Foto: Jens Nagels

Der Dalai Lama hat sich dem BBC gegenüber abfällig über Refugees und Muslime geäußert: eine ganz schön schwach(sinnig)e Leistung für eine Galionsfigur des Weltfriedens.

Von Timo Al-Farooq | MiGAZIN

Schon mal einen Refugee kennengelernt, der Refugees hasst? Nein? Dann darf ich Ihnen Tenzin Gyatso vorstellen, besser bekannt als „Dalai Lama“, der exilierte, spirituelle Führer des tibetanischen Volkes. Er hat letzten Monat dem BBC ein Interview gegeben, auf das Italiens Matteo Salvini und Ungarns Victor Orbán ganz schön stolz gewesen wären.

Als er gefragt wurde, ob Geflüchteten in Europa ein dauerhaftes Bleiberecht eingeräumt werden sollte, antwortete er: „Limited number… OK. But whole Europe eventually become Muslim country? Impossible. Or African country? Also impossible.“

Kommt einem das bekannt vor? Der ach so entspannte und natürlich überhaupt nicht rassistische Buddhist, den wir aus dem islamfeindlichen Sri Lanka und dem noch islamfeindlicheren Myanmar kennen, bläst in das gleiche ausgelutschte Horn der organisierten Islamisierung Europas und des noch ausgelutschteren Kulturkampfnarrativs.

Und würde ihn bitte jemand daran erinnern, das Afrika und Europa keine Länder sind, sondern Kontinente.

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Rote Riesen vertiefen Rätsel um kosmische Expansion

Ein bestimmtes Stadium von Roten Riesensternen lässt sich als Messlatte für die kosmische Expansion nutzen. Der über sie ermittelte Wert für die Hubble-Konstante sorgt nun für Überraschung. © NASA

Zwischen den Stühlen: Astronomen haben das Tempo der kosmischen Expansion erstmals mithilfe von Roten Riesen ermittelt – und ein überraschendes Ergebnis erzielt. Denn ihr neuer Wert für die Hubble-Konstante liegt zwischen den mittels Supernovae und Cepheiden einerseits und der kosmischen Hintergrundstrahlung andererseits ermittelten Werten. Das wirft nun neue Fragen darüber auf, was hinter dieser rätselhaften Diskrepanz steckt.

scinexx

Klar ist: Unser Universum dehnt sich aus – und diese Expansion hat sich in den letzten Milliarden Jahren sogar noch beschleunigt. Doch das genaue Tempo der kosmischen Ausdehnung ist strittig – und damit auch der Wert der Hubble-Konstante – einem der Grundpfeiler unseres kosmologischen Standardmodells. „Die Hubble-Konstante ist der Parameter, der den Maßstab, die Größe und das Alter des Kosmos setzt“, erklärt Wendy Freedman von der University of Chicago.

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Ebola: Weltgesundheitsorganisation ruft internationalen Notstand aus

Rund 1.680 Menschen sind in der Demokratischen Republik Kongo an der Fieberkrankheit Ebola gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm und will Fehler wie bei der Epidemie vor fünf Jahren vermeiden

evangelisch.de

Wegen der Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Trotz intensiver Bemühungen sei die tödliche Fieberkrankheit im Nordosten des Landes nicht unter Kontrolle gebracht worden, betonte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Es sei an der Zeit, dass die Welt den Ausbruch zur Kenntnis nehme.

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Pew-Zentrum: Israel gehört global zu den religiös restriktivsten Staaten

Bild: phhesse/flickr

Wenn es um die Einschränkungen der Religionsfreiheit geht, befindet Israel sich in der Gesellschaft von Ländern wie Saudi-Arabien, Syrien oder Iran.

tachles.ch

Das geht aus dem jüngsten Bericht des Pew Research Centers hervor. Der Bericht spricht auch von der Zunahme der Restriktionen für jüdischen Praktiken in Europa, wie auch von der wachsenden Zahl der Angriffe gegen Juden. Laut Pew sind Juden 2017 in 87 Staaten belästigt worden. Das ist die dritthöchste Zahl für irgendeine Religion. Israel gehörte laut Pew zu den 20 religiös restriktivsten Staaten in der Welt. Es meldet auch das fünfthöchste Niveau «gesellschaftlicher Feindseligkeiten im Zusammenhang mit religiösen Normen», und das sechsthöchste Niveau der «interreligiösen Spannung und Gewalt» – ein schlechteres Ergebnis als Syrien.

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„Wie im Gefängnis“: Amnesty kritisiert Inhaftierung junger Migranten in den USA

Jugendliche verbringen durchschnittlich 89 Tage im Lager Homestead – REUTERS

Mehr als 2000 unbegleitete Kinder und Jugendliche würden auf der Flucht in die USA „ohne angemessene Betreuung“ in Massenquartieren eingesperrt, sagt die Menschenrechtsorganisation.

Die Presse.com

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert, dass tausende Kinder und Jugendliche auf ihrer Flucht in die USA festgenommen und „ohne angemessene Betreuung“ in Massenquartieren eingesperrt werden. In einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht fordert Amnesty, das Internierungslager Homestead zu schließen und die Bedingungen in anderen Einrichtungen genauer zu überwachen.

Konkret hat Amnesty Homestead, eine temporäre Notfalleinrichtung für unbegleitete Jugendliche in dem US-amerikanischen Bundesstaat Florida, untersucht. Die Zustände in der Einrichtung würden gegen die Menschenrechte verstoßen, heißt es in dem Bericht. Mehr als 2000 Kinder und Jugendliche würden dort „wie im Gefängnis eingesperrt“ leben.

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Heterosexuell dank Jesus: In Ecuador werden Homosexuelle in illegale «Kliniken» eingesperrt

Auch in Quito feierte die LGBT-Gemeinschaft Ende Juni an der Pride-Parade. Doch an Homosexuellen in Ecuador haftet noch immer ein starkes soziales Stigma. (Bild: Franklin Jacome / Press South / Getty)

In dem südamerikanischen Land existieren illegale Entzugskliniken, die vorgeben, Homosexuelle zu «heilen». Ein Betroffener erzählt.

Nicole Anliker | Neue Zürcher Zeitung

An einem Tag im August 2012 standen zwei Polizisten vor Walter Arroyos Haustür, um ihn abzuführen. Als Grund für die Festnahme gaben sie an, Arroyo habe es versäumt, Unterhaltszahlungen für seinen Sohn zu leisten. Arroyo glaubte, es handle sich um ein Missverständnis. Er habe gewusst, dass alle Rechnung beglichen seien, sagt der 32-Jährige heute.

Doch die Uniformierten zerrten ihn in einen Streifenwagen, fuhren in den Süden Quitos und setzten ihn vor einem Haus ab. Es war nicht angeschrieben, doch Arroyo wurde erwartet. Der junge Mann weiss noch, wie ihn zwei kräftige Männer in Empfang nahmen und in den dreistöckigen Bau brachten. Darin wohnten zwei Dutzend Männer, in Schlafsälen mit Etagenbetten. Arroyo sagt, er habe nicht verstanden, was los war – bis er in einen Raum geführt und aufgeklärt wurde: «Du bist hier, weil du schwul bist.»

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Die Mythen der Impfgegner

Bild: tagesschau.de

Unkalkulierbare Risiken, Absichten der Pharmalobby, Zweifel an der Wirkung – Impfgegner bringen zahlreiche Einwände gegen die Einführung einer Impfpflicht vor. Die WHO warnt vor Falschmeldungen.

Von Konstantin Kumpfmüller | tagesschau.de

Anlässlich des Kabinettsbeschlusses zum „Masernschutzgesetz“, das eine verpflichtende Impfung gegen Masern für bestimmte Gruppen vorsieht, werden grundlegende Vorbehalte gegen Impfungen laut. Gegner der Impfpflicht riefen zu einer Demo vor dem Bundeskanzleramt auf. Vermeintliche Argumente gegen Impfungen füllen erneut die Kommentarspalten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt indes vor Falschinformationen. Impfgegner seien zwar nur ein kleines Phänomen, meint Kate O‘ Brian, Direktorin der Impfabteilung der WHO. „Aber sie können ihre Botschaft mit den sozialen Medien heute weiter verbreiten als früher.“ Diese Botschaften schürten Ängste. In zahlreichen Ländern gingen die Impfquoten derzeit zurück.

Zweifel an der Wirksamkeit

Immer wieder wird behauptet, Masernimpfungen könnten keinen Schutz gegen die Erkrankung garantieren. Auch Geimpfte könnten an Masern erkranken. Eine Impfung sei dementsprechend sinnlos.

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Trumps Rassismus kommt bei seiner Wählerschaft an

The Squad vs Donald Trump. Bild: C-Span

Demokraten schließen ihre Reihen und verabschieden eine Resolution im Repräsentantenhaus, in der Trump verurteilt wird

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Donald Trump hat am Wochenende wieder einmal für Aufregung gesorgt, als er die vier nicht-weißen demokratischen Politikerinnen Alexandria Ocasio-Cortez, Ilhan Omar, Ayanna S. Pressley und Rashida Tlaib aufforderte, sie sollten Kritik an den USA unterlassen und möglichst schnell in ihre „gescheiterten und kriminalitätsverseuchten Heimatländer“ verschwinden. Das war auch schon deswegen daneben gegriffen, weil drei der Frauen in den USA geboren wurden und alle vier die amerikanische Staatsbürgerschaft haben. Überhaupt würden sie „Abscheuliches“ über die USA – „das größte und mächstigste Land der Welt“ – sagen, seien antiamerikanisch und anti-israelisch und noch dazu kommunistisch. Erregt könnte sich Trump auch deswegen haben, weil er in Umfragen zur Präidentschaftswahl selbst hinter Alexandria Ocasio-Cortez zurückliegt (Trump in der nationalistischen, sexistischen und rassistischen Überbietungsspirale).

Wenn Trump seinen Wahlkampfstil von 2106 noch einmal hochfährt, er hat ihn während seiner Präsidentschaft ja auch weiter praktiziert, wird er damit auch versuchen wollen, seine Wählerklientel, vorwiegend Weiße, weiße Männer mittleren Alters und Menschen mit geringerer Ausbildung, zu mobilisieren. Damit spaltet er das Land weiter und schürt Hass. Man darf aber auch davon ausgehen, dass er selbst Rassist ist und Nationalist ist, der von der Überlegenheit der amerikanischen Weißen über alle andere Ethnien und Völker ausgeht.

Bei den Republikanern scheint der Zuspruch gewachsen zu sein

Eine Umfrage von Ipsos/Reuters, für die am Montag und Dienstag 1113 erwachsene Amerikaner befragt wurden, zeigt, dass Trump jedenfalls seine Wählerschicht erreicht hat. Unter den Republikanern wuchs die Zufriedenheit mit ihm als Präsidenten um 5 Punkte auf 72 Prozent angestiegen ist (das liegt allerdings noch in der Fehlertoleranz). Unter den Unabhängigen sank die Zustimmung um 10 Punkte auf 30 Prozent ab, bei den Demokraten verlor er 2 Punkte. Insgesamt hat sich die Zufriedenheit mit seiner Amtsführung nicht verändert. 41 Prozent sind zufrieden, 55 Prozent nicht.

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Zecken als Biowaffe? Repräsentantenhaus fordert Aufklärung von Pentagon

Eine mit Blut voll gesogene Zecke: Die Tiere übertragen Borreliose. – APA/dpa/Martin Gerten

Abgeordnete wollen vom Verteidigungsministerium wissen, ob Militär-Experimente zur Verbreitung von Borreliose in den USA geführt haben.

Die Presse.com

Ist das Pentagon in Washington für die Verbreitung von Borreliose in den USA verantwortlich? Experimentierte es mit Zecken und anderen Insekten als biologische Waffen? Das will das US-Repräsentantenhaus vom Verteidigungsministerium wissen. In einem Beschluss, der vergangene Woche verabschiedet wurde, fordert die Abgeordnetenkammer den Generalinspektor des Pentagon auf, zu untersuchen, ob solche Experimente zwischen 1950 und 1975 durchgeführt wurden.

Initiator des Gesetzeszusatzes ist der Abgeordnete Chris Smith. Er habe in Büchern und Artikeln gelesen, dass in Einrichtungen der US-Regierung, unter anderem in Fort Detrick, Maryland, und New York solche Forschungen stattgefunden haben. Er fordert die Ermittler auf, die Ausmaße der Experimente zu beleuchten und, ob infizierte Zecken oder Insekten aus Laboren freigelassen wurden – unabsichtlich oder zu Forschungszwecken. Der Senat muss dem Zusatz noch zustimmen.

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Stadt Kassel ruft VGH an: Streit um Aufzug von Rechtsextremen geht in nächste Instanz

Will die Stadt Kassel auf ihrem Gebiet nicht sehen: Demonstration von Sympathisanten der Minipartei „Die Rechte“ Bild: Reuters

Die Stadt Kassel will nach dem Mord an Regierungspräsident Lübcke einen Aufzug von Rechtsextremen verhindern. Doch das Verwaltungsgericht hebt das Verbot auf. Die Polizei bereitet sich nun auf einen Großeinsatz vor.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Im Streit um das Verbot einer Demo von Rechtsextremen hat die Stadt Kassel eine Niederlage erlitten. Das Verwaltungsgericht Kassel gab einem Eilantrag statt, die Kundgebung am 20. Juli doch zuzulassen. Die gesetzlichen Voraussetzungen für ein Totalverbot lägen nicht vor, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Die Stadt will gegen die Entscheidung Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof einlegen. (Aktenzeichen am VG Kassel 6 L 1806/19.KS)

Zu der Demonstration im Zusammenhang mit dem Mord an Kassels Regierungspräsidenten hatte die rechtsextreme Kleinstpartei „Die Rechte“ aufgerufen. Ein Mitglied des Bundesvorstands hatte die Kundgebung angemeldet. „Die Rechte“ will gegen eine angebliche Instrumentalisierung des Attentats auf den CDU-Politiker protestieren, mit dem Rechte in die Nähe von Gewalt und Terror gerückt würden.

Jahrestag des Hitlerattentats

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der 45 Jahre alte Stephan E. hatte die Tat gestanden und dann sein Geständnis widerrufen.

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Das Klimabuch: Alles, was man wissen muss, in 50 Grafiken

Das Klimabuch: Alles, was man wissen muss, in 50 Grafiken

Dürre und Hitzewellen, aber auch Kälteeinbrüche, Überflutungen und Starkregen: Die Klimakrise ist zu einem globalen Thema geworden, das niemand mehr ignorieren kann.

Von Esther Gonstalla | scinexx

Gebundenes Buch, 128 Seiten
oekom verlag, 2019
Preis: € 24,00

Hier setzt »Das Klimabuch« an: Mit der Unterstützung zahlreicher Wissenschaftler hat Esther Gonstalla die komplexen Zusammenhänge und wissenschaftlichen Daten zur globalen Erwärmung zu leicht verständlichen Infografiken verarbeitet – für alle, die nicht nur begreifen, sondern auch handeln wollen.

Russland ist auch zur Lieferung von Kampfjets an die Türkei bereit

Nach der Lieferung des Luftabwehrsystems S-400 an die Türkei ist Russland auch zum Verkauf seiner Kampfflugzeuge an das Nato-Land bereit. «Aber warum denn nicht? Einen Präzedenzfall gibt es ja schon», sagte der russische Vize-Regierungschef Juri Borissow der Agentur Interfax am Mittwoch. Er lobte, dass die Türkei trotz aller Drohungen der USA beim S-400-Kauf standhaft geblieben sei.

Neue Zürcher Zeitung

Russland hatte diesen «Präzedenzfall», mit seinen Rüstungsgeschäften auf Nato-Gebiet vorzudringen, als grossen Erfolg gefeiert. Borissow reagierte damit auch auf Berichte, nach denen die Türkei wegen der Anschaffung der russischen Raketenabwehr nun von den USA nicht die Kampfjets des Typs F-35 erhalten wird.

Zugleich warf Borissow den USA vor, auch Indien vom Kauf des S-400-Systems abbringen zu wollen. Russland bietet seine Rüstungsgüter international als Alternative zu den amerikanischen Waffen an. Das S-400 konkurriert mit dem amerikanischen Patriot-System.

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Kirsten Fehrs: Kirche(evang.) muss über Missbrauch reden

Seit Jahren beschäftigt sich die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs mit sexuellem Missbrauch in der evangelischen Kirche, inzwischen ist sie schon fast das Gesicht des Themas. Der sexuelle Missbrauch müsse endlich „raus aus dem Tabu“, fordert sie. Ansonsten sei es kein Wunder, wenn bei einem Verdacht alle schweigen.

Jana-Sophie Brüntjen | evangelisch.de

Spanischer Geheimdienst kontrollierte Terrorzelle bis zu Anschlag in Barcelona

Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez und der CNI-Direktor im Hauptquartier des Geheimdienstes. Bild: Moncloa

Die Zeitung Público legt erschreckende Dokumente vor, die zeigen, dass der CNI stets mit dem Chef der Terrorzelle in Kontakt stand und die Terroristen umfangreich überwacht hat

Ralf Streck | TELEPOLIS

Die Fortsetzungsgeschichte über die Verstrickungen des spanischen Geheimdienstes CNI, der allen Hinweisen nach auch in Deutschland sehr aktiv war, erreicht nun in der Zeitung Público einen zweiten Höhepunkt. Sie veröffentlicht heute am zweiten Tag brisante Daten und Dokumente zu Anschlägen islamistischer Terroristen vor knapp zwei Jahren im katalanischen Barcelona und Cambrils. Längst war bekannt, worüber Telepolis berichtete, dass der Chef der Terrorzelle ein Geheimdienstspitzel war. Längst war auch bekannt, dass auch andere spanische Sicherheitskräfte in Kontakt mit dem Imam Abdelbaki Es Satty standen.

Nun hat legt der Journalist Carlos Enrique Bayo – hier ein sehr interessantes Interview mit ihm – das Ergebnis seiner einjährigen Recherchen vor. Er zeigt auf, wie der CNI über einen toten Briefkasten im Internet mit dem Terrorchef kommunizierte. Beide hatten Zugriff auf das Email-Konto adamperez27177@gmail.com. Kommuniziert wurde so, wie auch schon Bin Laden mit seinen Anhängern kommunizierte. Es wurden nur Online-Nachrichten im Postfach geschrieben, die aber nicht als Email verschickt, sondern dort nur als Entwürfe abgelegt wurden.

Das Email-Konto

So konnte CNI und Es Satty kommunizieren, ohne dass ein Emailverkehr entstand. „ICH SEHE, DASS DU ZUGANG HAST, DU MUSST JETZT NUR EINE NACHRICHT WIE DIESEN ENTWURF SCHREIBEN UND ICH LESE ES. JETZT KANNST DU ANFANGEN, MIR SACHEN MITZUTEILEN. DANKE MEIN FREUND“, ist in einem Screenshot aus diesem Konto vom 24. Mai zu lesen. Knapp einen Monat später, als die Vorbereitung auf ein Massaker mit zwei Transporter-Bomben auf Hochtouren liefen, fragt der Kontaktmann den Imam: „HAST DU MIR NICHTS ZU SAGEN ODER KANNST DU NICHT.“

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Europäische Kirchen und Hilfswerke mit Appell zur Seenotrettung: „Wir sehen die EU in der Verantwortung“

Die „Sea Watch 3“ im Mittelmeer © Chris Grodotzki (dpa)

Anlässlich der Tagung der EU-Innen- und Justizminister am Donnerstag haben Kirchen und Hilfswerke in Europa eine EU-Seenotrettungsmission gefordert. Wichtig sind demnach ein Notfallplan sowie die Sicherung von Menschenrechten.

DOMRADIO.DE

In einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Appell forderten die Unterzeichner zugleich ein „Ende der Kriminalisierung von Nichtregierungsorganisationen, die Menschen aus Seenot retten“. Der Appell wird getragen von allen evangelischen Entwicklungs- und humanitären Hilfswerken, die in der ACT Alliance EU zusammengeschlossen sind, sowie den Mitgliedsorganisationen der Kirchlichen Kommission für Migranten in Europa (CCME) und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), in der die protestantischen, anglikanischen und orthodoxen Kirchen Europas zusammengeschlossen sind.

Notwendig sei zudem ein „EU-Notfallplan für Bootsflüchtlinge sowie die Einstellung der Kooperationen mit Libyen und anderen Anrainerstaaten, in denen Menschenrechte nicht gesichert sind“. Ohne erweiterte Resettlement-Programme und legale Einreisewege werde das Sterben auf dem Mittelmeer kein Ende haben, sagte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt und Vorsitzende der ACT. „Wir sehen die EU in der Verantwortung, die Unantastbarkeit, Würde und das Recht auf Leben aller Menschen zu fördern, zu respektieren und zu schützen – besonders unter den dramatischen Umständen, denen Flüchtlinge und Migrierende ausgesetzt sind!“

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