216.078 Katholiken sind 2018 aus der Kirchen ausgetreten

Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Zahlen ihrer jährlichen Statistik veröffentlicht. Die alarmierende Nachricht: 2018 verließen mehr als 200.000 Gläubige die Kirche. Es war das Jahr mit den zweitmeisten Kirchenaustritten seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

katholisch.de

Die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche in Deutschland ist dramatisch angestiegen. Im Jahr 2018 haben 216.078 Gläubige vor den staatlichen Behörden ihren Austritt erklärt, teilte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Freitag in Bonn mit. Gegenüber zum Vorjahr (2017: 167.504) stiegen die Kirchenaustritte um nahezu 29 Prozent an. Die Zahl der Katholiken in Deutschland lag im vergangenen Jahr bei 23.002.128 (2017: 23.311.321). Knapp 28 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung sind damit Mitglieder der katholischen Kirche (2017: 28 Prozent).

Zweithöchste Kirchenaustrittszahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs

Die aktuellen Kirchenaustrittszahlen sind zudem die zweithöchsten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Nur 2014 traten mehr Menschen aus der Kirche aus (217.716).

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Soll Homöopathie von der Krankenkasse bezahlt werden?

Globuli, die zuckerhaltigen Kügelchen, sorgen immer wieder für Diskussionen. Foto: Getty Images/iStockphoto

Placebos auf Kosten des öffentlichen Gesundheitssystems – Frankreich und Großbritannien drehen den Geldhahn zu, in der Schweiz ist Homöopathie Teil der Grundversicherung

derStandard.at

Homöopathie ist beliebt, aber auch heftig umstritten. Der bisherige Stand der Wissenschaft lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Es gibt keine Krankheiten oder Beschwerden, bei denen Homöopathie nachweislich besser hilft als ein Scheinmedikament, sprich Placebo. Das ist auch der Grund dafür, warum in immer mehr Ländern Globuli und Co nicht mehr vom öffentlichen Gesundheitssystem bezahlt werden. In Großbritannien wurde Ende 2017 eine Leitlinie veröffentlicht, nach der homöopathische Arzneimittel nicht mehr zulasten des National Health Service (NHS) verschrieben werden dürfen.

Frankreich steuert in die gleiche Richtung: Anfang Juli 2019 gab die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn bekannt, dass die Sozialversicherung die Ausgaben für Homöopathika nicht mehr zurückerstatten wird. Die Maßnahme soll mit 1. Jänner 2021 in Kraft treten.

In Österreich werden die Kosten für homöopathische Mittel nur in Ausnahmefällen übernommen – etwa wenn alle schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind und eine homöopathische Therapie eine Verbesserung der Situation bringen kann.

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Wie kommt (so viel) Quecksilber in den arktischen Fisch?

Die Quecksilber-Belastung von Fischen aus arktischen Seen variiert stark. – (c) imago images / Nature Picture Library (Wild Wonders of Europe / Lundgren via http://www.imago-images.de)

Die Quecksilber-Konzentration von Fischen im Norden Kanadas unterscheiden sich teilweise um das Neunfache voneinander. Die Gründe sind noch unklar, der Klimawandel spielt aber jedenfalls eine Rolle.

Die Presse.com

Die Quecksilber-Belastung von Fischen aus arktischen Seen variiert stark. So wiesen Fische aus sechs Seen im hohen Norden Kanadas je nach Gewässer sehr unterschiedliche Quecksilber-Konzentrationen auf, die sich teilweise um das Neunfache unterschieden, berichtet ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung im Fachjournal „Science of the Total Environment“.

Günter Köck vom Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat mit Kollegen in einer Anfang des Jahres veröffentlichten Studie nachgewiesen, dass Fische aus arktischen Seen stark mit Quecksilber belastet sind. Bei einem Fünftel der untersuchten Seesaiblings-Populationen vor allem aus Seen in Kanada und Grönland wurden jene Quecksilber-Werte überschritten, bei denen negative Effekte etwa auf die Fortpflanzung auftreten.

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Die in Italien gefundene Lenkrakete war 1994 von Katar an Spanien verkauft worden

Foto der Polizei in Turin

Wie die Rakete in die Hände der Rechtsextremen gekommen ist, bleibt unklar, Salvini versucht, den Fund in den Kontext einer Anschlagsdrohung gegen ihn zu stellen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Noch ist unbekannt, wie die drei am Montag in Italien festgenommenen Rechtsextremen an die Luft-Luft-Lenkrakete Matra Super 530F gekommen sind und wer daran interessiert sein könnte oder gewesen war (Wie Medien Falsches berichten, weil es ins Narrativ passt). Nach Angaben von La Repubblica sei ein „Funktionär eines ausländischen Staates“ interessiert gewesen.

Es könnten auch Sammler sein. So hatte 2013 ein Schweizer Waffennarr drei Matra 530 aus Katar erworben, offenbar legal. Die Rakete, die speziell für die Mirage F1 entwickelt wurde und 1980 auf den Markt kam, dürfte kaum mehr von einer Luftwaffe gebraucht werden, da kaum noch Mirage F1 in Gebrauch sind. Es könnte in der Mittelmeerregion noch in Libyen, Marokko, oder Iran noch einsatzfähige F1 geben.

Auch nicht klar ist, ob die drei selbst in der Ukraine gegen die Separatisten gekämpft hatten oder nur im Rahmen von Ermittlungen gegen rechtsextreme Kämpfer im Netz hängenblieben. Angeblich haben Festnahme und die Beschlagnahmung der immerhin 250 kg schweren und nach der Polizei auch funktionsfähigen Rakete nichts mit der Ukraine zu tun. Sie waren erfolgt, nachdem Fabio Del Bergiolo, Ex-Zollbeamter und Anhänger von Forza Nuova, diese auf WhatsApp für 470.000 zum Verkauf angeboten hatte.

Innenminister Matteo Salvini erklärte am Dienstag, die Polizei sei den Neonazis durch einen Hinweis auf einen angeblich auf ihn geplanten Anschlag auf die Spur gekommen. Dank der Sicherheitskräfte werde er weiter ohne Angst voranschreiten: „Beleidigungen und Drohungen geben mir nur mehr Kraft!“

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Erster flüssiger Dauermagnet erzeugt

Diese Tropfen mit eisenhaltigen Nanopartikeln bilden die Basis für den ersten flüssigen Dauermagneten. © Xubo Liu

Spannender Durchbruch: Forscher haben erstmals eine eisenhaltige Flüssigkeit in einen echten Permanent-Magneten umgewandelt – etwas, das bislang als unmöglich galt. Der neue Flüssigmagnet ist auch dann noch magnetisch, wenn kein äußeres Magnetfeld anliegt. Dieser Durchbruch eröffnet ein ganz neues Forschungsfeld und könnte zahlreiche Anwendungen finden, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Bisher schien die Sache klar: Nur Feststoffe können echte Dauermagneten sein – Materialien, die auch ohne äußeres Magnetfeld magnetisch reagieren. Erst ihre geordnete Struktur sorgt dafür, dass die einheitlich ausgerichteten Atomspins in ihrer Position bleiben. Anders ist dies bei eisenhaltigen Flüssigkeiten: Weil sich in solchen Ferrofluiden die Atome und Moleküle ungeordnet umherbewegen, behalten sie ihre Magnetisierung nur solange, wie ein äußeres Magnetfeld anliegt – so jedenfalls die gängige Lehrmeinung.

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US-Regierung will Allianz für Religonsfreiheit gründen

US-Außenminister Mike Pompeo hat die Gründung einer internationalen Allianz für Religionsfreiheit angekündigt. Das erste internationale Bündnis diese Art solle gleichgesinnte Nationen zusammenbringen, sagte Pompeo am Donnerstag (Ortszeit) zum Abschluss einer dreitägigen Konferenz in Washington zur Förderung der Religionsfreiheit.

evangelisch.de

Mehr als 1.000 Regierungsvertreter und Delegierte aus 106 Nationen hatten an der Konferenz teilgenommen.

Pompeo betonte, der Regierung von Präsident Donald Trump sei Religionsfreiheit ein großes Anliegen. Das Außenministerium habe 2018 eine Hilfsstiftung ins Leben gerufen, um Opfern religiöser Unterdrückung schnell beizustehen. Alle 12.000 Mitarbeiter seines Ministeriums müssten an Kursen teilnehmen, um religiöse Diskriminierung zu erkennen.

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Trickserei mit Menschenrechten: Von „Bald-Erfüllern“ und „Fast-Erfüllern“

Bild: tagesschau.de

Das Wirtschaftsministerium sperrt sich offenbar gegen ein Gesetz, das Unternehmen verpflichten würde, auf die Einhaltung von Menschenrechten zu achten. Das zeigen Recherchen des ARD-Politikmagazins Monitor.

Von Golineh Atai, Andreas Maus | tagesschau.de

Gute Absichten, kaum Wirkung: In den vergangenen Jahren haben sich große deutsche Unternehmen immer wieder zu den Menschenrechten bekannt und sich freiwillig ethische Verhaltensregeln auferlegt.

„Dennoch importieren einige dieser Unternehmen immer noch westafrikanischen Kakao aus Kinderarbeit, kolumbianische Steinkohle aus menschenrechtlich desaströsen Minen – oder sie exportieren giftige, in der EU längst verbotene Pestizide“, beobachtet Armin Paasch, Referent für Wirtschaft und Menschenrechte beim katholischen Hilfswerk Misereor.

Wirtschaftsministerium blockiert Gesetz

Die Bundesregierung hatte deswegen in ihrer Koalitionsvereinbarung beschlossen, die Sorgfaltspflichten und die Haftung der Unternehmen notfalls per Gesetz zu regeln. Doch ein solches Gesetz rückt nun weiter in die Ferne. Grund ist die Intervention des Bundeswirtschaftsministeriums, das strengere Maßnahmen gegen Unternehmen unter allen Umständen vermeiden will.

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Islamismus-Vorwürfe gegen den Adorno-Imam

Die Ahmadiyya-Gemeinde hat in Deutschland rund 40.000 Mitglieder. Hier ein Bild aus Karlsruhe aus dem dem Jahr 2015 Quelle: picture alliance / dpa

Wegen eines Vortrags auf ihrer Jahresversammlung steht die sich liberal gebende Ahmadiyya-Gemeinde plötzlich unter Extremismusverdacht. Ein Islamwissenschaftler fühlt sich sogar an die IS-Terrororganisation erinnert.

Von Martin Niewendick | DIE WELT

Iftekhar Ahmed fühlt sich missverstanden. Seit Kurzem steht der 32-jährige Imam für eine Rede in der Kritik, die er bei der Jahreskonferenz der deutschen Ahmadiyya-Gemeinschaft Anfang des Monats in Karlsruhe gehalten hat. Er sei ein Extremist, der die Werte der Aufklärung verdamme und einen fundamentalistischen Islam predige – und das Ganze als Vertreter einer Gemeinschaft, die sich öffentlich einen liberalen und reformorientierten Anstrich gebe. So und so ähnlich lauten die unzähligen Vorwürfe, mit denen sich der stämmige Mann mit dunklem Vollbart derzeit konfrontiert sieht.

In seinem halbstündigen Vortrag vor Tausenden Ahmadiyya-Anhängern in Karlsruhe hatte Ahmed Sätze gesagt, die seitdem als Videoschnipsel im Netz kursieren und für Entrüstung sorgen. „Im westlich-säkularen Denken wurde an die Stelle von Gott die Vernunft gesetzt“, sagt er etwa. „Diese Absolutsetzung der Vernunft ist nicht mit dem Islam in Einklang zu bringen. In dieser Hinsicht ist die erkenntnistheoretische Position des Islam sehr klar. Und diese steht der westlich-säkularen Position diametral entgegen.“

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Antidepressiva: Sie wirken laut einer Studie kaum besser als Placebos, dennoch werden sie massenweise verschrieben

In einer psychischen Krise verschiebt sich der Blick aufs Leben. (Bild: Annick Ramp / NZZ)

Eine grosse Metaanalyse stellt den Medikamenten gegen Depression ein schlechtes Zeugnis aus. Was bedeutet das für Ärzte und Patienten?

Lena Stallmach | Neue Zürcher Zeitung

«Ohne Medikamente hätte ich es nicht geschafft», solche Aussagen hört man häufig von Menschen, die eine schwere Depression oder ein Burnout überwunden haben. Viele Patienten und Ärzte sind überzeugt von der Wirkung der Antidepressiva. Doch steht diese Wahrnehmung nicht im Einklang mit dem, was Forscher in einer grossen Übersichtsarbeit kürzlich gezeigt haben. Demnach wirken die Medikamente nicht viel besser als Placebopillen.1 Sollten Ärzte und Patienten also auf Antidepressiva verzichten, weil sie gar nicht wirken?

Seit Jahren wogt eine Diskussion über die Wirkung von Antidepressiva hin und her. Doch diese Metaanalyse hat Gewicht, denn sie wurde von Forschern aus dem renommierten Cochrane-Netzwerk durchgeführt. Ziel dieser Kollaboration ist es, sorgfältige Übersichtsarbeiten zur Bewertung von medizinischen Therapien zu liefern. Die Forscher berücksichtigen dabei nicht nur publizierte Studien, sondern sie tragen auch Daten aus unpublizierten Untersuchungen zusammen. Das ergibt ein repräsentativeres Bild, denn oft werden negative Resultate nicht publiziert.

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EU-Innenminister: Verhärtete Fronten bei den Mittelmeer-Migranten

Grafik: TP

Die große Crux bei der Übergangsregelung bleibt die Frage nach einem Anlandungshafen. Auch über Kontingent-Lösungen wird gestritten, weil sie „falsche Signale“ geben könnten

Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Verhandlungen der EU-Innenminister in Helsinki darüber, wie man besser mit aus Seenot geretteten Migranten im Mittelmeer umgeht, gestalten sich, wie erwartet, schwierig. Der deutsche Außenminister Maas hatte am Wochenende mit einer deutschen Initiative aufhorchen lassen, die ein rascheres und menschlicheres Vorgehen zum Ziel hatte.

Das „unwürdige Geschachere um Menschenleben“ könne nicht die Lösung sein, sagte der SPD-Politiker, der ein „Bündnis der Hilfsbereiten“ anstrebt und dafür einen substantiellen Beitrag Deutschlands zur Verteilung in Aussicht stellte (Seenotrettung im Mittelmeer: Maas für Vorreiterrolle Deutschlands).

Maas setzte darauf, dass die EU-Minister in Helsinki bei ihren zweitätigen informellen Treffen einen „entscheidenden Schritt“ vorankommen. Nach dem ersten Tag sieht es nicht danach aus. Als „traurig“ bezeichnete der Luxemburger Jean Asselborn den Zwischenstand zu den Verhandlungen über eine Übergangsregelung.

Er kommt auf sieben Länder, die bei der „von Deutschland und Frankreich vorangetriebenen Initiative“ mitzumachen bereit wären: Portugal, Finnland und Luxemburg hätten grundsätzliche Unterstützung zugesagt, „drei bis vier Länder“, deren Vertreter erst heute zum Treffen hinzustoßen, könnten sich den Unterstützern noch anschließen.

Aus Italien gab es Signale, dass man dort ebenfalls Hoffnungen auf eine neue Regelung setzt. Da sich Italien, wenn auch erst nach Verhandlungen mit anderen EU-Ländern, die Rom, wie behauptet wird, häufig hinauszögerte, in den allermeisten Fällen dazu bereit erklärte, einen Teil der aus Seenot Geretteten Migranten aufzunehmen, gab es ein gewisse Zuversicht. Möglicherweise gibt es doch einen Verhandlungsspielraum für eine grundsätzliche Einigung?

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Cern liefert neue Ergebnisse zum Higgs-Boson

Kandidaten für das Higgs-Boson, die Atlas-Experimenten am Cern entstammen. Das schwer fassbare Boson zerfällt rasch in zwei Elektronen (grün) und zwei Myonen (rot).Illustr.: ATLAS/CMS/CERN

Jenes Teilchen, das Materie Masse verleiht, steht nach wie vor im Visier von Partikelphysikern. Kommende Upgrades am Cern könnten weitere Ergebnisse liefern

derStandard.at

Dass Elementarteilchen eine Masse besitzen, ist unter anderem dem sogenannten Higgs-Teilchen zu verdanken, benannt nach dem britischen Physiker Peter Higgs. Nach dessen Theorie, die er bereits in den 1960er-Jahren skizzierte, erhalten Teilchen (außer dem Higgs-Boson selbst) ihre Masse durch die Wechselwirkung mit dem allgegenwärtigen Higgs-Feld.

Seit dem Nachweis dieses Partikels am Kernforschungszentrum Cern bei Genf vor rund sieben Jahren, der Peter Higgs den verdienten Nobelpreis bescherte, werden diese merkwürdigen Wechselwirkungen intensiv erforscht. Dank höherer Energien im Teilchenbeschleuniger und noch mehr Teilchenkollisionen konnten Cern-Forscher die Eigenschaften des Higgs-Teilchens mittlerweile genauer ergründen als je zuvor. Von den aktuellen Ergebnissen berichteten sie nun bei einer Konferenz in Belgien.

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Misstrauen gegenüber Helfern erschwert Kampf gegen Ebola im Kongo

Ein Motorradtaxifahrer lässt seine Hände bei einer Ebola-Screening-Station auf einer in die Grenzstadt Goma führenden Straße reinigen.Foto: AFP / John Wessels

Ein Ebola-Toter in einer Grenzstadt des Kongo ließ die Weltgesundheitsorganisation den globalen Gesundheitsnotstand ausrufen

Johannes Dieterich | derStandard.at

Nach langem Zögern hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwochabend die seit einem Jahr in der Demokratischen Republik Kongo kursierende Ebola-Epidemie zu einem „medizinischen Notfall mit internationaler Bedeutung“ erklärt. Zuvor hatte sich die Gesundheitsbehörde mehrmals gegen einen solchen Schritt entschieden – aus Furcht, mögliche Konsequenzen wie die Schließung der Landesgrenzen und die Unterbrechung des Flugverkehrs könnten die Not der örtlichen Bevölkerung noch weiter verschlimmern.

Es ist erst das vierte Mal seit der Einführung neuer WHO-Regeln im Jahr 2005, dass sich die Behörde zu einer derartigen Entscheidung gezwungen sieht (siehe Wissen unten). Es sei höchste Zeit, dass die Welt der Lage im Nordosten des Kongos größere Bedeutung zukommen lasse, begründete WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus den Schritt: Ein Jahr nach Ausbruch der Epidemie wachse die Gefahr, dass sich die Seuche noch weiter ausbreite, auch auf Nachbarstaaten.

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Energie aus dem Knie

Ein biomechanischer Energiesammler erzeugt Strom aus der Kniebewegung beim Gehen und Laufen. © Yuri Arcurs/ iStock

Strom zum Selbermachen: Forscher haben einen „Energiesammler“ entwickelt, der Strom aus der normalen Gehbewegung erzeugt. Dafür muss nur ein dünner Streifen aus speziellem Verbundmaterial seitlich am Knie befestigt werden. Das wechselnde Verbiegen und Entspannen des Streifens produziert dann bis zu 1,6 Milliwatt Strom – ohne dass das Gehen beeinträchtigt wird oder mehr Kraft erforderlich ist, wie erste Tests belegen.

scinexx

Ob Strom aus dem eigenen Schweiß, aus Solarzellen im T-Shirt oder aus der Körperbewegung – Forscher haben inzwischen einige neue Ideen zur tragbaren Energiegewinnnung entwickelt. Diese Technologien sollen künftig kleine Geräte wie Handys, MP3-Player oder Sensor-Armbänder unterwegs mit Strom versorgen und Akkus überflüssig machen. Möglich wird dies durch flexible Elektronik, aber auch durch Materialien, die bei Verformung oder Reibung Strom erzeugen können.

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Mannheim hebt Bußgeld gegen streikende Schüler wieder auf

Die Bußgelder gegen Schüler aus Mannheim, die an „Fridays for Future“- Protesten teilnahmen, sind nun doch vom Tisch.Foto: Georg Wendt/dpa

Rolle rückwärts: Die Stadt Mannheim verzichtet nun doch auf Bußgelder gegen streikende Schüler. Der Grund: Die Schule soll andere Erziehungsmaßnahmen ergreifen.

DER TAGESSPIEGEL

Die Stadt Mannheim hat vier Bußgeldbescheide gegen Schüler wieder aufgehoben, die während der Schulzeit zu „Fridays for Future“-Protesten gegangen waren. Die Schule hätte andere Maßnahmen als die Bußgelder ergreifen können, wie es in einer Mitteilung der Stadt hieß. Das habe eine erneute Prüfung ergeben.

Die Stadt wies darauf hin, dass sie sich jährlich mit rund 300 Bußgeldverfahren wegen Schulschwänzens befasse. Deshalb sei die „Besonderheit“ der klimastreikenden Schüler im Vergleich zum klassischen Schulschwänzen bei der Prüfung zunächst nicht aufgefallen. Die Betroffenen hätten allerdings auch keinen Gebrauch von ihrem Recht gemacht, sich zum Sachverhalt zu äußern. Nach der Aufhebung müssen die betroffenen Familien nun doch nicht die 88,50 Euro zahlen.

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Israelische Archäologen entdecken 1200 Jahre alte Moschee in der Negev-Wüste

Die Moschee mit einer runden Gebetsnische sei vermutlich von den Bauern in der Region genutzt worden, sagten die Archäologen. (Bild: Anat Rausiuk / Handout / Epa)

Israelische Archäologen haben laut eigenen Angaben die Überreste einer mindestens 1200 Jahre alten Moschee in der Negev-Wüste im Süden des Landes entdeckt. «Eine kleine, städtische Moschee – datiert ins 7. oder 8. Jahrhundert – ist ein seltener Fund auf der ganzen Welt, besonders aber in dem Gebiet nördlich von Beerscheva», teilten die Ausgrabungsdirektoren, Jon Seligman und Shahar Zur, für die israelische Altertumsbehörde am Donnerstag mit. Kein vergleichbares Gebäude sei in dem Gebiet bisher entdeckt worden.

Neue Zürcher Zeitung

Die Überreste der Moschee wurden in der Beduinenstadt Rahat gefunden. Die rechteckige, nach oben offene Moschee mit einer runden Gebetsnische sei vermutlich von den Bauern in dem Gebiet genutzt worden, hiess es von den Archäologen. Das Gebäude sei in Richtung Mekka ausgerichtet gewesen.

Während der Ausgrabungen seien zudem ein Bauernhof aus dem 6. oder 7. Jahrhundert entdeckt worden sowie eine kleine Siedlung aus dem 7. oder 8. Jahrhundert. Diese habe aus Häusern mit Wohnzimmern, Innenhöfen, Lagerräumen und Feuerstätten für die Essenszubereitung bestanden.

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Katholische Iraker in den USA fühlen sich von Trump geprellt

Bild: FB

Die drohende Abschiebung irakischer Katholiken aus den USA wirft einen Schatten auf die Washingtoner internationale Konferenz zu Religionsfreiheit. Wie die Zeitung „Guardian“ berichtet, gerät der Gastgeber der Konferenz selbst in die Kritik.

DOMRADIO.DE

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump wolle 1.400 chaldäische Christen ausweisen, die als Flüchtlinge in die USA gekommen seien. Sie lebten überwiegend in Detroit, der derzeit größten chaldäischen Gemeinde weltweit außerhalb des Irak.

Die Trump-Regierung hat laut dem Bericht bereits 100 katholische Iraker abgeschoben. Die Heimatschutzbehörde erklärte, es handele sich dabei um straffällig gewordene Personen. Dem widerspricht die Bürgerrechtsbewegung ACLU und bezieht sich auf interne Mails der Einwanderungspolizei. Die ACLU vertritt zahlreiche Iraker in Ausweisungsverfahren.

Mehr als die Hälfte nicht straffällig geworden

Nach ihren Angaben sind von den 1.400 irakischen Staatsangehörigen mit endgültigen Abschiebeverfügungen mehr als die Hälfte nicht straffällig geworden. Andere hätten ein Vorstrafenregister, das zum Teil Jahrzehnte zurückreiche. Die ACLU fordert für irakische Staatsangehörige neue Anhörungen vor Einwanderungsrichtern; eine Rückkehr in den Irak sei viel gefährlicher als noch vor wenigen Jahren.

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Opioidkrise in den USA : Bis zu 200 Tabletten pro Person und Jahr

Öfter verschrieben worden als vermutet: opioidhaltige Schmerzmittel wie Oxycodon Bild: AP

Neue Daten belegen, dass in den Vereinigten Staaten noch mehr opioidhaltige Schmerzmittel verschrieben wurden als bislang vermutet. Die Freigabe der Daten hatte die „Washington Post“ vor Gericht erstritten.

Von Christiane Heil | Frankfurter Allgemeine Zeitung

In den Vereinigten Staaten sind in den Jahren 2006 bis 2012 mehr opioidhaltige Schmerzmittel wie Oxycodon und Hydrocodon verschrieben worden als bislang vermutet. Nach jetzt veröffentlichten Daten der Drogenvollzugsbehörde (DEA) des Justizministeriums in Washington konsumierten Amerikaner in sechs Jahren etwa 76 Milliarden der Tabletten. Nach Angaben der „Washington Post“, die die Freigabe der Daten vor Gericht erstritten hatte, nahm jeder Bewohner der Vereinigten Staaten jährlich durchschnittlich 36 der wegen hoher Suchtgefahr in Verruf geratenen Medikamente.

Wie der größte bekannte Datensatz zu dem Thema zeigt, zieht sich die sogenannte Opioidkrise fast durch das ganze Land. „Die Epidemie kennt keine Grenzen, Sie hat sich überall ausgebreitet“, sagte Scott Higham, ein Reporter der „Washington Post“, dem Radiosender NPR am Mittwoch. Nach Schätzungen der Zentren für Gesundheitskontrolle und Prävention (CDC) starben allein im Jahr 2017 mehr als 72.000 Amerikaner durch Überdosen. Mehr als zwei Drittel von ihnen hatten Opioide konsumiert.

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Theologe Seewald: „Synodaler Weg“ kann Kirche nicht befrieden

Bild: © privat

Der „synodale Weg“ sei lediglich eine Maßnahme, um „Druck aus dem Kessel zu nehmen“ – wirkliche Reformen werde er nicht hervorbringen: Davon ist der Münsteraner Dogmatiker Michael Seewald überzeugt.

katholisch.de

Der Münsteraner Theologe und Dogmatiker Michael Seewald glaubt nicht, dass die aktuelle Reformdebatte zu konkreten Veränderungen in der katholischen Kirche führen wird. Im Deutschlandfunk sagte er am Donnerstag, er könne sich kaum vorstellen, dass aus dem von den Bischöfen beschlossenen „verbindlichen synodalen Weg“ so konkrete Ergebnisse herauskommen, dass es „tatsächlich dauerhaft gelingt, die Kirche in Deutschland zu befrieden“.

Die Bischöfe wollen zusammen mit Laien und externen Fachleuten Positionen zu wichtigen Fragen klären. Dabei soll es vor allem um die Themen Macht, kirchliche Sexualmoral, Lebensform der Priester und Frauen in der Kirche gehen. Ende Juni hatte Papst Franziskus einen Brief an „An das pilgernde Volk in Deutschland“ verfasst, in dem er den deutschen Katholiken seine Unterstützung beim „synodalen Weg“ zusagt. Gleichzeitig appellierte er, bei den Gesprächen die Einheit mit der Weltkirche nicht aus dem Blick zu verlieren.

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