
Wie die Rakete in die Hände der Rechtsextremen gekommen ist, bleibt unklar, Salvini versucht, den Fund in den Kontext einer Anschlagsdrohung gegen ihn zu stellen
Florian Rötzer | TELEPOLIS
Noch ist unbekannt, wie die drei am Montag in Italien festgenommenen Rechtsextremen an die Luft-Luft-Lenkrakete Matra Super 530F gekommen sind und wer daran interessiert sein könnte oder gewesen war (Wie Medien Falsches berichten, weil es ins Narrativ passt). Nach Angaben von La Repubblica sei ein „Funktionär eines ausländischen Staates“ interessiert gewesen.
Es könnten auch Sammler sein. So hatte 2013 ein Schweizer Waffennarr drei Matra 530 aus Katar erworben, offenbar legal. Die Rakete, die speziell für die Mirage F1 entwickelt wurde und 1980 auf den Markt kam, dürfte kaum mehr von einer Luftwaffe gebraucht werden, da kaum noch Mirage F1 in Gebrauch sind. Es könnte in der Mittelmeerregion noch in Libyen, Marokko, oder Iran noch einsatzfähige F1 geben.
Auch nicht klar ist, ob die drei selbst in der Ukraine gegen die Separatisten gekämpft hatten oder nur im Rahmen von Ermittlungen gegen rechtsextreme Kämpfer im Netz hängenblieben. Angeblich haben Festnahme und die Beschlagnahmung der immerhin 250 kg schweren und nach der Polizei auch funktionsfähigen Rakete nichts mit der Ukraine zu tun. Sie waren erfolgt, nachdem Fabio Del Bergiolo, Ex-Zollbeamter und Anhänger von Forza Nuova, diese auf WhatsApp für 470.000 zum Verkauf angeboten hatte.
Innenminister Matteo Salvini erklärte am Dienstag, die Polizei sei den Neonazis durch einen Hinweis auf einen angeblich auf ihn geplanten Anschlag auf die Spur gekommen. Dank der Sicherheitskräfte werde er weiter ohne Angst voranschreiten: „Beleidigungen und Drohungen geben mir nur mehr Kraft!“