Islamismus-Vorwürfe gegen den Adorno-Imam


Die Ahmadiyya-Gemeinde hat in Deutschland rund 40.000 Mitglieder. Hier ein Bild aus Karlsruhe aus dem dem Jahr 2015 Quelle: picture alliance / dpa

Wegen eines Vortrags auf ihrer Jahresversammlung steht die sich liberal gebende Ahmadiyya-Gemeinde plötzlich unter Extremismusverdacht. Ein Islamwissenschaftler fühlt sich sogar an die IS-Terrororganisation erinnert.

Von Martin Niewendick | DIE WELT

Iftekhar Ahmed fühlt sich missverstanden. Seit Kurzem steht der 32-jährige Imam für eine Rede in der Kritik, die er bei der Jahreskonferenz der deutschen Ahmadiyya-Gemeinschaft Anfang des Monats in Karlsruhe gehalten hat. Er sei ein Extremist, der die Werte der Aufklärung verdamme und einen fundamentalistischen Islam predige – und das Ganze als Vertreter einer Gemeinschaft, die sich öffentlich einen liberalen und reformorientierten Anstrich gebe. So und so ähnlich lauten die unzähligen Vorwürfe, mit denen sich der stämmige Mann mit dunklem Vollbart derzeit konfrontiert sieht.

In seinem halbstündigen Vortrag vor Tausenden Ahmadiyya-Anhängern in Karlsruhe hatte Ahmed Sätze gesagt, die seitdem als Videoschnipsel im Netz kursieren und für Entrüstung sorgen. „Im westlich-säkularen Denken wurde an die Stelle von Gott die Vernunft gesetzt“, sagt er etwa. „Diese Absolutsetzung der Vernunft ist nicht mit dem Islam in Einklang zu bringen. In dieser Hinsicht ist die erkenntnistheoretische Position des Islam sehr klar. Und diese steht der westlich-säkularen Position diametral entgegen.“

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