Schwedische Justiz zeigt sich gegenüber amerikanischem Druck unbeirrt


ASAP Rocky (März 2019). Bild: Daniel Benavides/CC BY-SA-2.0

Der wegen einer Prügelei der Körperverletzung beschuldigte Rapper ASAP Rocky muss vorerst weiter in Untersuchungshaft bleiben

Jens Mattern | TELEPOLIS

Der US-Rapper ASAP Rocky, der am 30. Juni in Stockholm in eine Schlägerei verwickelt war, muss „wegen Fluchtgefahr“ weiterhin in der Stockholmer Vollzugsanstalt Kronoberg in Untersuchungshaft bleiben, so ein Beschluss des „Tingsrätt“, dem zuständigen Amtsgericht. Somit zeigte sich die schwedische Justiz nach außen hin unbeirrt gegenüber dem Druck, der aus Hollywood und Washington ausgeübt wurde.

Der zuständige Staatsanwalt Daniel Suneson hatte bereits am Freitagmorgen dafür plädiert, die Untersuchungshaft bis zum 25. Juli zu verlängern, um eine mögliche Anklage besser vorzubereiten. In der kommenden Woche soll dann entschieden werden, ob gegen den US-Bürger Anklage wegen Körperverletzung erhoben werden soll.

Slobodan Jovicic, Anwalt des Musikers, erklärte nach der Entscheidung des Gerichts: „Tief in meinem Herzen bin ich davon überzeugt, dass es sehr ungerecht ist, dass mein Klient inhaftiert ist.“ Eine Fluchtgefahr sei aufgrund der vielen Geschäftsbeziehungen des Musikers in Europa nicht gegeben.

Die Geschichte der U-Haft des Musikers ist auch die Geschichte eines öffentlichen Drucks der USA auf das skandinavische Land, dessen Probleme mit Migranten von Donald Trump mehrfach plakativ aufgegriffen wurden (Trump verursacht Image-Problem für Schweden.

Wie ein Video der amerikanischen Klatsch-Webseite TMZ am 1. Juli zeigte, schlugen Rakim Mayers, wie der Rapper bürgerlich heißt, und zwei Begleiter auf einen Mann ein. Der Musiker lud jedoch tags darauf ein weiteres Video hoch, bei dem deutlich wird, dass die Amerikaner von dem späteren Opfer und einem Begleiter mehrfach bedrängt wurden.

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