Die verflixte Hubble-Konstante führt Astronomen an der Nase herum


Der Rote Riese Camelopardalis stösst seine Gashülle ab, nachdem das Helium in seinem Inneren zu fusionieren begonnen hat. (Bild: ESA, Nasa)

Die gemessene Expansionsrate des heutigen Universums ist grösser, als es Extrapolationen erwarten lassen. Eine Gruppe von Astronomen hat jetzt untersucht, ob das an der Messmethode liegen könnte. Ihre Antwort lautet: Jein.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Einem Astronomen muss man nicht erklären, wer Wendy Freedman ist. Die kanadisch-amerikanische Forscherin hatte in den 1990er Jahren mit dem Hubble-Teleskop die Entfernung zu 24 Galaxien gemessen und auf dieser Grundlage einen relativ genauen Wert für die sogenannte Hubble-Konstante ermittelt. Mit dieser Messung beendete Freedman im Jahr 2001 einen jahrzehntelangen Streit darüber, wie schnell das heutige Universum expandiert. Inzwischen gibt es allerdings eine neue Kontroverse um die Hubble-Konstante. Denn die von Freedman und anderen Forschern gemessene Expansionsrate verträgt sich nicht mit der extrapolierten Entwicklung des Universums.

Jetzt meldet sich Freedman erneut zu Wort. In einer Arbeit, die demnächst im «Astrophysical Journal» erscheinen wird, hat eine von ihr geleitete Arbeitsgruppe einen anderen Weg eingeschlagen als vor zwanzig Jahren, um die Expansionsrate des Universums mit dem Hubble-Teleskop zu messen. Das Ergebnis sorgt für Ratlosigkeit. Denn es fällt gewissermassen zwischen Stuhl und Bank.

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