Der Erdkern ist „undicht“

Seit 2,5 Milliarden Jahren tritt Kernmaterial in den Erdmantel über, wie nun eine Isotopenstudie nahelegt. © Johannes Gerhardus Swanepoel/ thinkstock

Schleichende Diffusion: Der Erdkern ist offenbar seit rund 2,5 Milliarden Jahren undicht – seither tritt ständig Kernmaterial in den Erdmantel aus. Forscher haben diese „Leckage“ nun anhand veränderter Anteile von Wolfram-Isotopen im Mantelgestein aufgespürt. Die Analysen belegen aber auch, dass der Erdkern in der Frühzeit des Planeten noch dicht war. Das Leck muss demnach durch einen danach einsetzenden Prozess entstanden sein, so die Wissenschaftler.

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Der Erdkern ist ein ebenso prägender wie rätselhafter Bestandteil unseres Planeten. Erst durch seine Kombination aus festem und flüssigem Eisen bekommt die Erde ihr Magnetfeld, denn die Strömungen im flüssigen äußeren Kern treiben den Geodynamo an. Gleichzeitig liefert die Hitze des Erdkerns die Energie, die Phänomene wie die Plattentektonik, Mantelplumes und den Vulkanismus ermöglichen. Zu den Rätseln des Erdkerns gehört dagegen, wann der feste innere Kern erstarrte.

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Keine Gebetsstunden während der Arbeitszeit

Die rechtsnationalen Schwedendemokraten unter Parteichef Jimmie Akesson regieren seit den Wahlen vom Herbst in fünf schwedischen Gemeinden – unter anderem auch in Bromölla. (Bild: Johan Nilsson / Reuters)

Wer arbeitet, darf nicht beten – zumindest nicht in der südschwedischen Gemeinde Bromölla, wo die rechtsnationalen Schwedendemokraten seit Herbst das Sagen haben. Um das vornehmlich gegen Muslime gerichtete Verbot zu testen, hat sich nun eine bekennende Christin bei ihrem Arbeitgeber angezeigt.

Ingrid Meissl Årebo | Neue Zürcher Zeitung

Pernilla Franklin ist gespannt auf ihre Strafe. Die Sozialsekretärin hat sich bei ihrem Arbeitgeber, der südschwedischen Gemeinde Bromölla, selbst angezeigt – weil sie während der Arbeitszeit bete. Da sie mit Kindern in Not zu tun habe, sende sie täglich stille Gebete zum Himmel und bitte Gott um Geduld und kluge Entscheide.

Dies ist jedoch seit Anfang Monat in Bromölla verboten. Der Gemeinderat stimmte mit knapper Mehrheit für ein Verbot von Gebetsstunden für öffentlich Angestellte während der Arbeitszeit, egal welcher Religion diese angehörten. Man befürworte zwar Vielfalt und Pluralismus, wolle aber vermeiden, dass Einzelne «religiösen Manifestationen» ausgesetzt würden.

Die neue Richtlinie stammt, wenig überraschend, aus der Küche der rechtsnationalen Schwedendemokraten, die seit den Wahlen vom Herbst in fünf schwedischen Gemeinden regieren, in Bromölla zusammen mit den Konservativen und den Christlichdemokraten.

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„Die meisten Flüchtlinge bringen starke demokratische Grundeinstellungen mit“

Etwa die Hälfte der Geflüchteten verrichtet Fachkrafttätigkeiten.Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Wie viele Geflüchtete arbeiten? Welche Rolle spielt der Familiennachzug? Über Migration wird viel gestritten, Experte Brücker kennt die Details. Ein Interview.

Von Andrea Dernbach | DER TAGESSPIEGEL

Herbert Brücker ist Direktor des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt Universität – zusammen mit der Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan – und leitet den Bereich „Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung“ am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg.

Herr Brücker, die Arbeitsintegration von Geflüchteten lief bisher überdurchschnittlich. Stimmt das noch? Wie sind die aktuellen Zahlen?

Im April sind 36 Prozent der Einwanderer aus den Asylherkunftsländern, die seit 2015 zugezogen sind, in bezahlter Arbeit – nach der deutschen Definition, die ab dem ersten Euro Lohn gilt. Von ihnen sind wiederum etwa 80 Prozent sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt etwas geringer als in der gesamten arbeitenden Bevölkerung.

In den Wintermonaten stagnierte die Arbeitsmarktintegration der Geflüchteten leicht, im April– der übliche Frühjahrseffekt – zog die Beschäftigung wie im Vorjahr wieder um 10.000 Personen an.

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Übergewicht macht schon Kinder krank

Übergewicht kann schon bei Kindern Stoffwechselstörungen wie Bluthochdruck zur Folge haben. © kwanchaichaiudom/ istock

Folgenschweres Übergewicht: Dicken Menschen drohen nicht erst im Erwachsenenalter gesundheitliche Folgen wie Bluthochdruck und Co. Wie eine Studie bestätigt, können auch Kinder aufgrund überflüssiger Pfunde bereits solche Stoffwechselstörungen entwickeln – Risikofaktoren für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diesen ungesunden Prozess wieder rückgängig zu machen, ist offenbar nur schwer möglich. Umso wichtiger sei die frühzeitige Prävention, betonen die Forscher.

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Die Menschheit hat ein im wahrsten Sinne des Wortes dickes Problem. Denn die Zahl der Übergewichtigen und Fettleibigen nimmt weltweit immer weiter zu – und damit auch die Fälle von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen mit überflüssigen Pfunden in Verbindung stehenden Leiden.

Besonders problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass auch immer mehr Kinder von Übergewicht und den damit einhergehenden Gesundheitsrisiken betroffen sind. So hat sich die Zahl der fettleibigen Kinder und Jugendlichen in den vergangenen 40 Jahren mehr als verzehnfacht.

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Meeresspiegel steigt in der Arktis um 2,2 Millimeter pro Jahr

Der Meerespiegel steigt – das werden künftig auch Städte wie New York City zu spüren bekommen.Foto: APA/AFP/GETTY IMAGES/Drew Angere

Forscher stellen große regionale Unterschiede fest. Nördlich von Grönland, Kanada und Alaska fand ein Anstieg um zehn Zentimeter in 22 Jahren statt

derStandard.at

Eine Auswirkung des Klimawandels ist, dass der Meeresspiegel steigt, daran gibt es mittlerweile keinen Zweifel mehr – allerdings tut er das nicht überall gleichmäßig. Im Gegenteil: Forscher registrieren regional extreme Unterschiede. Der durchschnittliche Anstieg in der Arktis lag bei 2,2 Millimetern jährlich und damit unter dem globalen Mittel von etwa drei Millimetern pro Jahr, wie nun ein dänisch-deutsches Forscherteam im Fachblatt „Remote Sensing“ berichtet.

Die Forscher der Technischen Universität München (TUM) und der Technischen Universität Dänemark (DTU) entdeckten, dass der Meeresspiegel entlang der Küste Grönlands sogar sinkt – teilweise um mehr als fünf Millimeter pro Jahr. Nördlich von Grönland, Kanada und Alaska innerhalb des sogenannten Beaufort-Wirbels hingegen stieg das Meer in 22 Jahren um mehr als zehn Zentimeter und damit doppelt so viel wie in der Arktis insgesamt.

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Wie der Klimawandel den Monsun durcheinander wirbelt

Vom Hochwasser betroffene Kinder sitzen neben ihren Habseligkeiten.Foto: dpa

Die Monsunwinde in Südasien forderten in diesem Jahr schon mehr als 270 Todesopfer. Die extremen Regenfälle werden immer unberechenbarer.

Von Joana Nietfeld | DER TAGESSPIEGEL

„Es regnet weiter und alles ist überschwemmt. Die Flüsse haben extremes Hochwasser und laufen über“, berichtet Geeta Lama von Save the Children aus Assam dem Tagesspiegel. Sie ist im Nordosten Indiens, in einer Region, die neben Bangladesch, Pakistan und Nepal besonders stark von den Monsun-Regenfällen betroffen ist. Der Dauerregen verursacht Erdrutsche und lässt Häuser einstürzen, ganze Straßenzüge werden von Schlammlawinen mitgerissen. In Mumbai kamen insgesamt 14 Menschen ums Leben, nachdem am Dienstag ein Gebäude eingestürzt war. Mittlerweile verzeichnen die Behörden über 270 Todesopfer, die Zahlen steigen täglich.

Geeta Lama schildert die Lage: „Mehr als 450 Hilfslager wurden in Assam erbaut und versorgen die Menschen mit Trockennahrung. Allein in Indien sind schätzungsweise 1,7 Millionen Kinder von dem Monsun betroffen. Viele der Regionen sind aber nach wie vor unzugänglich.“ Momentan versuche die Organisation 15000 Kinder in Assam zu erreichen, um sie mit Wasser, Nahrung, Zelten und Medikamenten zu versorgen. Das Risiko, dass Krankheiten und Epidemien ausbrechen könnten, sei extrem hoch.

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Can Neuroscience Understand Free Will?

Perhaps free will won’t forever be an issue philosophers mull over for a lifetime. Whatever the result, there’s always the ironic answer to the question of whether we have free will: “Of course we do. We have no choice.” Screengrab via The Good Place / YouTube

In The Good Place, a cerebral fantasy-comedy TV series, moral philosophy gets teased. On YouTube, the show released a promotional video, “This Is Why Everyone Hates Moral Philosophy,” that gets its title from a line directed at Chidi, a Senegalese professor of moral philosophy who suffers from chronic indecision: The pros and cons of even trivial choices have long paralyzed him.

By Brian Gallagher | NAUTILUS

We see him, as a precocious boy, urged to get on with picking teammates for a soccer game. Flustered, Chidi explains, “I have to consider all the factors: athletic strategies, the fragile egos of my classmates, and gender politics! Should I pick a girl as a gesture toward women’s equality, or is that pandering? Or do I think it’s pandering because of my limited male point of view? I’m vexed!” The kids waiting to play shake their heads, facepalming. A friend later insists he “fix his brain.” An M.R.I., courtesy of a neuroscientist named Simone, shows he’s fine. “Wow, there are actual answers here—data you can observe, and learn from,” Chidi says. “Yeah, man! Science is all about getting answers,” Simone replies. “You philosophers can spend your entire life mulling over a single question. That’s why everyone hates moral philosophy professors.” Both of them chuckle and she adds, “No offense.”

This is mock-hate, born of love. Before Mike Schur, the show’s creator, started shooting scenes, he paid a visit to the UCLA moral philosopher Pamela Hieronymi for insight. She’s interested in the sort of control humans have over our intentions and emotions, and how it might differ from control over our actions. Her favorite thought experiment comes from a 1983 paper, “The Toxin Puzzle,” by Gregory Kavka. A delightful head-scratcher, it invites you to imagine that an eccentric billionaire has offered you a deal: If you merely intend to drink a toxin tonight, at midnight, that will make you painfully ill for a day, he will wire you a million dollars—it’ll be in your bank tomorrow morning. A sophisticated and reliable brain scanner will determine whether you really formed the intention to imbibe the toxin. After you have the funds in your bank account, you’re free to decide not to drink it. An easy way to become a millionaire, no? Just intend to drink it for the scanner and, once you have the cash, switch your intention.

The sense of freedom we have to act on our moral understanding is regulated and vulnerable, and can break.

This is absurd, of course, and that’s Kavka’s point: We don’t have that sort of control over ourselves. If you intend to drink it (for the sake of the scanner) but also intend, later, to not drink it (to avoid the sickness), you’re really intending to not drink it. Our intentions are only “partly volitional,” Kavka says. “One cannot intend whatever one wants to intend any more than one can believe whatever one wants to believe. As our beliefs are constrained by our evidence, so our intentions are constrained by our reasons for action.” The sense that you have of being in control, of having free will, is just that—a sense. And it can break.

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Der Kümmeltürke ist in Wirklichkeit Deutscher

Kümmelblüte – (c) imago/CHROMORANGE (CHROMORANGE / Weingartner)

Dass etwas getürkt ist, kommt nicht daher, dass Türken besonders kreativ im Fingieren wären.

Erich Kocina | Die Presse.com

Warum gibt es eigentlich die Redewendung, dass etwas getürkt ist, wenn von einer Manipulation die Rede ist? Nun, die Annahme, dass Türken besonders kreativ im Fingieren wären, steckt nicht dahinter. Eigentlich eher umgekehrt, wenn man einen möglichen Deutungsversuch betrachtet. So kursiert die Geschichte, dass 1895 bei der Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute Nord-Ostsee-Kanal) im Hafen von Kiel Vertreter aller seefahrenden Nationen zu einem Galadinner geladen waren. Sobald einer ankam, wurde die Nationalhymne des entsprechenden Landes gespielt. Doch als ein türkisches Schiff landete, stellte die Kapelle fest, dass man die Hymne nicht kannte – also spielte man, da auf der Flagge ein Halbmond zu sehen war, „Guter Mond, du gehst so stille“. Daraus soll sich die militärische Wendung „einen Türken bauen“ entwickelt haben.

Eine andere Erklärung rührt vom sogenannten Schachtürken her – einem Gerät, das im frühen 18. Jahrhundert für Aufsehen sorgte. Eine Puppe in türkischer Tracht spielte scheinbar von selbst und unter mechanischem Knarren gegen echte Gegner Schach. Allein, im Inneren verbarg sich keine Maschine, sondern ein professioneller Schachspieler. Und somit, liegt die Vermutung nahe, war der Automat eben getürkt.

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Religionssoziologe Pollack zu Anstieg bei Kirchenaustritten: „Darüber reden, was an Kirche bindet“

Kirchen verlieren Mitglieder © Arne Dedert (dpa)

Die beiden großen Kirchen in Deutschland verzeichnen einen starken Anstieg von Austritten. Der Münsteraner Religionssoziologe Detlef Pollack blickt auf mögliche Gründe und Gegenmaßnahmen sowie die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte.

DOMRADIO.DE

KNA: Herr Pollack, welche Gründe sehen Sie für die Kirchenaustritte?

Pollack: Man muss unterscheiden zwischen Austritten aus der evangelischen und der katholischen Kirche. Wir haben relativ gute Daten, was die Kirchenaustrittsmotive aus der evangelischen Kirche angeht. Ganz wichtig ist, dass Menschen die Kirche verlassen, weil sie mit dem Glauben nichts mehr anfangen können, weil ihnen die Kirche nichts sagt, weil ihnen Kirche gleichgültig geworden ist. Das spielt bestimmt auch für einige Austretende aus der katholischen Kirche eine Rolle.

KNA: Gibt es noch weitere Gründe?

Pollack: Ein anderer Punkt ist, das betrifft vor allem die katholische Kirche, dass man unzufrieden ist, sich an der Kirche reibt – und da spielt natürlich der Missbrauchsskandal eine große Rolle. Das ist für die evangelische Kirche nicht so zentral. Wir haben immer wieder Umfragen durchgeführt in der evangelischen Kirche und danach gefragt, ob man die Stellungnahmen der Kirche kritisiert oder ob man mit der Arbeit der Pfarrerinnen und Pfarrer nicht zufrieden ist. Das ist ein eher unbedeutender Grund.

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Vatikan-Rätsel um vermisstes Mädchen: Experten entdecken «Tausende» von Knochen

Experten öffnen am Samstag das sogenannte Beinhaus auf dem deutschen Friedhof im Vatikan. (Bild: DTM MS / Vatican Media Handout)

1983 verschwand die damals 15 Jahre alte Tochter eines Vatikan-Dieners. Seitdem ranken sich um ihren Verbleib Verschwörungstheorien. Nun könnte ein Knochenfund neue Erkenntnisse bringen.

Neue Zürcher Zeitung

Der Vatikan will mit einem neuen Anlauf das Rätsel um ein vor 36 Jahren verschwundenes Mädchen lösen: Ein Expertenteam entdeckte am Samstag «Tausende» von Knochen auf dem deutschen Friedhof im Vatikan. Anhand dieser Überreste soll nun nicht nur geklärt werden, ob es die Überreste verschwundenen Tochter eines Vatikan-Dieners, Emanuela Orlandi, sind. Gesucht wird mittlerweile auch nach den Gebeinen zweier adeliger Frauen, die auf dem Friedhof bestattet worden sein sollen.

Um den Verbleib Orlandis ranken sich seit Jahren Verschwörungstheorien. Die damals 15-Jährige verschwand 1983 nach dem Besuch einer Musikschule. Auf der Suche nach ihr hatte der Vatikan Mitte Juli zwei Gräber auf dem deutschen Pilgerfriedhof Campo Santo Teutonico öffnen lassen: Von Sophie von Hohenlohe (gestorben 1836) und Herzogin Charlotte Friederike zu Mecklenburg (gestorben 1840). Doch überraschenderweise waren die beiden Gräber leer.

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7.000 neue Spezies auf der Roten Liste der bedrohten Arten

Die Roloway-Meerkatze zählt heute zu den seltensten Primaten Afrikas. Die IUCN stuft sie als „stark gefährdet“ ein.
Foto: Hans Hillewaert [cc;3.0;by-sa]

Insgesamt hat die Weltnaturschutzunion die Lage von 105.000 Arten untersucht. 28.000 davon sind direkt vom Aussterben bedroht

derStandard.at

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat der Roten Liste 7.000 bedrohte Arten hinzugefügt. In der neuesten Fassung der Roten Liste sind somit 105.000 Arten aufgeführt, von denen 28.000 als direkt vom Aussterben bedroht gelten. „Der Niedergang der Natur vollzieht sich in einem nie dagewesenen Tempo“, erklärte IUCN-Chefin Grethel Aguilar.

Primaten, Fische und Bäume sind demnach vor allem durch die Rodung der Wälder und Überfischung bedroht. Im Mai hatte der Weltrat für Biodiversität (IPBES) in seinem Bericht gewarnt, dass rund eine Million Tier- und Pflanzenarten schon „in den kommenden Jahrzehnten“ ausgestorben sein könnte, sollte die Menschheit ihren Umgang mit der Natur nicht ändern. Die Wissenschafter forderten vor allem „tiefgreifende Änderungen“ vor allem in der Landwirtschaft.

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Erzapostel Koch zu sinkenden Mitgliederzahlen der Kirche: „Wir werden auf ganz neue Weise Kirche sein müssen“

216.078 Austritte verzeichnet die katholische Kirche 2018. Ein Grund dafür sieht Erzbischof Heiner Koch in wegbrechenden Traditionen. Sich dem Mainstream anzupassen, ist für den Berliner Erzbischof jedoch keine Option.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Heute findet die 74. Schlesierwallfahrt zum Annaberg in Haltern am See statt. Sie sind zum ersten Mal dabei. Das Leitwort lautet „Wohin sollen wir gehen?“. Wie werden Sie dieses Wort aufgreifen angesichts der veröffentlichten Kirchenstatistik von 2018?

Dr. Heiner Koch (Erzbischof von Berlin): Die Frage ist zunächst mal existenziell bedeutsam für die Kirche. Diese Frage ist die Gegenfrage auf die Frage Jesu „Wollt nicht auch ihr gehen?“. Und das ist natürlich heute eine ganz brenzlige Situation. In diesen Tagen haben wir die neuen Zahlen über die Mitgliederentwicklung in der Kirche bekommen – unter anderem über die steigenden Austritte und die sinkende Taufhäufigkeit.

Viele fragen also „Wollt nicht auch ihr gehen?“ oder „Will nicht auch ich gehen?“. Die Situation ist, dass viele gehen, nicht mehr viele hinzukommen und es nicht mehr selbstverständlich ist, Kirche zu sein. Gott verliert an Bedeutung und der Glaube ist sicherlich auch nicht mehr durch Tradition und Brauchtum getragen.

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Polizei unter Strom

Todesfälle nach polizeilichen Taser-Einsätzen – Warum wurde der Todesfall nicht gemeldet? Die hessischen Behörden schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu.

Peter Nowak

Ein 63jähriger schoss in seiner Wohnung im Fuldaer Stadtteil Edelzeller Siedlung mit einer Kleinkaliberwaffe um sich und löste einen polizeilichen Großeinsatz aus. Als Spezialkräfte mit Hunden das Haus betraten, erschoss der Mann ein Tier. Die Polizisten streckten den Schützen mit einem Taser nieder. Während der Festnahme kollabierte der 63jährige. Zwei Wochen später starb er im Krankenhaus. Der Vorfall ereignete sich im …

.…Januar 2018. Doch erst in den vergangenen Wochen wurden die Geschehnisse in vollem Umfang öffentlich bekannt. Die Fraktion der Linkspartei im hessischen Landtag hatte vom hessischen Innenminister Peter Beuth (CDU) im April in einer Kleinen Anfrage Informationen über Risiken sowie Verletzungen, bleibende Schäden und anhaltender Beschwerden wegen polizeilicher Taser-Einsätze verlangt. Der Innenminister hatte in seiner schriftlichen Antwort keine konkreten Fälle genannt, aber einen Tag nach ihrer Veröffentlichung eingeräumt, dass es möglicherweise doch einen Todesfall in Frankfurt am Main gegeben habe. Dort hatten alarmierte Streifenpolizisten einen Taser gegen einen sich aggressiv verhaltenden Mann eingesetzt, der an Diabetes litt und stark übergewichtig war. Er kollabierte und starb zwei Tage später im Krankenhaus.

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Polnischer Erzapostel: Kirchenkritiker nutzen Missbrauchsthema aus

Bild: © KNA

Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz fürchtet eine Instrumentalisierung des Themas Kindesmissbrauch gegen die katholische Kirche. „Libertäre Kräfte“ wollten das Thema Pädophilie nutzen, um die Kirche zum Schweigen zu bringen.

katholisch.de

Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, sieht die Gefahr einer Instrumentalisierung des Themas Kindesmissbrauch gegen die katholische Kirche. Die Schwierigkeit der aktuellen Lage sei, „dass das Thema Pädophilie – nicht nur in Polen, sondern fast auf der ganzen Welt – ein leicht ausnutzbares Thema für Angriffe auf die moralische Glaubwürdigkeit der Kirche geworden ist“, sagte er am Sonntag der polnischen Kirchenzeitschrift „Niedziela“. Die Kirche sei die letzte Stimme in der Gesellschaft, „die keine Kompromisse mit den gegenwärtigen demoralisierenden Strömungen eingeht“, so Gadecki. Es gebe „libertäre Kräfte“, die diese Stimme „zum Schweigen bringen und ausschalten“ wollten.

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