Keine Gebetsstunden während der Arbeitszeit


Die rechtsnationalen Schwedendemokraten unter Parteichef Jimmie Akesson regieren seit den Wahlen vom Herbst in fünf schwedischen Gemeinden – unter anderem auch in Bromölla. (Bild: Johan Nilsson / Reuters)

Wer arbeitet, darf nicht beten – zumindest nicht in der südschwedischen Gemeinde Bromölla, wo die rechtsnationalen Schwedendemokraten seit Herbst das Sagen haben. Um das vornehmlich gegen Muslime gerichtete Verbot zu testen, hat sich nun eine bekennende Christin bei ihrem Arbeitgeber angezeigt.

Ingrid Meissl Årebo | Neue Zürcher Zeitung

Pernilla Franklin ist gespannt auf ihre Strafe. Die Sozialsekretärin hat sich bei ihrem Arbeitgeber, der südschwedischen Gemeinde Bromölla, selbst angezeigt – weil sie während der Arbeitszeit bete. Da sie mit Kindern in Not zu tun habe, sende sie täglich stille Gebete zum Himmel und bitte Gott um Geduld und kluge Entscheide.

Dies ist jedoch seit Anfang Monat in Bromölla verboten. Der Gemeinderat stimmte mit knapper Mehrheit für ein Verbot von Gebetsstunden für öffentlich Angestellte während der Arbeitszeit, egal welcher Religion diese angehörten. Man befürworte zwar Vielfalt und Pluralismus, wolle aber vermeiden, dass Einzelne «religiösen Manifestationen» ausgesetzt würden.

Die neue Richtlinie stammt, wenig überraschend, aus der Küche der rechtsnationalen Schwedendemokraten, die seit den Wahlen vom Herbst in fünf schwedischen Gemeinden regieren, in Bromölla zusammen mit den Konservativen und den Christlichdemokraten.

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