Niedergang mit Beschleuniger


Den evangelischen und katholischen Kirchen laufen die Mitglieder davon. (Symbolbild) Bild: dpa

Immer weniger Christen sehen gute Gründe darin, Mitglied in evangelischer oder katholischer Kirche zu bleiben. Die anhaltende Rat- und Hilfslosigkeit der Bistümer darauf ist erschreckend.

Von Tobias Rösmann | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Zahlen sind seit Jahren schlecht. Sowohl die evangelischen als auch die katholischen Christen kehren ihren Kirchen in Scharen den Rücken. So auch 2018. Die Zahl der hessischen Protestanten ist von 2,07 auf 2,03 Millionen gesunken, die Zahl der Katholiken im Bundesland hat sich von 1,42 auf 1,39 Millionen reduziert. Wer dazu wie Volker Jung, der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sagt, „die Entwicklung tut weh“, klingt einerseits ehrlich – und untertreibt doch immens.

Die Zahlen des Niedergangs basieren wie seit Jahren auf zwei Faktoren. Zum einen sehen immer weniger Christen gute Gründe dafür, Mitglied der evangelischen oder katholischen Kirche zu bleiben. Sie glauben vielleicht noch an Gott, sie hoffen auf ein Leben nach dem Tod und erziehen ihre Kinder nach christlichen Werten. Aber sie sehen immer seltener die Relevanz einer Kirchenmitgliedschaft für das eigene Leben – und treten aus.

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