Eine Verschwörungstheorie der rechten Weltverschwörung


Der Träumer: David Carroll, Professor an der New Yorker Parsons School of Design in „The Great Hack“ Quelle: AP

Gibt es, seit es Facebook gibt, noch freie Wahlen? „The Great Hack“ dokumentiert auf Netflix, wie die Netzwerke und unsere Daten die Demokratie zerstören. Es ist auch das Ende einer besseren Welt.

Von Michael Pilz | DIE WELT

Es klingt schon wieder anrührend, wenn David Carroll sagt, alles habe mit einem Traum begonnen. Mit dem Traum einer vernetzten Welt vom Ende aller Einsamkeit. Carroll ist Professor für digitale Medien in New York. Die vernetzte Welt der digitalen Medien kennt ihn vor allem als Helden, der sich Cambridge Analytica entgegenstellt, der skandalösen Firma für Datenanalysten, indem er vor britischen Gerichten seine Daten einklagt. Carroll will sie alle wiederhaben.

Vor drei Jahren hatte Cambridge Analytica die Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern für den Wahlkampf in Amerika gesammelt und bereitgestellt, für die republikanische Kampagne „Alamo“. Erst für den Präsidentschaftsanwärter Ted Cruz, dann für den aussichtsreicheren Kandidaten Donald Trump. Die Daten wurden in den sogenannten Swing States angewandt, den Bundesstaaten mit den wankelmütigsten Wählern. Den, wie Cambridge Analytica sie nannte, „Überzeugbaren“, wurden über die üblichen Kanäle, Facebook und WhatsApp, Artikel, Videos, Memes und Links zum Nachteil der in Wahlumfragen führenden Demokraten zugespielt. Zu kriminellen Schwarzen, ins Land einfallenden Mexikanern, selbstbewussten Frauen, feiernden Homosexuellen und Hillary Clintons Sünden. Man weiß, wie es ausging.

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