Inverse Ahnenforschung beschert Mörder lebenslange Haft


Ein durch Gendaten seiner Verwandtschaft Überführter bleibt in den USA für immer im Gefängnis. Es ist das erste Strafurteil fußend auf „reverse genealogy“.

Von Daniel AJ Sokolov | heise online

Zwei Mal lebenslang, ohne Möglichkeit vorzeitiger Entlassung. Dieses Urteil hat Richterin Linda Krese im US-Staat Washington über William E. Talbott II. verhängt. Zuvor hatten Geschworene den Mann für des Mordes unter erschwerenden Umständen an zwei Kanadiern im Jahr 1987 schuldig befunden. Es dürfte die erste Verurteilung sein, bei der eine Gendatenbank aus der Ahnenforschung zum Täter geführt hat.

Im Rahmen der Urteilsverkündung beteuerte Talbott, der intimen Kontakt mit einem der beiden Mordopfer eingeräumt hat, erneut seine Unschuld am Mord. „Das Gewaltniveau in diesem Fall ist etwas, das ich nicht verstehen kann“, sagte der Verurteilte laut dem Daily Herald, „Ich habe mein ganzes Leben als sehr passive Person verbracht. Ich habe nie meine Hand gegen irgendwen erhoben.“ Er dürfte Rechtsmittel einlegen. Einen Antrag auf ein neues Verfahren hat die Richterin aber bereits abgelehnt.

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