Schottland lehnt No-Deal-Brexit ab


Premierminister Boris Johnson und Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon schütteln sich die Hände in Edinburgh, Schottland.Foto: Russell Cheyne/REUTERS

Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon fordert Unabhängigkeitsreferendum für Schottland. Johnson als selbsternannter „Unionsminister“ ist unerwünscht.

Von Sebastian Borger | DER TAGESSPIEGEL

Auf seiner Tour durch die Regionen des Vereinigten Königreiches ist der neue Premierminister Boris Johnson erstmals auf energischen Widerstand gestoßen. In Edinburgh gab die konservative Regionalchefin Ruth Davidson dem Parteivorsitzenden unmissverständlich zu verstehen, sie lehne dessen Kurs auf einen Brexit ohne Austrittsvertrag (No Deal) ab: „Ich werde eine Politik des No Deal nicht mittragen.“ Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon von der Nationalpartei SNP bekräftigte ihre Forderung nach einem zweiten Unabhängigkeitsreferendum für Schottland, das seit 1707 mit England in einer Union verbunden ist.

Noch im Wahlkampf um den Vorsitz der konservativen Partei hatte Johnson die Chance eines „No Deal“-Brexit mit „eine Million zu eins“ beziffert. Seit seinem Amtsantritt am Mittwoch deuten aber sowohl die Besetzung des Kabinetts mit Brexit-Hardlinern wie auch erste Regierungsinitiativen und -unterlassungen darauf hin, dass London Ende Oktober im Streit aus der EU scheiden will.

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