Theologe Striet warnt vor „Religionspopulismus“


Die einfachen Lösungen sollte man oft kritisch betrachten: Der Freiburger Theologe Magnus Striet hat vor den Versuchungen eines „Religionspopulismus“ gewarnt. Wie auch beim politischen Populismus ist die Unfähigkeit zur Selbstkritik auffallend.

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Dieser zeige sich etwa dort, wo ein „wahrer Glaube“ als Unterscheidungsmerkmal zwischen Gläubigen propagiert werde, sagte Striet am Montag in einem Vortrag zum Auftakt der Salzburger Hochschulwochen. Auch werde dabei das religiöse Erleben vorrangig vor jeder wissenschaftlichen Erkenntnis oder theologischen Einsicht betrachtet. Ähnlich dem politischen Populismus sei dessen religiöse Ausprägung unfähig zur Selbstkritik, antipluralistisch und letztlich antiintellektuell, so der Professor.

Komplexität lässt sich nicht durch den Willen reduzieren

Als Beispiele verwies Striet auf eine „Neuevangelisierung“ bis hin zur Lehrverkündigung Papst Johannes Paul II., der auf die Einsprüche etwa eines theologischen Freiheitsdenkens mit dem Beharren auf einer „objektiven Wahrheit des Lehramtes“ reagiert habe. So versuche ein Religionspopulismus durch die Forderung, „einfach nur glauben“ zu müssen, „eine durchsichtige Religionswelt gegen eine immer komplexere und undurchschaubarere Welt außen zu errichten“, so Striet. Dagegen gelte es festzuhalten: „Nur, weil man einfache Antworten bietet, werden die Probleme nicht weniger komplex.“

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