Weshalb der Diamantweg-Buddhismus für Kritik sorgt

picture alliance/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Bei Immenstadt im Allgäu läuft gerade die jährliche Tagung der Bewegung Diamantweg. Tausende Buddhisten werden erwartet. Der Diamantweg ist derzeit hoch umstritten, weil sich Gründer Ole Nydahl kritisch über den Islam geäußert haben soll.

Alkyone Karamanolis, Markus Kaiser | BR24

Es geht ruhig zu, unter der Mariensäule am Rathausplatz. Eine Eisdiele, eine Bäckerei, ein Blumenladen. Es gibt einen Asylhelferkreis im „Städtle“ und eine Moschee, man lebt ein friedliches Miteinander. Auch das buddhistische Zentrum des so genannten „Diamantweg“ am Hang, hoch über dem Alpsee, gehört dazu.

Lama des Diamantweg: Islamfeindliche Aussagen?

Doch seit einigen Jahren mehrt sich die Kritik am Gründer der Bewegung, dem Dänen Ole Nydahl. Er hat wiederholt mit Aussagen über den Islam Schlagzeilen gemacht. Viele, so zum Beispiel Politiker aus Immenstadt, stufen sie als rechtsradikal ein. Auch der Dachverband Deutsche Buddhistische Union (DBU) distanziert sich vom Lama des Diamantwegs.

„Es gibt Aussagen von Ole Nydahl, die viele von uns als fremdenfeindlich und vor allem eben auch als islamfeindlich empfunden haben. Er hat wenig oder gar nicht zwischen Islam und Islamismus unterschieden. Seine Sprüche haben den Eindruck erweckt, dass er für alle Buddhisten spricht – das ist überhaupt nicht der Fall.“ Nils Clausen, Vorstandsmitglied der DBU

„Andere hatten Hitler und Stalin, wir haben den Islam. Das ist alles dasselbe!“ – das hat der Buddhistenlehrer vor seinen Anhängern im buddhistischen Europazentrum bei Immenstadt Medienberichten zufolge gesagt. In einer Stellungnahme aus dem letzten Jahr erklärt Ole Nydahl, seine Aussage sei aus dem Zusammenhang gerissen worden. Er würde lediglich den „politischen Islam“ kritisieren.

weiterlesen

„Der Staat muss gottlos sein“

Gegen die Kreuzungen von Kirche und Staat hat Helmut Ortner eine Streitschrift verfasst (imago images / Joker / Hartwig Lohmeyer)

In dem Buch „Exit“ rechnen mehr als 20 Autorinnen und Autoren mit der Religion ab. Deutschland sei noch immer kein säkularer Staat, erklären sie. Herausgeber Helmut Ortner kritisiert im Dlf, dass es eine „große, unabgesprochene Allianz“ zwischen Politik und Kirchen gebe.

Helmut Ortner im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: Die Religion wurde vor 100 Jahren gezähmt durch die Weimarer Reichsverfassung. Das haben wir gerade gehört. Aber das reicht nicht, sagen Religionskritiker. Der Weg zum wirklich säkularen deutschen Staat ist noch weit. Verschiedene Autorinnen und Autoren, darunter so bekannte Namen wie Hamed Abdel-Samad, Michael Schmidt-Salomon und Ingrid Matthäus-Maier haben nun unter dem Titel „Exit“ eine Abrechnung mit der Religion veröffentlicht. Die Botschaft des tiefschwarzen Buches mit pinkem Titel: Religion verblendet, ja, verblödet, vergiftet. Herausgeber ist der Journalist Helmut Ortner. Er ist jetzt aus Frankfurt zugeschaltet. Guten Morgen Herr Ortner.

Helmut Ortner: Guten Morgen.

„Trennung von Staat und Kirche noch nicht vollzogen“

Florin: Herr Ortner, gestern fand bei Ihnen in Frankfurt auf dem Bahnhofsvorplatz eine ökumenische Trauerandacht für den getöteten achtjährigen Jungen statt, der auf ein Gleis gestoßen und vom ICE erfasst worden ist. Was haben Sie gegen derart öffentlich praktizierte Religion?

Ortner: Gar nichts. Eine kollektive öffentliche Andacht kann Trost spenden, kann Schmerz lindern. Das kann aber auch eine ebenso nicht-kirchliche Zusammenkunft leisten. Es kommt darauf an, dass für die Trauer die richtigen Worte gefunden werden. Und das ist immer ein Zeichen von Humanität, gesellschaftlicher Solidarität und Empathie, unabhängig, ob es ein Priester spricht, die Worte, oder ein Philosoph oder ein Schriftsteller.

Florin: Und warum heißt Ihr Untertitel „Warum wir weniger Religion brauchen“? Was stört Sie an öffentlicher Religion?

Ortner: Wir haben eben den Beitrag gehört. Natürlich gibt es einen Verfassungstext, aber es hapert an der Umsetzung. Die Verfassungswirklichkeit sieht anders aus. Die Autorinnen/Autoren in dem „Exit“-Band beschreiben das deutlich und eindringlich und fordern die konsequentere Trennung von Staat und Kirche. Das heißt, die strikte Beachtung des Verfassungsgebots der weltanschaulichen Neutralität des Staates, die ist immer noch nicht gegeben. Etwa, wir zahlen immer noch die Bischofsgehälter aus dem allgemeinen Steuertopf und im Arbeitsrecht unterlaufen die Kirchen gewisse Standards. Wir haben auch gesehen, dass bei den katholischen Missbrauchstätern die Strafverfolgung nicht das leistet, was ein Rechtsstaat ansteht. Und bis hin zu schwerstkranken Menschen, denen das Recht verwehrt wird, selbstbestimmt zu sterben. All das macht deutlich, dass die Trennung von Kirche und Staat noch nicht in der Weise vollzogen ist, wie ich mir das wünsche und die Mehrzahl der Autoren in dem Band.

weiterlesen

Vulkane: Wo öffnet sich der nächste Schlot?

Hochrisikozone: Blick auf die Caldera des Supervulkans Campi Flegrei bei Neapel. Wo in diesem Vulkangebiet der nächste Lavaausbruch stattfinden könnte, sagt nun ein neues Modell voraus. © Giuseppe Vilardo/ INGV-OV GeoLab

Risiko eingegrenzt: Ein neues Modell kann vorhersagen, wo an einem Vulkan der nächste Lavaaustritt stattfinden wird – eine bisher kaum machbare Herausforderung. Möglich wird dies durch die Kombination von geophysikalischen Daten mit einer statistischen Methode, wie Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten. Beim Supervulkan der Campi Flegrei bei Neapel hat das neue Modell seine Treffsicherheit bereits bewiesen.

scinexx

Schon die Vorhersage des nächsten Ausbruchszeitpunkts ist bei einem aktiven Vulkan eine Herausforderung. Noch schwieriger aber wird es, wenn man prognostizieren will, wo genau am Vulkan die Lava austreten wird. Denn häufig bahnt sich das Magma einen neuen Weg und tritt an den Flanken des Vulkans oder sogar an kilometerweit entfernten Spalten aus, wie beispielsweise beim Bardarbunga auf Island oder dem Kilauea auf Hawaii.

weiterlesen

Ohne euch wären wir wahrscheinlich tot

©Julia Anton

Sie kreuzen im Mittelmeer, sie starren durch Ferngläser, sie warten auf Notrufe, und sie retten Migranten. Dann beginnt der heikelste Teil der Mission. Drei Wochen an Bord der „Alan Kurdi“.

Von Julia Anton | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Für Gorden Isler ist es jedes Mal ein Wunder, wenn die „Alan Kurdi“ in See sticht. Er sagt das nicht leichtfertig dahin. Immerhin ist das Schiff fast siebzig Jahre alt. Das merken vor allem die drei Ingenieure, die im Maschinenraum bei mehr als vierzig Grad im Dauereinsatz sind: Ständig klappert oder spritzt irgendetwas, das eigentlich nicht klappern oder spritzen sollte. Das einstige Forschungsschiff gehört seit vorigem Jahr dem deutschen Verein „Sea-Eye“, der Migranten vor dem Ertrinken im Mittelmeer bewahren will. Am Mittwoch hat Isler mitgeteilt, dass am frühen Morgen vor Libyen vierzig Menschen aufgenommen worden seien. Sogar ein Baby, zwei Kleinkinder und eine schwangere Frau hätten in dem Schlauchboot gesessen. Die Migranten hätten berichtet, sie seien nachts in der rund dreißig Seemeilen entfernten libyschen Küstenstadt Tagiura aufgebrochen.

weiterlesen (paywall)

Umstrittenes Burkaverbot tritt in den Niederlanden in Kraft

Burqua Burka
Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin‘ the Khuff)

Nach rund 14-jähriger Debatte ist in den Niederlanden ein Burkaverbot in Kraft getreten. «Gesichtsbedeckende» Kleidung wie Burkas oder Schleier dürfen nicht mehr in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Klinik, Ämtern oder auch Bussen und Bahnen getragen werden.

Neue Zürcher Zeitung

Das Innenministerium mahnte Kommunen und zuständige Stellen, das ab dem heutigen Donnerstag geltende Verbot auch durchzusetzen. Sicherheitsbeamte sollen verschleierte Frauen zunächst auffordern, ihr Gesicht zu zeigen. Wenn sie sich weigern, kann ihnen der Zugang zu öffentlichen Gebäuden untersagt werden und es drohen Geldstrafen von mindestens 150 Euro. Das Verbot gilt auch für andere Gesichtsbedeckungen wie Integralhelme oder Sturmhauben.

Allerdings ist unklar, ob das Verbot tatsächlich auch durchgesetzt wird. Mehrere Städte sowie Spitäler, Einrichtungen des öffentlichen Nahverkehrs und auch die Polizei kündigten an, dass sie sich nicht daran halten würden.

weiterlesen

Theologe Dabrock: Chimären-Experiment in Japan hat hochrangiges Ziel

Bild: Deutscher Ethikrat

Der Sozialethiker Peter Dabrock hat davor gewarnt, die in Japan geplante Forschung an Mensch-Tier-Wesen vorschnell zu verurteilen. „Natürlich ist nachvollziehbar, dass man erst einmal Grusel empfindet“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats am Mittwoch in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd)

evangelisch.de

„Man denkt vielleicht an Pegasus, Sphinx, Kentauren oder irgendwelche Horrormonster aus Hollywood-Trash-Filmen“, sagte Dabrock. Darum gehe es aber überhaupt nicht. Hinter dem Experiment stehe durchaus ein hohes und berechtigtes Ziel, betonte der Theologe.

„Ziel dieser Grundlagenforschung ist, dass man in einer Ratte menschliche Bauchspeicheldrüsen züchten könnte“, erklärte Dabrock. Man wolle langfristig auf die Art und Weise die Organknappheit überwinden, betonte er. In Deutschland werde derzeit über eine Neuregelung der Organspende debattiert. „Viele Menschen haben bei der Widerspruchsregelung, die ein Vorschlag ist, Bauchschmerzen“, sagte er. „Wenn es hier die Option gibt, die Forschung so weit voranzubringen, dass man nicht nur Organknappheit beheben, sondern sogar auf klassische Organspende verzichten könnte, ist das auf jeden Fall ein hochrangiges Ziel“, sagte er.

weiterlesen

Kritik an geplanten Mischwesen zwischen Mensch und Tier: Ein Tabubruch

Bild von Sarah Richter auf Pixabay

In Deutschland wird Kritik an der Forschung zur Herstellung von Mischwesen aus Mensch und Tier laut. Der Moraltheologe Lob-Hüdepohl äußert große ethische Vorbehalte gegen Experimente, bei denen ein Tier Embryonen austrägt, die mit menschlichen Stammzellen verändert wurden.

DOMRADIO.DE

Lob-Hüdepohl sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), es müsse unbedingt ausgeschlossen werden, dass sich im Mutterleib des Wirtstieres ein echtes Mensch-Tier-Mischwesen entwickele. „Die fundamentale Grenze zwischen Mensch und Tier, auf der nicht nur unsere Rechtsordnung, sondern auch unser gattungsethisches Selbstverständnis als Menschen beruht, würde in unzulässiger Weise porös“, so das Mitglied des Deutschen Ethikrates.

Das Wissenschaftsmagazin „Nature“ hatte zuvor berichtet, dass Japan Forschung erlaubt habe, die langfristig zur Geburt genetisch manipulierter Mischwesen aus Mensch und Tier führen könnte, um Spenderorgane für Menschen zu gewinnen. Eine Forschergruppe um Hiromitsu Nakauchi von der University of Tokyo und der Stanford University in Kalifornien will dazu zunächst weitere Versuche zwischen unterschiedlichen Tierarten durchführen. Entsprechende Experimente sind in verschiedenen Ländern in Arbeit; sie dürfen aber nur bis zu einem Alter von 14 Tagen der Tier-Embryonen durchgeführt werden. Japan hat kürzlich zugelassen, dass solche Mischwesen – auch Mensch-Tier-Wesen – künftig auch zur Welt kommen dürfen.

weiterlesen

Das Eis auf Grönland schwindet derzeit so schnell, als schmölze das Matterhorn binnen eines Tages

Eisberg-Grönland. Themenbild. Bild von Summersdale auf Pixabay

Grönland erlebt gerade eine extreme Hitzewelle, die riesige Eismassen schmelzen lässt. Experten sind beunruhigt: Ähnliches sei bis anhin kaum einmal vorgekommen.

Haluka Maier-Borst, Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

0,11 Millimeter sind ein Hauch von nichts, nicht viel mehr als die Dicke eines besonders dicken menschlichen Haares. Und doch sorgt dieser Hauch von nichts gerade für Aufsehen bei Klimaforschern. Denn um so viel könnte der weltweite Meeresspiegel steigen, allein aufgrund der Ereignisse, die sich derzeit in Grönland abspielen.

Seit dem 30. Juli liegt eine extreme Hitzewelle über der Insel. Sie scheint durch eine Wetterlage hervorgebracht worden zu sein, die auch die Höchsttemperaturen verursachte, die vorige Woche Europa heimgesucht haben. Bei hohem Luftdruck ist es ungewöhnlich sonnig auf Grönland. Und weil schon viel Schnee geschmolzen ist, nimmt das Eis, das dunkler ist als Schnee, besonders viel Sonnenstrahlung auf.

weiterlesen

5G-Mobilfunk: Bundesregierung will weiterhin abhören

(Bild: Marko Aliaksandr / Shutterstock.com)

Gegenüber dem Bundestag hat sich die Bundesregierung etwas in die Karten blicken lassen, wie 5G-Mobilfunk überwacht werden soll. Einige Fragen bleiben offen.

Von Monika Ermert | heise online

Weil die Standardisierung des Mobilfunkstandards 5G noch nicht abgeschlossen sei, kann die Bundesregierung laut eigener Aussage noch keine endgültigen Antworten zu den Veränderungen bezüglich der Abhörmöglichkeiten geben. Das steht in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken im Bundestag.

Es werde aber Anpassungen der Technischen Richtlinie zur Telekommunikationsüberwachungsverordnung (TRTKÜV) in Bezug auf die Datenraten und die Übertragungsweisen geben. Derweil wurde der Idee, dass an den aktuellen Spezifikationen für 5G noch viel zu machen sei, schon vor Wochen widersprochen.

In seinen Ausführungen als Reaktion auf die ausführliche Anfrage des Abgeordneten Andrej Hunko (Die Linke) verweist das Bundesinnenministerium darauf, dass die für aktuelle Mobilfunkstandards bestehenden Verpflichtungen zur Ausleitung von Verkehr auch für 5G weiter gelten. Es bestehe lediglich Anpassungsbedarf wegen der höheren Datenraten. Man werde daher „die bestehenden Schnittstellen zur Ausleitung voraussichtlich hardware- und softwaretechnisch“ aufrüsten müssen. Diesbezügliche Vorgaben sollen in der TRTKÜV eingepflegt werden.

weiterlesen

Mischwesen aus Mensch und Schwein darf zur Welt kommen

Für die Mischwesen Symbolbild: Ein Mischwesen (Chimäre) auf einem ein handkolorierten Kupferstich aus Friedrich Justin Bertuchs Bilderbuch für Kinder, Weimar 1792 – (c) imago/imagebroker (imageBROKER/Olaf Krüger)

Japan erlaubt und fördert die Experimente eines Forschers, der menschliche Zellen in Tierembryonen einpflanzt. Er will diese „Chimären“ – weltweit erstmals – bis zur Geburt bringen, um Organe für Transplantationen zu züchten. Das weckt neue Hoffnungen und alte Ängste.

Von Karl Gaulhofer | Die Presse.com

Eigentlich ist Hiromitsu Nakauchi ein Arzt. Aber weil er darunter litt, dass er so vielen Patienten nicht helfen konnte, ging er in die Forschung. Der Japaner jagt einem Traum nach: Er will menschliche Organe in Tieren züchten. Dann müsste keiner, der eine neue Leber oder Niere braucht, mehr auf ein Unfallopfer warten, von dem er sie transplantiert bekommt. Auf dem Weg zu diesem Ziel ist dem Wissenschaftler ein Durchbruch gelungen: Japan hat im März ein Gesetz geändert, ein Expertenkomitee des zuständigen Ministeriums hat soeben grünes Licht für die Experimente gegeben. Das „Leihmutter“-Tier darf den Embryo – weltweit erstmals – bis zur Geburt austragen. Bisher ließ man Tierembryos mit menschlichen Zellen nur maximal 14 Tage wachsen. Schon die Einpflanzung in einen Uterus war verboten, erst recht die Austragung. Zwar lässt auch die Gesetzeslage in Kalifornien, wo Nakauchi an der Uni Stanford sein zweites Standbein hat, eine Geburt von Tier-Mensch-Mischwesen zu. Aber eine Behörde des US-Gesundheitsministeriums hat vor vier Jahren einen Förderstopp für alle Experimente mit solchen Chimären verhängt.

Trotz des Rückenwinds will das Nakauchi-Team nichts überstürzen. Zunächst führt es schon bisher erfolgreiche Versuche mit Mäusen und Ratten fort. Dabei schaltet man bei den Rattenembryos ein Gen aus, das für die Bauchspeicheldrüse verantwortlich ist, die sich deshalb nicht bilden kann. Dann injiziert man ihnen pluripotente Stammzellen von Mäusen, die sich in fast alle Richtungen entwickeln können.

weiterlesen

Straße von Hormus: Iran kündigt Kooperationen mit Emiraten und Russland an

Karte: TP

Die Vereinigten Arabischen Emirate und der Iran sind zwar Nachbarn, aber nicht unbedingt als enge Freunde bekannt. Das liegt auch daran, dass die sieben sunnitischen Ölscheichtümer eigentlich Verbündete von Saudi-Arabien sind, dem ärgsten Regionalrivalen des schiitischen Gottesstaates (vgl. Hoffnung auf ein Ende des Jemen-Kriegs?).

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Trotzdem hat sich Mohammad Ali Mesbah al-Ahbabi, ein Brigadegeneral der Küstenwache der Emirate, gestern in Teheran mit Qassem Rezaei getroffen, einem Brigadegeneral der iranischen Grenzpolizei.

Bei dem Treffen, dem englischsprachige iranische Medien viel Berichtsraum einräumen, sollen die Vertreter der beiden Staaten übereingekommen sein, ihre „maritime Sicherheitskooperation“ im Golf von Persien und im Golf von Oman auszubauen. Rezaei betonte danach, dass der Golf von Persien und der Golf von Oman den Völkern in der Region gehörten und dass man „anderen Ländern“ mit eigenen Interessen nicht erlauben solle, die Sicherheit in der Region zu gefährden.

Am Montag war eine iranische Übereinkunft über gemeinsame Marineübungen mit Russland an der Straße von Hormus bekannt geworden. Dem iranischen Marinekommandanten Hossein Khanzadi nach sollen solche gemeinsamen Manöver „bald“ stattfinden.

Kurz davor hatten die britischen Kriegsschiffe HMS Duncan und HMS Montros den Golf von Persien erreicht. Sie sollen dort britische Handelsschiffe schützen, nachdem der Iran dort einen britischen Öltanker beschlagnahmte. Offizieller Grund für die Beschlagnahme war der Vorwurf des Rammens eines iranischen Fischerboots. Inoffiziell dürfte dabei eine Rolle spielen, dass die Briten vorher in Gibraltar einen iranischen Tanker festhielten, dem sie vorwerfen, embargowidrig Öl für Syrien zu transportieren. Öffentlich-rechtlichen iranischen Medien nach geschah das nicht durch die Polizei, sondern durch britische Marinesoldaten.

weiterlesen

Hindu-Extremisten verbrennen muslimischen Jugendlichen

Ein Anhänger der Extremistengruppe Vishwa Hindu Parishad trägt ein Bild des Hindugottes Ram. Foto: AP/Bernat Armangue

Bei einer erneuten Gewalttat von Hindu-Extremisten gegen religiöse Minderheiten in Indien ist ein 17 Jahre (anderen Angaben zufolge 18) alter Muslim lebendig verbrannt worden.

DERSTANDARD

Die Hindus hatten den Jugendlichen namens Mohd Khalid mit Kerosin übergossen und angezündet, nachdem er die Lobpreisung des Hindugottes Ram verweigert hatte, berichtete der asiatische katholische Pressedienst Ucanews laut Kathpress am Mittwoch.

Khalid sei in einem Krankenhaus in Varanasi im Bundesstaat Uttar Pradesh seinen schweren Brandverletzungen erlegen. Der emeritierte katholische Bischof von Bijnor, Gratian Mundadan, sprach gegenüber Ucanews von einem schockierenden Vorfall, der „die friedliebenden Menschen dieses Landes in Angst und Schrecken“ versetze.

BJP duldet „Kuhrächer“

Die indische Bundesregierung sowie die Regierung des Bundesstaates werden von der hindu-nationalistischen Partei BJP geführt. Christen und Muslime werfen der BJP vor, im Namen der Religion begangene Gewalttaten zu dulden. Dazu zählen etwa von „Kuhrächern“ verübte Morde an Muslimen zum Schutz der im Hinduismus heiligen Kühe.

weiterlesen

Johnson: „Physische Kontrollen“ an der irischen Grenze auch bei Hard Brexit ausgeschlossen

Irisch-nordirische Grenze bei Killeen. Foto: Oliver Dixon / The Border on Killeen School Road / CC BY-SA 2.0

Der neue britische Premierminister will sich „in allen Szenarien“ – also auch im Falle eines Ausstiegs ohne Abkommen – an die Karfreitagsübereinkunft von 1998 halten

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Der neue britische Premierminister Boris Johnson ist nach Antrittsbesuchen in Schottland und Wales in Nordirland eingetroffen. Dieser Landesteil ist der für den anstehenden Ausstieg aus der EU heikelste, weil die Backstop-Regelung für die Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland der Knackpunkt ist, an dem das von Johnsons Vorgängerin Theresa May ausgehandelte Ausstiegsabkommen hauptsächlich scheiterte.

Eine Änderung dieser Backstop-Regelung (die das UK auf unabsehbare Zeit dazu zwingen könnte, sich an EU-Regeln zu halten) hat der Tory zum erklärten Ziel von Verhandlungen über eine Reform dieses Abkommens erklärt. Gleichzeitig versuchte er gestern Brüssel und Dublin damit zu locken, dass er die Wiedereinführung „physischer Kontrollen“ oder den Wiederaufbau einer „physischen Infrastruktur“ an der Grenze zwischen Nordirland und Irland ausschloss. Sein Kabinett, so Johnson in einem Telefongespräch mit dem irischen Ministerpräsidenten Leo Varadkar, werde sich nämlich „in allen Szenarien“ – also auch im Falle eines Ausstiegs ohne Abkommen – an die Karfreitagsübereinkunft von 1998 halten (vgl. Vergebung für einen Terroristen).

Irischer Ministerpräsident hält Backstopp-Klausel weiterhin für „notwendig“

Neben der Abschaffung von Grenzkontrollen sieht diese Karfreitagsübereinkunft auch eine Teilung der Macht zwischen den katholischen und protestantischen Regionalparteien in Nordirland vor. Der dafür nötige Kompromiss gelingt den letzten Wahlsiegern – der protestantischen Democratic Unionist Party (DUP) und der katholischen Sinn Féin – nun bereits seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Deshalb entscheidet das britische Nordirlandministerium aktuell auch in Fragen, die eigentlich unter die Selbstverwaltung fallen. Johnson kündigte nun Gespräche mit allen mit fünf größeren nordirischen Parteien an, um diese Situation aufzulösen.

weiterlesen

Das Nördlinger Ries zeigt die katastrophalen Folgen eines Stufe-3-Meteoriten

Der Meteorit, der vor 14,5 Millionen Jahren das Nördlinger Ries schuf, schlug einen Krater von 25 Kilometer Durchmesser Quelle: Wikipedia/Nasa

Dass die Natur viele tödliche Untergangsszenarien bereithält, wird in der Debatte über den Klimawandel übersehen. Wie die Geschichte zeigt, kann schon eine kleine Meteoriten-Explosion Städte auslöschen.

Von Gerd Küveler | DIE WELT

Um 1900 wurden durch Menschen verursachte Umweltkatastrophen kaum diskutiert. Als Bedrohung Nummer eins erschien damals die „Asterix-Befürchtung“, dass uns der Himmel auf den Kopf fallen könnte. Ganz buchstäblich sogar in Form von Steinen aus dem Weltall. Davon zeugen diverse Science-Fiction-Romane jener Zeit, die das Problem ernst angingen, oder Kometen-Postkarten, die sich über ein derartiges Szenario lustig machten. Heute wissen wir recht gut, welche Großrisiken Kometen- und Asteroiden-Einschläge darstellen. Man kann grob vier Bedrohungsstufen unterscheiden.

Die Stufe eins geht von Objekten um 100 Meter aus. Ein Beispiel ist der (wahrscheinliche) Tunguska-Meteorit von 1908, der auf oder über unbewohntem Gebiet in Sibirien explodierte. Sein Durchmesser betrug circa 75 Meter. Er hätte ausgereicht, um den Großraum Berlin zu vernichten. Man rechnet etwa alle 300 Jahre weltweit mit einem solchen Ereignis.

weiterlesen

Die Bodensee-Region wirbt mit religiösem Urlaub

Wallfahrtskirche Birnau © Felix Kästle (dpa)

Regionen mit berühmten Kirchen und Klöstern liegen nicht nur im katholischen Italien. Ein Gebiet mit vielen Bezügen zu Religiosität und Spiritualität findet sich auch nördlich der Alpen: der Bodensee.

DOMRADIO.DE

Europäisches Zentrum des Wissens – so beschreiben Historiker die Bodenseeregion im frühen Mittelalter. Geprägt von Klöstern und Kirchen. Auch heute können Besucher eine Vielzahl religiöser Sehenswürdigkeiten erleben. Genau damit werben Tourismusverbände: mit Kirchen, Klöstern und Kultur. Und das zu Zeiten, in denen die Zahl der Austritte aus den christlichen Religionsgemeinschaften steigt – und mit ihr auch die Skepsis gegenüber dem Glauben.

Starke Anziehungskraft religiöser Gebäude

Die Zahl der Touristen, die sich im Urlaub Dome, Münster und kulturelle Kleinode ansehen, sinkt indes nicht. Für Thomas Maier, Leiter von Biblische Reisen und Touristikfachwirt, klingt das alles andere als abwegig: „Gotteshäuser, egal ob Kirche, Tempel oder Synagoge, üben schon immer eine starke Anziehungskraft auf Menschen aus.“

weiterlesen

Erstes Breitmaulnashorn nach künstlicher Befruchtung geboren

Südliches Breitmaulnashorn im Kruger-Nationalpark in Südafrika. (Bild: Imago)

Den Züchtern des Zoos von San Diego ist mit der Geburt eines Südlichen Breitmaulnashorns eine kleine Sensation gelungen. Die Wissenschafter wollen aber noch mehr.

Neue Zürcher Zeitung

Wie der Zoo mitteilt, könnte die ungewöhnliche Geburt dazu beitragen, die entfernt mit den Südlichen Breitmaulnashörnern verwandte Unterart der Nördlichen Breitmaulnashörner vor dem Aussterben zu bewahren. Weltweit leben nur noch zwei Tiere dieser Art – zwei Weibchen.

Das männliche Kalb kam am Sonntag zur Welt. Die Mutter Victoria habe die 30-minütige Geburt gut überstanden, teilte der Zoo mit. «Sie gibt gut auf ihr Junges acht. Das Kalb läuft bereits und trinkt regelmässig», sagte Barbara Durrant, zuständig für das Zuchtprogramm des Zoos. Die Geburt sei ein «entscheidender Schritt» im Bestreben, das bedrohte Nördliche Breitmaulnashorn zu retten.

weiterlesen

Attacke auf Rabbiner in Berlin

Rabbiner Yehuda Teichtal Bild: dpa

Der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin ist mit seinem Kind unterwegs. Dann wird er von zwei Männern auf Arabisch beschimpft – und bespuckt. Politiker verurteilen die Tat.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Zwei unbekannte Männer haben den Rabbiner der Jüdischen Gemeinde, Yehuda Teichtal, auf Arabisch beschimpft und bespuckt. Teichtal war in Begleitung eines seiner Kinder. Das teilte die Jüdische Gemeinde am Mittwoch mit. Der Staatsschutz beim Landeskriminalamt übernahm nach dem Vorfall vom Wochenende die Ermittlungen. Demnach fand der Angriff in der Nähe einer Synagoge im Bezirk Wilmersdorf statt, in der der Rabbiner zuvor den Gottesdienst geleitet hatte.

Rabbiner Teichtal sagte dazu in der Pressemitteilung der Jüdischen Gemeinde: „Wir müssen leider feststellen, dass die Aggressionen gegen Juden sowohl auf den Schulhöfen als auch auf den Straßen Berlins ein Eigenleben entwickelt haben. Ich bleibe aber weiterhin überzeugt: Die meisten Menschen in Berlin wollen diese Aggression gegen Juden als traurigen Bestandteil des jüdischen Alltags nicht hinnehmen.“

weiterlesen