Straße von Hormus: Iran kündigt Kooperationen mit Emiraten und Russland an


Karte: TP

Die Vereinigten Arabischen Emirate und der Iran sind zwar Nachbarn, aber nicht unbedingt als enge Freunde bekannt. Das liegt auch daran, dass die sieben sunnitischen Ölscheichtümer eigentlich Verbündete von Saudi-Arabien sind, dem ärgsten Regionalrivalen des schiitischen Gottesstaates (vgl. Hoffnung auf ein Ende des Jemen-Kriegs?).

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Trotzdem hat sich Mohammad Ali Mesbah al-Ahbabi, ein Brigadegeneral der Küstenwache der Emirate, gestern in Teheran mit Qassem Rezaei getroffen, einem Brigadegeneral der iranischen Grenzpolizei.

Bei dem Treffen, dem englischsprachige iranische Medien viel Berichtsraum einräumen, sollen die Vertreter der beiden Staaten übereingekommen sein, ihre „maritime Sicherheitskooperation“ im Golf von Persien und im Golf von Oman auszubauen. Rezaei betonte danach, dass der Golf von Persien und der Golf von Oman den Völkern in der Region gehörten und dass man „anderen Ländern“ mit eigenen Interessen nicht erlauben solle, die Sicherheit in der Region zu gefährden.

Am Montag war eine iranische Übereinkunft über gemeinsame Marineübungen mit Russland an der Straße von Hormus bekannt geworden. Dem iranischen Marinekommandanten Hossein Khanzadi nach sollen solche gemeinsamen Manöver „bald“ stattfinden.

Kurz davor hatten die britischen Kriegsschiffe HMS Duncan und HMS Montros den Golf von Persien erreicht. Sie sollen dort britische Handelsschiffe schützen, nachdem der Iran dort einen britischen Öltanker beschlagnahmte. Offizieller Grund für die Beschlagnahme war der Vorwurf des Rammens eines iranischen Fischerboots. Inoffiziell dürfte dabei eine Rolle spielen, dass die Briten vorher in Gibraltar einen iranischen Tanker festhielten, dem sie vorwerfen, embargowidrig Öl für Syrien zu transportieren. Öffentlich-rechtlichen iranischen Medien nach geschah das nicht durch die Polizei, sondern durch britische Marinesoldaten.

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