Weshalb der Diamantweg-Buddhismus für Kritik sorgt


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Bei Immenstadt im Allgäu läuft gerade die jährliche Tagung der Bewegung Diamantweg. Tausende Buddhisten werden erwartet. Der Diamantweg ist derzeit hoch umstritten, weil sich Gründer Ole Nydahl kritisch über den Islam geäußert haben soll.

Alkyone Karamanolis, Markus Kaiser | BR24

Es geht ruhig zu, unter der Mariensäule am Rathausplatz. Eine Eisdiele, eine Bäckerei, ein Blumenladen. Es gibt einen Asylhelferkreis im „Städtle“ und eine Moschee, man lebt ein friedliches Miteinander. Auch das buddhistische Zentrum des so genannten „Diamantweg“ am Hang, hoch über dem Alpsee, gehört dazu.

Lama des Diamantweg: Islamfeindliche Aussagen?

Doch seit einigen Jahren mehrt sich die Kritik am Gründer der Bewegung, dem Dänen Ole Nydahl. Er hat wiederholt mit Aussagen über den Islam Schlagzeilen gemacht. Viele, so zum Beispiel Politiker aus Immenstadt, stufen sie als rechtsradikal ein. Auch der Dachverband Deutsche Buddhistische Union (DBU) distanziert sich vom Lama des Diamantwegs.

„Es gibt Aussagen von Ole Nydahl, die viele von uns als fremdenfeindlich und vor allem eben auch als islamfeindlich empfunden haben. Er hat wenig oder gar nicht zwischen Islam und Islamismus unterschieden. Seine Sprüche haben den Eindruck erweckt, dass er für alle Buddhisten spricht – das ist überhaupt nicht der Fall.“ Nils Clausen, Vorstandsmitglied der DBU

„Andere hatten Hitler und Stalin, wir haben den Islam. Das ist alles dasselbe!“ – das hat der Buddhistenlehrer vor seinen Anhängern im buddhistischen Europazentrum bei Immenstadt Medienberichten zufolge gesagt. In einer Stellungnahme aus dem letzten Jahr erklärt Ole Nydahl, seine Aussage sei aus dem Zusammenhang gerissen worden. Er würde lediglich den „politischen Islam“ kritisieren.

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