Hep-Hep-Pogrome: „Eine Judenschlacht wie im Mittelalter“

Hep-Hep-Krawalle 1819, hier in Frankfurt am Main Quelle: Wikipedia/Public Domain

„Hep(p), Hep(p)“, skandierte der Mob im August 1819 in Würzburg und anderen Städten und machte Jagd auf Juden. Die schwersten Ausschreitungen vor den NS-Pogromen 1938 hatten zahlreiche Ursachen.

Von Sven Felix Kellerhoff | DIE WELT

Eine erregte Menschenmenge braucht nicht viel, um zum Mob zu werden. Am 2. August 1819 begrüßten Hunderte Bürger in Würzburg, darunter viele Studenten, den liberalen Staatsrechtler und Abgeordneten in der bayerischen Kammer Wilhelm Joseph Behr. Er begeisterte sich für nationale Ideen und wetterte oft gegen die Neuerungen, die während der napoleonischen Dominanz auch in Bayern Einzug gehalten hatten – zum Beispiel die Emanzipation der Juden.

Rund 400 Menschen jüdischen Glaubens lebten zu dieser Zeit in der Bischofsstadt, die seit 1814 zum Königreich Bayern gehörte. Zwei Jahre später war dort das Bayerische Judenedikt von 1813 in Kraft getreten, das einheimischen Juden weitgehend die gleichen Bürgerrechte zugestand wie einheimischen Katholiken.

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Bedenken gegen Liste mit Abtreibungspraxen

Die von der Bundesärztekammer erstellte Liste mit Abtreibungspraxen stößt auf Bedenken. Wie die Tageszeitung „Die Welt“ (Freitag) berichtet, befürchten Politiker und Wissenschaftler, dass die Liste aufgrund der aufgeheizten gesellschaftlichen Debatte im Zusammenhang mit der Änderung des Strafrechtsparagrafen 219a als eine Art Pranger dienen könnte.

evangelisch.de

„In Zeiten, in denen klerikale Kreise und Rechtextreme Ärzte ins Visier nehmen, liefert man denen die Adresse nicht noch frei Haus“, sagte die frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Cornelia Möhring, der Zeitung.

„Solange der 219a existiert, stehen Ärzte nach wie vor mit einem Bein im Gefängnis“, sagte die Linkenpolitikerin: „In der Situation zu verlangen, sich freiwillig auf eine solche Liste setzen zu lassen, ist absurd.“

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Uni Tübingen bestätigt Sitzordnungs-Konfrontation unter Islamstudenten

Auf Presseberichte über Diskriminierung weiblicher Islamstudentinnen durch männlichen Mitstudenten am Islamzentrum und Vorwürfe wegen Islamismus reagiert die Universität Tübingen.

kath.net

Auf den Bericht der „Stuttgarter Zeitung“, wonach es am Islamzentrum der Universität Tübingen dazu gekommen sei, dass männliche Studenten weibliche Mitstudentinnen dazu aufgefordert hätten, sich während der Lehrveranstaltungen auf die hinteren Plätze zu begeben, sowie Sorgen um Kontakte zur Muslimbruderschaft (kath.net hat berichtet), reagiert die Universität Tübingen mit einer Stellungnahme (Link siehe unten). Darin bestätigt sie, dass es jüngst zu Konfrontationen zwischen einem Studenten und mehreren Studentinnen der islamischen Theologie um die Sitzordnung bei Lehrveranstaltungen gekommen sei. Der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler, erläutert: „Die Universitätsleitung kennt diesen Konflikt und wird zu Beginn des Wintersemesters auf den genannten Studenten in geeigneter Form einwirken. „Derartige Verhaltensweisen werden an einer staatlichen Universität in Baden-Württemberg nicht toleriert.“

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Waldsterben 2.0: Braucht der Wald den Wolf?

Wolf. Bild: Malene Thyssen/ CC BY-SA 3.0

Auch zu viel Wild macht dem kranken Wald zu schaffen. Klöckner will „Waldgipfel“ im September

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Dem Wald geht es nicht gut. In Deutschland nicht, nicht in Schweden, am Polarkreis oder am Amazonas. Die Gründe sind vielfältig und reichen hierzulande von Plantagenwirtschaft über Luftschadstoffe und Insektenbefall bis zum Klimawandel.

Eines der Probleme besteht darin, dass vielerorts der Wald erhebliche Schwierigkeiten hat, auf natürlichem Wege nachzuwachsen. Zu hohe Wildbestände sorgen dafür, dass Jungbäume abgefressen und die Rinde auch älterer Bestände beschädigt wird.

Das wird zum Beispiel vom NDR aus Mecklenburg-Vorpommern berichtet. Dort würden die Bestände an Rotwild zunehmen. Das zuständige Ministerium hatte daher ursprünglich eine Sondergenehmigung erteilt, die das Abschießen von Tieren aus der Jugend-Altersklasse auch in der Schonzeit erlaubt, die noch keinen Nachwuchs haben.

Dann wurde diese Sondergenehmigung aber ohne Begründung wieder zurückgezogen. Offensichtlich hatte sich die an hohen Wildbeständen interessierte Jägerlobby durchsetzen können. Die Forstbehörde hatte hingegen gehofft, durch die den Schutz der Muttertiere beachtenden Bejagung auch in der Schonzeit die Tiere von jungen Anpflanzungen fernhalten zu können.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte kürzlich in einer Stellungnahme zum erbärmlichen Zustand der hiesigen Wälder auf das Problem hingewiesen. Das Schalenwild, also Rehe und Hirsche, müsse so bejagt werden, dass eine natürliche Verjüngung von Laubbäumen ohne teure Zäune möglich sei.

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Schlagende Herzkammer aus dem 3D-Drucker

Dies ist eine funktionsfähige linke Herzkammer, hergestellt mittels 3D-Druck aus Herzmuskelzellen und Kollagen. © Carnegie Mellon University College of Engineering

Bis ins kleinste Detail: US-Forscher haben eine Technik entwickelt, die die Organzucht im Labor deutlich voranbringen könnte. Denn mit ihrer Form des biologischen 3D-Drucks lassen sich menschliche Organe und Organteile noch bis in die feinsten Mikrostrukturen erzeugen. Als ersten Test produzierten die Forscher eine linke Herzkammer aus Kollagen und Herzmuskelzellen, die nach wenigen Tagen von selbst begann zu schlagen, wie sie im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Der 3D-Druck hat nicht nur der Technik, sondern auch der Medizin zu entscheidenden Fortschritten verholfen. Denn damit ist es möglich, auch Organe und Gewebestrukturen im Labor zu erzeugen. Meist wird dabei ein Organgerüst aus Kollagen oder speziellen Zellulosegelen gedruckt, auf dem sich dann Zellen ansiedeln und so die gewünschten Gewebe bilden. Neben menschlicher Haut, Eierstöcken und einer Ohrmuschel haben Forscher vor kurzem sogar ein menschliches Herz mittels 3D-Druck produziert  -wenn auch im Mini-Format.

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Klöckner fordert abermals Burka-Verbot

Das geht nicht mehr: Eine voll verschleierte Frau verfolgt im November 2016 eine Sitzung des niederländischen Parlaments in Den Haag . Bild: EPA

Frankreich hat es vor Jahren eingeführt, und nun auch die Niederlande. Die Landwirtschaftsministerin will ein Verbot auch für Deutschland. Das Innenministerium sagt: Keine Chance.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Nach dem Inkrafttreten des Burka-Verbotes in den Niederlanden haben Unionspolitiker erneut eine Debatte über die Vollverschleierung von Frauen in der Öffentlichkeit angestoßen. „Vollverschleierung steht nicht für religiöse Vielfalt, sondern für ein abwertendes Frauenbild“, sagte CDU-Vize Julia Klöckner der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag). „Die Vollverschleierung zuzulassen, hat nichts mit Toleranz zu tun, sondern ist Ignoranz gegenüber Frauen und Mädchen“, sagte die Bundeslandwirtschaftsministerin.

In den Niederlanden gilt seit Monatsbeginn ein umfassendes Verschleierungsverbot für den öffentlichen Raum. In Deutschland ist in bestimmten Bereichen des öffentlichen Diensts, in Gerichten und bei der Bundeswehr eine Vollverschleierung untersagt. Nach einem Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sollen Prozessbeteiligten künftig vor Gericht Verhüllungen des Gesichts auch aus religiösen Gründen grundsätzlich untersagt werden.

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Müssen deutsche IS-Anhänger zurückgeholt werden?

Angehörige von IS-Kämpfern in einem syrischen Gefangenenlager: Die Bundesregierung bleibt in der Rückführungsfrage hart.(Foto: AFP)
  • Die Bundesregierung gerät zunehmend unter Druck wegen ihrer Weigerung, deutsche IS-Anhänger aus Syrien zurückzuholen.
  • Ein Berliner Gericht übt harsche Kritik am bisherigen Regierungskurs

Von Britta von der Heide, Georg Mascolo | Süddeutsche Zeitung

Seit Monaten kommt in Berlin regelmäßig eine Runde hochrangiger Beamter zusammen, es sind Staatssekretäre aus dem Außenministerium, dem Innen- und Justizressort sowie dem Kanzleramt. Stets werden die neuesten Zahlen der in Gefangenen- und Flüchtlingslagern einsitzenden deutschen IS-Anhänger und ihrer Familien vorgetragen und die humanitäre Lage erörtert. Aus Sicht des Roten Kreuzes ist sie an vielen Orten katastrophal. Auch geht es darum, ob US-Präsident Donald Trump wieder per Tweet oder ausnahmsweise einmal in diplomatischer Form darauf gedrungen hat, endlich für die Rückführung der Einsitzenden zu sorgen. Und welche Staaten seinem Drängen inzwischen nachgegeben haben.

Deutschland gehört bisher nicht dazu, allerdings hat sich die Bundesregierung inzwischen darauf geeinigt, zumindest die Kinder aus diesem Elend herauszuholen. Besonders viele von ihnen befinden sich im Camp al-Haul, es liegt auf syrischem Boden, nahe der irakischen Grenze. Von den dortigen über 70 000 Insassen sind mehr als 90 Prozent Frauen und Kinder. Manche wurden von ihren Eltern in den Wahnsinn verschleppt, andere im IS-Gebiet geboren. Sie sind Opfer.

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Die unzerstörbare Roboter-Kakerlake

(Bild: Berkeley)

Wissenschaftler haben einen kleinen Roboter konstruiert, der nicht nur ähnlich flink ist, wie Insekten, sondern gleichzeitig deutlich widerstandsfähiger.

Von Hans-Arthur Marsiske | heise online

Ein amerikanisch-chinesisches Forschungsteam hat einen insektengroßen Roboter konstruiert, der nicht nur hinsichtlich der Geschwindigkeit mit seinen biologischen Vorbildern vergleichbar ist. Er lässt sich auch ebenso schwer außer Gefecht setzen.

Mobilität und Robustheit sind die beiden Herausforderungen, deren Bewältigung sich die Wissenschaftler von der University of California at Berkeley, der Tsinghua University und der Beihang University vorgenommen hatten. Gemessen an der Körpergröße zählten Insekten zu den schnellsten Lebewesen der Erde, schreiben sie in Science Robotics. Derzeitiger Rekordhalter sei die Milbe Paratarsotomus macropalpis, bei der über 300 Körperlängen pro Sekunde gemessen worden seien.

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Deutsche stellt Strafanzeige wegen geheimdienstlicher spanischer Agententätigkeit

Grafik: TP

Nun hat die Deutsche Marie Kapretz Strafanzeige wegen „geheimdienstlichen Agententätigkeit gemäß § 99 StGB gegen unbekannte mutmaßliche Mitarbeiter spanischer Sicherheitsbehörden gestellt“. Deshalb muss sich nun die deutsche Justiz mit dem Vorgang befassen, den Telepolis bereits dargelegt hatte.

Ralf Streck | TELEPOLIS

Kapretz bezieht sich auf Dokumente aus dem spanischen Innenministerium, die an dieser Stelle zum Teil veröffentlicht wurden (Spanien betreibt umfangreiche Überwachung in Deutschland). Sie geht zudem davon aus, „dass mich das spanische Innenministerium auf deutschem Boden beschattet hat und es wahrscheinlich noch tut“.

Die Dokumente, die Telepolis vorliegen, weisen auf eine umfassende Überwachung hin, die sich nicht nur gegen Kapretz richtete, sondern auch gegen Politiker und Journalisten. Und es geht offenbar nicht allein um die katalanische Frage, wie ein Hinweis auf einen „Überwachungsbericht“ gegen eine in Deutschland lebende andalusische Journalistin zeigt.

Klar ist auch, dass von ähnlichen Vorgängen mindestens auch Menschen in Großbritannien und der Schweiz betroffen waren. In der Alpenrepublik hatte die spanische Botschafterin die Unterstützung des Geheimdienstes CNI angefordert.

Aus einer Erklärung der katalanischen Vertretung, für die Kapretz seit einem Jahr tätig ist, geht hervor, dass die Anzeige zum „Schutz“ der „persönlichen Integrität“ von Kapretz gestellt wurde. Sie wurde lange vor ihrer Anstellung als Leiterin der katalanischen Delegation in Berlin ausgespäht, wie aus den vorliegenden Dokumenten eindeutig hervorgeht. Die Strafanzeige diene auch dazu, um „die Vorgehensweise der spanischen Behörden öffentlich zu machen“.

Betont wird, dass die veröffentlichten Unterlagen „auch eindeutige Hinweise enthalten, dass die spanischen Behörden nicht davor zurückschrecken, zur Durchsetzung ihrer Interessen sogar deutsche Parlamentarier und Bundestagsgremien ins Visier zu nehmen und massiven Einfluss auf sie zu nehmen“.

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NSA-Enthüller Snowden veröffentlicht Memoiren im September

NSA-Enthüller Edward Snowden bringt ein neues Buch auf den Markt.Foto: ap

In „Permanent Record. Meine Geschichte“ will Ex-Geheimdienstler seinen Weg zur Gewissenskrise beschreiben

DERSTANDARD

Der Whistleblower Edward Snowden, der 2013 die ausufernde Internet-Überwachung durch amerikanische und britische Geheimdienste enthüllt hatte, veröffentlicht am 17. September seine Memoiren.

In dem Buch mit dem Titel „Permanent Record. Meine Geschichte“ wolle der Ex-Geheimdienstler unter anderem seinen Weg zur Gewissenskrise beschreiben, die ihn zu den Enthüllungen bewegt habe, teilte der S. Fischer Verlag am Donnerstag mit.

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Europäischer Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma

Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas Gedenkstätte im Oktober 2012 nach der Einweihung. Bild: © Rolf Krahl CC-BY 4.0

Zum Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma wird am Freitag in Berlin an die Ermordung von mehr als 4.000 Frauen, Männern und Kindern am 2. August 1944 in den Gaskammern von Auschwitz erinnert.

evangelisch.de

Zu der Gedenkfeier am Mahnmal für Sinti und Roma neben dem Reichstag würden die Präsidentin der Humboldt-Viadrina Governance Platform, Gesine Schwan, und der NS-Überlebende Zoni Weisz als Redner erwartet, kündigte die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas am Donnerstag in Berlin an.

Am 2. August jährt sich die Liquidation des sogenannten Zigeunerfamilienlagers im KZ Auschwitz-Birkenau zum 75. Mal. SS-Angehörige ermordeten in der Nacht zum 3. August 1944 die über 4.000 verbliebenen Sinti und Roma in Gaskammern – zumeist als arbeitsunfähig eingestufte Frauen, Kinder und ältere Menschen.

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Pufferzone in Nordostsyrien: Die Bedingungen der YPG

Archivbild (Dezember 2018): Propaganda der islamistischen Miliz Liwa Suqur al Shimal in Vorbereitung zur Unterstützung der türkischen Invasion auf Manbisch in Nordsyrien

Der Kommandeur der SDF bietet eine 5 Kilometer tiefe Zone als Kompromissvorschlag an. Unter der Bedingung, dass die Türkei keine syrischen islamistischen Milizen einsetzen darf

Thomas Pany | TELEPOLIS

Nur 5 Kilometer darf die „Sicherheitszone“, die die Türkei fordert, tief nach Nordsyrien hineinreichen, so verlangen es die Kurden. Und sie wollen eine internationale Aufsicht über die safe zone, ohne Beteiligung türkischer Truppen – außer die Türkei erfüllt Bedingungen, die zu erfüllen im Augenblick völlig unmöglich erscheinen.

Aber vielleicht sind derzeit Kompromisse möglich, der Druck wächst, alle drei großen Parteien, die USA, die Türkei und die Kurden der Rojava-Selbstverwaltung, stehen in einem Kräfte- und Abhängigkeitsverhältnis zueinander, das Kompromisse braucht. Außer man will die nächste große Front in Syrien eröffnen.

Allein dass die YPG nun selbst Vorschläge für die Pufferzone öffentlich macht, ist nach all den Erfahrung, die die Kurden in Afrin gemacht haben und machen, ein Schritt, der lange Zeit von Experten und Beobachtern als unwahrscheinlich eingestuft worden war. Die Türkei in die von Kurden verwalteten Gebiete in Nordsyrien hineinzulassen, wurde als Risiko gesehen, das die YPG niemals akzeptieren würde.

Die genannten kurdischen Vorschläge, wonach eine buffer zone mit fünf Kilometern Tiefe statt 30 Kilometern, wie von der Türkei gefordert, möglich wäre, stammen vom kurdischen SDF-Kommandeur Mazlum Kobane (aka Ferhat Abdi Sahin, oft auch unter dem Namen Mazlum Abdi oder Ebdi). Er äußert sie in einem Interview mit al-Monitor.

Dort heißt es, dass die Kurden Vorschläge zur Einrichtung einer Sicherheitszone über die von den USA vermittelten Kontakte zum türkischen Geheimdienst bereits schon im Dezember weitergegeben hätten, um eine eigene Kompromisslösung auf den Verhandlungstisch zu bringen.

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Kirche wehrt sich gegen AfD-Kritik

Im Juni hatte die AfD in einem Positionspapier scharfe Kritik an der evangelischen Kirche geäußert. In einer eigenen Stellungnahme weisen die Protestanten die Vorwürfe nun zurück. Unter anderem werfen sie der Partei Halbwahrheiten und Diffamierungen vor.

katholisch.de

Die evangelische Kirche wehrt sich mit einer mehrseitigen Stellungnahme gegen ein kirchenkritisches Positionspapier der AfD. Das im Juni unter Federführung der Thüringer AfD-Landtagsfraktion veröffentlichte Papier mit dem Titel „Unheilige Allianz. Der Pakt der Evangelischen Kirche mit dem Zeitgeist und den Mächtigen“ sei mit „Halbwahrheiten, Unterstellungen und Diffamierungen“ angereichert und greife unter anderem den Berliner Landesbischof Markus Dröge namentlich an, erklärte der Arbeitsbereich „Demokratische Kultur und Kirche“ an der Evangelischen Akademie zu Berlin am Mittwoch in der Bundeshauptstadt.

Konkret äußert sich der Arbeitsbereich in seiner Stellungnahme zu sechs Vorwürfen, die die AfD in ihrem Papier gegen die Kirche erhoben hatte.

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Lebensfreundliche Supererde in 31 Lichtjahren Entfernung

In nur 31 Lichtjahren Entfernung gibt es einen Zwergstern mit drei erdähnliche Planeten, davon eine möglicherweise lebensfreundliche Supererde (vorne) © Carl Sagan Institute/ Jack Madden

Neue Welten vor unserer „Haustür“: Die Zahl der potenziell lebensfreundlichen Planeten in unserer Nachbarschaft wird immer größer. Aktueller Neuzugang ist eine nur 31 Lichtjahre entfernte Supererde, die Astronomen mithilfe des Weltraumteleskops TESS und erdbasierter Teleskope aufgespürt haben. Der Exoplanet GJ 357d kreist als dritter und äußerster Planet am Rand der habitablen Zone seines Sterns.

scinexx

In unserer kosmischen Nachbarschaft wimmelt es nur so von Exoplaneten. Inzwischen scheint kaum ein Stern mehr ohne planetare Begleiter zu sein. So wird der nur 40 Lichtjahre entfernte Rote Zwerg TRAPPIST-1 von gleich sieben erdähnlichen Planeten umkreist, in nur 14 Lichtjahren gibt es eine lebensfreundliche Supererde und auch der zwölf Lichtjahre entfernte „Teergardens Stern“ besitzt zwei potenziell lebensfreundliche Welten. Sogar unser nächster Nachbar, Proxima Centauri, wird von einem Planeten in der habitablen Zone umkreist.

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Religionswissenschaftlerin über christliche Botschaften im Heavy Metal: „Kein Widerspruch“

Ein Besucher des Musikfestivals „Wacken Open Air“ © Michael Althaus (KNA)

„Es gibt Bands, die ganz klar christliche Botschaften vermitteln“, meint die Religionswissenschaftlerin Anna-Katharina Höpflinger, die das Verhältnis von Heavy Metal und Religion erforscht. Denn beide beschäftigen sich mit den Schattenseiten des Lebens.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: 75.000 Menschen sind beim größten Heavy-Metal Festival der Welt. Symbole, die man dort häufig sieht sind der Teufelsanbeter, Teufelshörner, umgedrehte Kreuze und Totenköpfe. Trotzdem hat Heavy Metal nichts gegen das Christentum. Es gibt sogar Zusammenhänge, sagen Sie. Wie sieht die aus?

Dr. Anna-Katharina Höpflinger (Religionswissenschaftlerin an der Ludwig-Maximilians-Universität München): Ja, es gibt christlichen Metal. Und es gibt auch sonst ein sehr reges Wechselspiel zwischen Metal und Religion. Nicht jede Band ist automatisch satanistisch oder böse.

DOMRADIO.DE: Wie sieht dieses Wechselspiel aus?

Höpflinger: Viele Bands nehmen religiöse Botschaften auf – von christlichen bis zu hinduistischen Motiven. Es gibt Bands, die ganz klar christliche Botschaften vermitteln. Oder es gibt zum Beispiel Bands, die Weihnachtslieder covern.

DOMRADIO.DE: Die Band Black Sabbath mit Ozzy Osbourne hat Fledermäusen den Kopf abgebissen. Es gibt weitere Geschichten von Bands, die ihr Publikum mit Schweineblut bespritzen. Und natürlich das umgedrehte Kreuz. Spricht das alles nicht eher gegen das Christentum?

Höpflinger: Beim Heavy Metal gibt es wirklich alles. Und natürlich gibt es auch Bands, die wirklich zur „Church of Satan“ gehören – aber eben nicht alle. Der Gedanke, dass quasi der ganze Metal so mächtig sei, stammt eigentlich aus den 80er Jahren. Dort gab es in den USA so eine Art „moral panic“ also eine moralische Panik, die die Idee hat, dass Heavy Metal die Jugend verführe. Heavy Metal solle nicht nur zu Sekten und bösem Okkultismus, sondern auch zum zügellosen Sex, zu Gewalt oder in Drogen führen. Damals wurde auch eine Liste herausgegeben mit den fünfzehn schlimmsten Bands, neun davon sind wirklich Heavy Metal Bands auf dieser Liste.

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Die dubiosen Millionengeschäfte der Radiologen

Kontrastmittel werden Patienten gespritzt, um etwa Krebsherde oder verstopfte Herzkranzgefäße besser diagnostizieren zu können. (Foto: AFP)
  • In einigen Bundesländern bereichern sich Radiologen mit Kontrastmitteln, die sie günstig einkaufen und den Krankenkassen teuer in Rechnung stellen.
  • Das zeigen interne Unterlagen von Radiologiepraxen und Pharmaherstellern.
  • Bundesweit belaufen sich die Verluste für das Solidarsystem auf fast 200 Millionen Euro.

Von Christina Berndt, Markus Grill | Süddeutsche Zeitung

In fünf Bundesländern können Radiologen auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen jedes Jahr Zehntausende Euro zusätzlich verdienen, indem sie bestimmte Medikamente billig einkaufen, für die sie dann von den Kassen teure Pauschalen erhalten. Das ergeben Recherchen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR in internen Unterlagen von Radiologiepraxen und Pharmaherstellern.

Bei den Medikamenten handelt es sich um Kontrastmittel, die Ärzte ihren Patienten bei Untersuchungen im Computertomografen (CT) oder Magnetresonanztomografen (MRT) spritzen, um etwa Krebsherde oder verstopfte Herzkranzgefäße besser diagnostizieren zu können. So konnten Radiologen in Bayern in einem Fall das MRT-Kontrastmittel „Dotagraf“ der Bayer-Tochter Jenapharm zum Preis von 760 Euro je Liter einkaufen und bekamen es mit 3900 Euro vergütet. Bayer nahm dazu auf Anfrage keine Stellung. Auf diese Weise sind mit einem einzigen MRT-Gerät Zusatzeinnahmen von knapp 100 000 Euro pro Jahr möglich. Bundesweit belaufen sich die Verluste für das Solidarsystem auf fast 200 Millionen Euro.

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Maas: Bischöfe hatten wichtige Rolle bei Versöhnung mit Deutschland

Wäre die Versöhnung zwischen Polen und Deutschland ohne die Bischöfe unmöglich gewesen? Diesen Gedanken legen die Worte von Außenminister Heiko Maas nahe, der in Warschau einen besonderen Briefwechsel würdigte.

katholisch.de

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat in seiner Rede zum 75. Jahrestag des Warschauer Aufstands an die Rolle der polnischen Bischöfe bei der Versöhnung zwischen Polen und Deutschland erinnert. Es seien die Bischöfe aus dem Nachbarland gewesen, die nach dem Krieg die Hand ausgestreckt hätten, erklärte Maas am Donnerstag in Warschau. Er verwies auf den Brief an ihre deutschen Amtsbrüder im November 1965, der den „mutigen Satz“ enthalten habe: „Wir vergeben – und wir bitten um Vergebung“. Dies sei eine beeindruckende Geste gewiesen, die leider nie das Echo erhalten habe, das sie eigentlich verdient hätte, so Maas.

Die deutsch-polnische Versöhnungsgeste von 1965 gilt als einer der entscheidenden Wendepunkte in der Geschichte beider Länder nach dem Zweiten Weltkrieg. Kurz vor dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) hatten die polnischen Bischöfe am 18. November 1965 an ihre deutschen Amtsbrüder geschrieben.

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