Müssen deutsche IS-Anhänger zurückgeholt werden?


Angehörige von IS-Kämpfern in einem syrischen Gefangenenlager: Die Bundesregierung bleibt in der Rückführungsfrage hart.(Foto: AFP)
  • Die Bundesregierung gerät zunehmend unter Druck wegen ihrer Weigerung, deutsche IS-Anhänger aus Syrien zurückzuholen.
  • Ein Berliner Gericht übt harsche Kritik am bisherigen Regierungskurs

Von Britta von der Heide, Georg Mascolo | Süddeutsche Zeitung

Seit Monaten kommt in Berlin regelmäßig eine Runde hochrangiger Beamter zusammen, es sind Staatssekretäre aus dem Außenministerium, dem Innen- und Justizressort sowie dem Kanzleramt. Stets werden die neuesten Zahlen der in Gefangenen- und Flüchtlingslagern einsitzenden deutschen IS-Anhänger und ihrer Familien vorgetragen und die humanitäre Lage erörtert. Aus Sicht des Roten Kreuzes ist sie an vielen Orten katastrophal. Auch geht es darum, ob US-Präsident Donald Trump wieder per Tweet oder ausnahmsweise einmal in diplomatischer Form darauf gedrungen hat, endlich für die Rückführung der Einsitzenden zu sorgen. Und welche Staaten seinem Drängen inzwischen nachgegeben haben.

Deutschland gehört bisher nicht dazu, allerdings hat sich die Bundesregierung inzwischen darauf geeinigt, zumindest die Kinder aus diesem Elend herauszuholen. Besonders viele von ihnen befinden sich im Camp al-Haul, es liegt auf syrischem Boden, nahe der irakischen Grenze. Von den dortigen über 70 000 Insassen sind mehr als 90 Prozent Frauen und Kinder. Manche wurden von ihren Eltern in den Wahnsinn verschleppt, andere im IS-Gebiet geboren. Sie sind Opfer.

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