Waldsterben 2.0: Braucht der Wald den Wolf?


Wolf. Bild: Malene Thyssen/ CC BY-SA 3.0

Auch zu viel Wild macht dem kranken Wald zu schaffen. Klöckner will „Waldgipfel“ im September

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Dem Wald geht es nicht gut. In Deutschland nicht, nicht in Schweden, am Polarkreis oder am Amazonas. Die Gründe sind vielfältig und reichen hierzulande von Plantagenwirtschaft über Luftschadstoffe und Insektenbefall bis zum Klimawandel.

Eines der Probleme besteht darin, dass vielerorts der Wald erhebliche Schwierigkeiten hat, auf natürlichem Wege nachzuwachsen. Zu hohe Wildbestände sorgen dafür, dass Jungbäume abgefressen und die Rinde auch älterer Bestände beschädigt wird.

Das wird zum Beispiel vom NDR aus Mecklenburg-Vorpommern berichtet. Dort würden die Bestände an Rotwild zunehmen. Das zuständige Ministerium hatte daher ursprünglich eine Sondergenehmigung erteilt, die das Abschießen von Tieren aus der Jugend-Altersklasse auch in der Schonzeit erlaubt, die noch keinen Nachwuchs haben.

Dann wurde diese Sondergenehmigung aber ohne Begründung wieder zurückgezogen. Offensichtlich hatte sich die an hohen Wildbeständen interessierte Jägerlobby durchsetzen können. Die Forstbehörde hatte hingegen gehofft, durch die den Schutz der Muttertiere beachtenden Bejagung auch in der Schonzeit die Tiere von jungen Anpflanzungen fernhalten zu können.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte kürzlich in einer Stellungnahme zum erbärmlichen Zustand der hiesigen Wälder auf das Problem hingewiesen. Das Schalenwild, also Rehe und Hirsche, müsse so bejagt werden, dass eine natürliche Verjüngung von Laubbäumen ohne teure Zäune möglich sei.

weiterlesen