„Nordkreuz-Liste“ immer noch online: Totales Staatsversagen


Staatsversagen oder Ignoranz? Feindesliste Rechtsextremer ist online abrufbar. 
© imago images / Metodi Popow

Die Rechtsextremen stellen bereits 2016 eine Liste mit Kontaktdaten ihrer Gegner ins Netz. Doch die Behörden bleiben bislang untätig. Der Kommentar.

Von Katja Thorwarth | Frankfurter Rundschau

Seit 2016 sind im Internet Daten von rund 25.000 Menschen abrufbar, die die rechtsextreme Szene zu ihren politischen Feinden zählt. Name, Adresse, Handynummer, E-Mail-Kontakt, alles fein säuberlich in einer Excel-Tabelle gelistet, nach wie vor zum Download bereit.

Natürlich impliziert die seit Jahren durchs Netz geisternde Tabelle die Aufforderung, den politischen Gegnern der Rechten einen wie auch immer gearteten Schaden zuzufügen. Es scheint wie eine Aufforderung an all jene, die es den „linksversifften Zecken“ gerne mal zeigen würden. ‚Schaut, da sitzen sie, vielleicht in eurer Nachbarschaft‘, lautet die Botschaft, ganz so, als würde nur darauf gewartet, dass irgendwann einmal jemand die Theorie in die Tat umsetzt. 

Feindesliste wird auch vom AfD-Politiker verteilt

Wie weit die Liste Verbreitung fand, sieht man auch am AfD-Politiker Heiner Merz. Der hatte die Daten in einer E-Mail als Anhang verschickt. Übrigens ist der Mann Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg – und wer immer noch glaubt, die AfD sei nicht rechtsextrem, dem ist auch nicht mehr zu helfen.  

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