Konvertierter Apotheker will seine Kunden vom Islam überzeugen

Der zum Islam konvertierte Apotheker Bernd Redemann sieht es als seine Pflicht und Aufgabe, die Menschen vom Islam zu überzeugen. Wer dem Islam nicht folge, der komme in die Hölle, so der Pharmazeut. (Foto: Bernd Redemann)

Apotheker Bernd Redemann will in seiner Falken-Apotheke mehr als Arzneimittel verkaufen und Beratung geben. Der überzeugte Muslim will mit seinen Kunden auch über den Islam ins Gespräch kommen. Das Missionieren sieht er als seine Pflicht. Wer den Islam nicht annimmt, komme in die Hölle.

DAZ Online

Haltern am See ist eine eher beschauliche 38.000-Einwohner-Stadt an der Grenze zwischen Ruhrgebiet und Münsterland in Nordrhein-Westfalen. Acht Kirchen gibt es hier, die Römer hatten hier eines der östlichsten Heerlager, woran das Westfälische Römermuseum erinnert und mit zehn Apotheken ist der Ort gut versorgt. Der Islam ist in der westfälischen Kleinstadt eher nicht so ausgeprägt repräsentiert, die wenigen Muslime müssen zum Gebet in eine der umliegenden Städte fahren. Umso auffälliger ist das Erscheinungsbild der Falken-Apotheke.

Bereits über dem Eingang hängt ein Schild mit einer arabischen Kalligrafie, die übersetzt „Tretet ein in Frieden – Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen“ bedeutet. Auch in der Offizin finden sich arabische Kalligrafien mit dem Namen des Propheten Mohammed und seinen Nachfolgern, den Imamen und Kalifen Hassan, Omar, Ali und weiterer. „Außerdem haben wir noch ein paar Flyer ausliegen“, sagt Apothekeninahber Bernd Redemann. Der 39-Jährige trägt statt Kittel in der Offizin ein T-Shirt, auf dem „Islam The true message of God“, also zu Deutsch „Islam – die wahre Botschaft Gottes“ zu lesen ist. Sein langer Bart vervollständigt das Bild.

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Neue Diskussion um Mensch-Tier-Mischwesen

Zwei Forschergruppen wollen Mensch-Tier-Mischwesen herstellen, indem sie menschliche Stammzellen in frühe Embryos von Schweinen oder Affen injizieren. © wildpixel/ iStock

Ethisch vertretbar oder bedenklich? Aktuell haben gleich zwei Forscherteams die Diskussion um Mensch-Tier-Mischwesen neu entzündet. Denn beide Teams wollen solche Chimären in bisher nie dagewesener Form erzeugen. Ein japanisches Team will langfristig menschliche Organe in Schweinen züchten, ein spanisch-chinesisches Team hat menschliche Stammzellen in Affen-Embryonen eingeschleust.

scinexx

Chimären sind Mischwesen, die aus Zellen und Geweben von zwei verschiedenen Arten bestehen. Dabei können die „fremden“ Zellen willkürlich verstreut sein oder sich in Form bestimmter Organe konzentrieren. So wurde schon 1984 die erste Chimäre aus Schaf und Ziege im Labor erzeugt, wenig später produzierten Forscher die ersten Mäuse mit menschlichem Immunsystem – eine in der Forschung seither viel genutzte Chimärenvariante. Auch Chimären aus verschiedenen Affenarten gibt es bereits.

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Eine christliche Sekte geht in Flammen auf

Der brennende „Mount Carmel“. Foto: AP

Die Apokalypse von Waco in Texas kostete 81 Menschen das Leben. Staatliche Behörden stürmten das Zentrum der verschanzten Bewegung.

Franz Winter | DERSTANDARD/Blog

Die US-amerikanische Miniserie „Waco“, die 2018 veröffentlicht wurde, lässt jeden aufhorchen, der sich einmal näher mit der Diskussion um sogenannte „Sekten“ beschäftigt hat – eine Debatte, die heute zweifellos nicht mehr diese Bedeutung und öffentliche Aufmerksamkeit hat, die sie vor Jahrzehnten hatte.

Die tragischen Ereignisse des Jahres 1993 in der kleinen Stadt Waco im US-Bundesstaat Texas, unweit San Antonio gelegen, sind ein Klassiker in diesem Zusammenhang und ein Beispiel für eine hochexplosive Entwicklung innerhalb einer isolierten Sondergemeinschaft, die unter der Führung eines offensichtlich charismatischen Anführers ins Verderben rennt. Es ist allerdings auch ein gutes Beispiel, wie problematisch die Entwicklung verlaufen kann, wenn staatliche Behörden meinen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen so geartete hermetische Gemeinschaften vorgehen zu müssen. Rund 51 Tage dauerte die Belagerung eines Gebäudes durch FBI und Militär, das von einer christlichen Sondergemeinschaft bezogen worden war und von ihnen als ihr „Berg Karmel“ angesehen wurde. Am 19. April 1993 kommt es zum folgenschweren Ausbruch eines Brandes, dem letztendlich mindestens 81 Menschen zum Opfer fielen. Die ikonischen Bilder des brennenden Gebäudes sind in das Mediengedächtnis der USA eingegangen. Dasselbe gilt für das Bild des Anführers der Gemeinschaft, der sich selbst den Namen „David Koresh“ gegeben hatte.

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Das Internet der Faschisten

Rechte Gruppen demonstrieren im August 2017 in Charlottesville. Nachdem ein Mann mit seinem Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten gefahren und eine Frau getötet hatte, sagte Präsident Trump, es habe „feine Leute“ auf beiden Seiten gegeben. Bild: AFP

Eine Reihe von Internetseiten boten den rechten Attentätern von El Paso, Christchurch und Pittsburgh ein Forum. Ihre Propaganda ist jedoch auch in Amerika älter als das Internet.

Von Frauke Steffens | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Es waren zwei Unternehmen, die am Montag das vorläufige Ende der Internet-Plattform 8chan besiegelten: Cloudflare, eine Sicherheitsfirma, beendete die Zusammenarbeit, so dass die Seite zu angreifbar für Cyber-Attacken war, um sie online zu lassen. Tucows, das die Web-Adresse registriert hatte, zog sich ebenfalls zurück. Der Attentäter von El Paso soll über 8chan ein „Manifest“ verbreitet haben, in dem er die rassistische Propaganda-Fantasie vom „Austausch“ der sich als weiß definierenden Bürger eines Landes verbreitete.

Die Behauptung, dass eine „weiße Rasse“ vom Aussterben bedroht sei, ist eine der langlebigsten Parolen von faschistischen und rassistischen Gruppierungen überall auf der Welt. 8chan wurde schon vorher bekannt, weil verschiedene rechte Attentäter der vergangenen Jahre auf der Internetplattform aktiv waren, darunter auch der Mörder von 51 Menschen in zwei Moscheen in Christchurch in Neuseeland im März. Nun erklärte der Gründer der Seite, Fredrick Brennan, er bereue, dass er 8chan je ins Leben gerufen habe. Und der Ausschuss für Heimatschutz im Abgeordnetenhaus will den jetzigen Chef Jim Watkins vorladen.

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Abrechnung mit dem Zölibat

Der heilige Petrus soll verheiratet gewesen sein (Ikone aus dem 6. Jahrhundert, Katharinenkloster, Sinai)

Es ist eines der heißesten Eisen der römisch-katholischen Kirche: Der Zölibat gehört zu den umstrittensten ihrer Einrichtungen. Der renommierte Kirchenhistoriker Hubert Wolf hat dem Thema ein Buch in „16 Thesen“ gewidmet – eine Abrechnung.

Johanna Grillmayer | religion.ORF.at

In 16 Kapiteln beleuchtet Wolf, der an der deutschen Universität Münster Geschichte lehrt, Gründe für die Einführung der zölibatären Lebensweise katholischer Geistlicher seit dem Mittelalter sowie Auswirkungen bis zum heutigen Tag. Der Zeitpunkt für die Neuerscheinung ist gut gewählt, denn das Thema Pflichtzölibat wird bei der Amazonien-Synode im Herbst prominent diskutiert werden.

Das weiß auch der Autor von „Zölibat. 16 Thesen“: Gleich im Vorwort schildert er eine Begegnung zwischen dem österreichischen emeritierten Bischof der brasilianischen Diözese Xingu, Erwin Kräutler, und Papst Franziskus im Jahr 2014: 90 Prozent der Gemeinden seiner Diözese könnten am Sonntag nicht regelmäßig Eucharistie feiern, 70 Prozent sogar nur dreimal im Jahr, weil es so gut wie keine Priester gebe, habe Kräutler dem Papst berichtet.

„Das Tabu ist gefallen“

Die lateinamerikanischen Bischöfe des Amazonien-Gebietes hätten „die Aufforderung von Papst Franziskus zu mutigen Vorschlägen aufgegriffen“. Die Bischöfe sollen zumindest die Weihe verheirateter Männer zu Priestern vorgeschlagen haben. Ob auch die Zulassung von Frauen zu kirchlichen Ämtern diskutiert werden wird, sei dahingestellt, aber: „Das Tabu ist gefallen.“

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Kreationismus — von astronomischer Dummheit

Die Astrophysikerin Sarah Salviander kontert den «Infinite Monkey Theorem» mit einer astronomischen Rechnung. Die ehemalige Atheistin, die inzwischen Christin wurde, stellt damit eine Theorie auf den Prüfstand, welche Atheisten-Papst Richard Dawkins verwendet, um die Evolutions-Theorie zu untermauern.

jesus.ch

«Nach vier Wochen haben sie nicht nur kein einziges Wort der englischen Sprache produziert, sondern sie haben sich auch gelangweilt und angefangen, sich an den Tastaturen zu entleeren.» So lautet die Zusammenfassung eines Tests aus dem Jahr 2003 zur «Infinite Monkey Theorem». Sechs Affen hatten einen Monat Zeit, auf einer Computer-Tastatur-Texte zu schreiben. Das Endergebnis waren rund fünf Seiten, die überwiegend aus dem Buchstaben «s» bestanden. Ausserdem hatten die Affen mit einem Stein auf die Tastatur geschlagen und sich auf ihr entleert.

Diese Theorie, ein Favorit des atheistischen Autors Richard Dawkins, versucht zu erklären, wie ein unglaublich fein abgestimmtes Universum, wie das unsere, spontan aus dem Nichts durch einen ungeführten Prozess entstanden sein könnte. Dawkins hat sich auf die Theorie in Büchern und bei Auftritten auf der Bühne bezogen.

«Warum Materialisten aufhören müssen …»

Dieser Lehrsatz besagt, dass ein Affe – andere Varianten des Theorems sprechen von unendlich vielen Affen –, der unendlich lange auf einer Schreibmaschine herumtippt, fast sicher irgendwann alle Bücher der «Bibliothèque nationale de France» schreiben wird. In englischsprachigen Ländern wird kolportiert, dass irgendwann die Werke von William Shakespare auf diese Weise entstehen werden.

Die Astrophysikerin Sarah Salviander stört sich daran, dass diese Theorie immer noch als Allegorie für die Evolutionstheorie herangezogen wird. Deshalb verfasste die einstige Atheistin, die selbst zur Christin wurde, eine Reihe von Tweets zum Thema. Sie beginnt mit: «Warum Materialisten aufhören müssen, die Affen-auf-Schreibmaschinenanalogie zu benutzen und Christen aufhören müssen, sich Sorgen zu machen», beginnt sie ihre Reihe.

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Glyphosat-Zulassung: Wie Lobbyisten Ministerien und Kanzleramt bearbeiteten

Spuren hinterlassen: Ein Landwirt sprüht Pestizide auf sein Feld im brandenburgischen Prenzlau. (Foto: Sean Gallup/Getty)
  • Ende 2017 winkte Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU) die EU-weite Verlängerung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat als Vertreter Deutschlands durch.
  • Seine Kollegin aus dem Umweltministerium, Hendricks (SPD), war dagegen. Deutschland hätte sich wegen des Streits in der Regierung eigentlich enthalten müssen.
  • Akten aus beiden Ministerien geben einen tiefen Einblick, wie Lobbygruppen den Streit um Glyphosat zu beeinflussen versuchten.

Von Markus Balser, Michael Bauchmüller | Süddeutsche Zeitung

Dem Ansehen von Glyphosat drohte Schlimmes. Als die SPD in ihrer Parteizentrale im Herbst 2017 eine Fotoausstellung ankündigte, schrillten bei Lobbyisten in Berlin die Alarmglocken. Bilder des Fotografen Pablo E. Piovano sollten Folgen des Pestizids in Argentinien dokumentieren. Zu sehen: Missbildungen, kranke Körper von Landarbeitern und Kindern. Ihr Leid wurde auch Glyphosat zugeschrieben.

Der Deutsche Bauernverband reagierte giftig. Die Umweltministerin sollte auch noch die Eröffnungsrede zur Ausstellung „Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen“ halten. Mit Interesse, aber „auch mit etwas Verwunderung“ habe man die Ankündigung gelesen, schrieb Vizegeneralsekretär Udo Hemmerling an die Veranstalter. Argentinien sei nicht Europa. Hemmerling verlangte ein klärendes Gespräch – und zwar vor der Eröffnung.

Dass sich der Deutsche Bauernverband so intensiv um Kunstausstellungen im Willy-Brandt-Haus kümmert, kommt selten vor. Aber so ist die Stimmung im Herbst 2017. Konzerne, Verbände und Lobbyfirmen fühlen sich in der Defensive. Der öffentliche Druck gegen den Stoff, der im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen, wächst. Die Süddeutsche Zeitung hat Einblick in die Akten der Ministerien genommen, die sich seinerzeit über Glyphosat stritten, im Umweltministerium von Barbara Hendricks (SPD), aber auch beim Landwirtschaftsministerium von CSU-Mann Christian Schmidt und im Kanzleramt. Es sind Einblicke in die Lobbyarbeit im Zentrum der Macht. Denn in der Causa Glyphosat geht es um viel: um einen Milliardenmarkt, aber auch um die künftige Ausrichtung der Landwirtschaft. Und um die Frage, wer stärker ist: die Industrie oder die Umweltbewegung.

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Wie Apple und Google das Reiseverbot für saudische Frauen unterstützten

Saudische Frauen sollen künftig ohne Erlaubnis eines männlichen Verwandten das Land verlassen dürfen. Tech-Riesen ignorierten lange Kritik an Schlüssel-App

DERSTANDARD

Wie oft Apple und Google nicht herumposaunen, dass ihre Innovationen die Welt verbessern werden. Nun hatten die Tech-Giganten in einem Fall tatsächlich die Chance, dies unter Beweis zu stellen – und haben genau nichts getan. Im Fokus steht dabei ein am Freitag angekündigter Regierungsbeschluss in Saudi-Arabien. Demnach sollen Frauen ab 21 Jahren künftig ohne die Erlaubnis eines Mannes Reisepässe erhalten und ins Ausland reisen dürfen.

Tech-Giganten erlaubten App

Die bisherige Praxis in dem erzkonservativen Königreich sah vor, dass Frauen bisher für Reisen, ein Studium oder die Ausübung bestimmter Berufe die Zustimmung ihres Mannes, Vaters, Bruders oder eines anderen männlichen Verwandten benötigten. Und bisher erfolgte diese Zustimmung oft mit der App „Absher“.

In den letzten Monaten wurde die Kritik an dieser Praxis lauter. Frauenrechte werden dadurch klar unterdrückt. Vor allem für misshandelte Frauen sei es praktisch unmöglich, außer Landes zu fliehen. Denn stammt der Peiniger aus der eigenen Familie oder wird von dieser gedeckt, wird wohl keiner davon die Erlaubnis erteilen.

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Guns Don’t Kill People, Beliefs Kill People

Image credit: Skeptic

If by fiat I had to draw one core generalization from a quarter century spent studying the psychology of beliefs, it is that almost everyone thinks that their beliefs are right, both ontologically and ethically. For the most part, people think that their beliefs are true, moral, or both.

By Michael Shermer | Skeptic

No one joins a cult—they join a group that they believe is going to help them and/or society. No one thinks they’re practicing pseudoscience—they believe they’ve discovered a new truth that mainstream science has yet to recognize. And very few believe their actions are immoral—at the time they had perfectly rational and moral reasons for acting as they did.

You do not have to give people reasons to be violent, because they already have plenty of reasons. All you have to do is take away their reasons to restrain themselves.

Roy Baumeister

On this latter point, in his 1997 book about serial killers and other career criminals, Evil: Inside Human Violence and Cruelty, the social psychologist Roy Baumeister documents the fact that to a man (and they’re almost all men), these violent criminals justified their evil acts with what they believed to be perfectly good reasons. Examples include the 1994 police record of Frederick Treesh, a spree killer from the Midwest who explained, “Other than the two we killed, the two we wounded, the woman we pistol-whipped, and the light bulbs we stuck in people’s mouths, [my accomplice and I] didn’t really hurt anybody.” Or the file on serial killer John Wayne Gacy who, after killing 33 boys, rationalized, “I see myself more as a victim than as a perpetrator. I was cheated out of my childhood.” As Baumeister concluded: “you do not have to give people reasons to be violent, because they already have plenty of reasons. All you have to do is take away their reasons to restrain themselves.”

This brings me to the trifecta of mass public shootings this past week in Gilroy, California, El Paso, Texas, and Dayton, Ohio. While gun control proponents debate Second Amendment advocates over whether it is guns that kill people or people who kill people, I would like to take the causal chain one step deeper and suggest that it is beliefs that kill people.

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Evolution im Eiltempo

Ausgerechnet Städte, künstliche Orte voller Lärm, Autos und Beton, sind der perfekte Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Dort steigt sogar die Artenvielfalt, während sie im Umland sinkt. Warum das so ist, erklärt der Evolutionsbiologe Menno Schilthuizen von der Universität Leiden in seinem faszinierenden Buch.

Petra Wiemann | wissenschaft.de

Auf dem Land geht immer mehr Lebensraum verloren. Anders in der Stadt: Sie enthält unzählige Nischen für anpassungsfähige Lebewesen. So sind Fahlstirnschwalben in Nebraska dank ihrer verkürzten Flügel wendig genug, um den Autos im Straßenverkehr auszuweichen. Flusswelse, die sich normalerweise von Kleinfischen ernähren, kann man in der französischen Stadt Albi bei der Jagd auf Tauben am Flussufer beobachten. Und Barbados-Gimpelfinken haben gelernt, aus Zuckertütchen zu naschen. Ihre Neugier und ihren Wagemut geben sie an die nächsten Generationen weiter.

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Sollten die Kirchen mit der AfD reden?

Diese Frau demonstriert in Cottbus gegen eine AfD-Kundgebung.Foto: Patrick Pleul/dpa

Jesus hat sich keinem Gespräch verweigert – das gilt heute mit Blick auf die AfD. Aber zur Meinungsfreiheit gehört auch zu sagen: Es reicht. Ein Pro und Contra.

Von Malte Lehming, Frank Jansen | DER TAGESSPIEGEL

Christen sollten auch mit denen reden, deren Prägungen sie nicht teilen und deren Werte sie ablehnen. Jesus hat sich nie einem Gespräch verweigert. Er hat Filterblasen platzen lassen und Echokammern gesprengt. Statt nur mit Gleichgesinnten zu kommunizieren, ist er auf die zugegangen, die gesellschaftlich geächtet waren. Jesus vertraute in die Kraft seiner Worte. Er sprach „den Verfluchten, den Gottlosen gerecht“, wie Bischof Kurt Scharf es einmal ausdrückte.

Als Bischof Scharf im Jahr 1974 die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof im Gefängnis von Moabit besuchte, wutschnaubten die konservativen Medien. Sie warfen ihm „missverstandene Nächstenliebe“ vor, eine „Gewährung des Geistes, der aus dem Terror kommt“, eine Erniedrigung seiner Kirche zum „Tanzpalast der Linksputschisten“. Ähnlich erging es zwei Jahre zuvor Heinrich Böll, der sich im „Spiegel“ für eine faire Behandlung von Ulrike Meinhof eingesetzt hatte. Der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum meinte dazu rückblickend: „Alle, die versucht haben, Brücken zu bauen – wie der Bischof Scharf in Berlin oder Heinrich Böll – wurden verunglimpft.“ Auch der Staat mit seinem Radikalenerlass habe damals die Fassung verloren. „Die Terroristen wollten uns den Krieg erklären, und wir haben die Kriegserklärung angenommen.“

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Pakistan droht mit Gewalt in Kaschmir

Die Antwort aus Pakistan ließ nicht lange auf sich warten. Die Regierung in Islamabad äußert sich empört darüber, dass Indien das Autonomie-Statut für das mehrheitlich muslimische Kaschmir abgeschafft hat.

Von Agnes Tandler | evangelisch.de

Pakistan hat Indien nach der Abschaffung des Autonomie-Status von Kaschmir vor einer Eskalation der Gewalt gewarnt. Der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan erklärte am Dienstag vor dem Parlament in Islamabad, es werde mehr Terroranschläge in der umstrittenen Region geben. Pakistan mächtiger Armeechef, Qamar Javed Bajwa, sagte, die Armee sei zu jedem Schritt bereit, um die Bevölkerung in Kaschmir zu unterstützen.

Regierungschef Khan sagte, er werde die Angelegenheit vor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bringen. „Indien will ethische Säuberungen in Kaschmir“, warnte Khan. Das Parlament in Neu-Delhi beschloss derweil die Änderung des in der Verfassung festgeschriebenen Sonderstatus für den indischen Teil Kaschmirs und die Schaffung eines neuen Bundesstaates in Ladakh.

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Der „Racheplan“ des saudischen Kronprinzen gegen Erdogan

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. Foto: Glenn Fawcett für das US-Verteidigungsministerium.

Nach Informationen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten plant Mohammed bin Salman, der Türkei mit allen Mitteln zuzusetzen, um Erdogan das Leben schwer zu machen

Thomas Pany | TELEPOLIS

Dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman surreale Giga-Projekte verfolgt, muss nicht eigens bewiesen werden. Seine Pläne zum Hunderte Milliarden US-Dollar teueren Neuaufbau von Zukunftsstädten wie Qiddiya oder Neom (mit fliegenden Autos, Roboter-Dinosaurier, Polizeiüberwachung aus der Luft und gentechnisch gestärkten Menschen) sind ein beredtes Zeugnis für eine Fantasie, die sich, um es so zu sagen, viel kindliche Freude bewahrt hat und sich bei allem aber sehr erwachsen ernst nimmt. Viel Geld hat er ja.

Doch braucht er Investoren und die zögern noch, das ist im Kopf zu behalten, wenn es um die jüngste Enthüllung des Middle East Journals geht. Pläne sind eine Sache, die Umsetzung eine andere. Mitzubedenken ist aber auch, dass der Kronprinz im Umgang mit Kritikern und Oppositionellen eine außergewöhnliche Härte an den Tag legt, die überhaupt nichts kindlich Harmloses an sich hat.

Erwähnt wird dies, um anzudeuten, dass es Argumente gibt, die den „strategischen Plan“, von dem das Middle East Journal (MEJ) berichtet, durchaus als ernsthaftes Projekt erscheinen lassen, dass aber die Durchführung „auf einem anderen Blatt“ steht.

Der Plan

Laut einem Dokument, das MEJ zugespielt wurde, verfolgt der Kronprinz das Ziel, „sämtliche zur Verfügung stehenden Mittel aufzuwenden, um auf die Regierung Erdogan Druck auszuüben, ihn zu schwächen und ihn mit inländischen Schwierigkeiten zu beschäftigen, in der Hoffnung, dass er von der Opposition von seinem Posten enthoben wird, ihn mit einer Krise nach der anderen zu konfrontieren und ihn so vor sich herzutreiben, dass er ausrutscht und Fehler macht, die die Medien ganz sicher aufnehmen“.

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Rabbiner-Familie in München bespuckt und verbal attackiert

Menschen mit Kippa bei einer Solidaritätskundgebung © Michael Kappeler (dpa)

Eine jüdische Familie ist nach Informationen eines ARD-Politmagazins am Samstag in München bespuckt und verbal attackiert worden. Ein symptomatischer Vorfall für Juden in Deutschland?

DOMRADIO.DE

Die Tat gegen eine Rabbiner-Familie im Stadtteil Schwabing sei von zwei Personen begangen worden, so das Politmagazin am Dienstag. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, sagte demnach, der Vorfall sei „leider symptomatisch für die schwierige Situation vieler jüdischer Menschen in der heutigen Zeit“.

Sicherheit nicht geboten

Sicherheit im öffentlichen Raum, die eigentlich für alle Bürger selbstverständlich sein sollte, rücke gerade für Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft in immer weitere Ferne, so Knobloch weiter.

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Neonicotinoide: Gefahr im Honigtau

Bienen laben sich an Honigtau von Mottenschildläusen, auch weiße Fliegen genannt. © Alejandro Tena

Unerkanntes Risiko: Nicht nur über kontaminierten Pollen und Nektar können sich Bienen und Co mit Neonicotinoiden vergiften. Auch Honigtau stellt offenbar eine Gefahr dar, wie eine Studie mit Schlupfwespen und Schwebfliegen zeigt. Das zuckerhaltige Ausscheidungsprodukt von Läusen ist eine wichtige Nahrungsquelle für viele nützliche Insekten. Kontaminierter Honigtau könnte für die Insektenwelt daher ein noch bedeutenderes Risiko sein als vergifteter Nektar, so das Fazit der Forscher.

scinexx

Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft gilt als eine mögliche Ursache für den Rückgang von Bienen und vielen anderen Insekten in unserer Natur: Insektizide wie die Neonicotinoide schaden erwiesenermaßen nicht nur den Schädlingen, die sie bekämpfen sollen, sondern auch Honigbienen, Hummeln, Wespen und Co. Denn sie kommen über kontaminierten Pollen und Nektar ebenfalls in Kontakt mit den Giften.

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Umfrage: Mehrheit der US-Katholiken glaubt nicht an Eucharistie-Lehre

Der Glaube an die wirkliche Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie ist ein zentraler Bestandteil des katholischen Glaubens. Eine aktuelle Umfrage zeigt jedoch, dass die meisten Katholiken in den USA diesen nicht teilen.

katholisch.de

Fast sieben von zehn praktizierenden US-Katholiken glauben nicht daran, dass bei der heiligen Kommunion Brot und Wein in Leib und Blut Jesu Christi gewandelt werden. Eine aktuelle Umfrage des Pew Research Center ergab, dass die meisten Katholiken diese zentrale Lehre der römisch-katholischen Kirche nicht teilen.

Stattdessen gaben die Befragten überwiegend an, dass Brot und Wein nur „Symbole des Leibes und des Blutes Jesu Christi sind“. Nur ein Drittel aller US-Katholiken sieht darin tatsächlich den Körper und das Blut Jesu. Unter den regelmäßigen Kirchgängern akzeptieren hingegen mehr als 60 Prozent die sogenannte Transsubstantiations-Lehre. Die Pew-Umfrage zeigt auch, dass der Glaube an die wirkliche Gegenwart Christi in der Eucharistie bei älteren Katholiken am weitesten verbreitet ist.

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