Der „Racheplan“ des saudischen Kronprinzen gegen Erdogan


Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. Foto: Glenn Fawcett für das US-Verteidigungsministerium.

Nach Informationen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten plant Mohammed bin Salman, der Türkei mit allen Mitteln zuzusetzen, um Erdogan das Leben schwer zu machen

Thomas Pany | TELEPOLIS

Dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman surreale Giga-Projekte verfolgt, muss nicht eigens bewiesen werden. Seine Pläne zum Hunderte Milliarden US-Dollar teueren Neuaufbau von Zukunftsstädten wie Qiddiya oder Neom (mit fliegenden Autos, Roboter-Dinosaurier, Polizeiüberwachung aus der Luft und gentechnisch gestärkten Menschen) sind ein beredtes Zeugnis für eine Fantasie, die sich, um es so zu sagen, viel kindliche Freude bewahrt hat und sich bei allem aber sehr erwachsen ernst nimmt. Viel Geld hat er ja.

Doch braucht er Investoren und die zögern noch, das ist im Kopf zu behalten, wenn es um die jüngste Enthüllung des Middle East Journals geht. Pläne sind eine Sache, die Umsetzung eine andere. Mitzubedenken ist aber auch, dass der Kronprinz im Umgang mit Kritikern und Oppositionellen eine außergewöhnliche Härte an den Tag legt, die überhaupt nichts kindlich Harmloses an sich hat.

Erwähnt wird dies, um anzudeuten, dass es Argumente gibt, die den „strategischen Plan“, von dem das Middle East Journal (MEJ) berichtet, durchaus als ernsthaftes Projekt erscheinen lassen, dass aber die Durchführung „auf einem anderen Blatt“ steht.

Der Plan

Laut einem Dokument, das MEJ zugespielt wurde, verfolgt der Kronprinz das Ziel, „sämtliche zur Verfügung stehenden Mittel aufzuwenden, um auf die Regierung Erdogan Druck auszuüben, ihn zu schwächen und ihn mit inländischen Schwierigkeiten zu beschäftigen, in der Hoffnung, dass er von der Opposition von seinem Posten enthoben wird, ihn mit einer Krise nach der anderen zu konfrontieren und ihn so vor sich herzutreiben, dass er ausrutscht und Fehler macht, die die Medien ganz sicher aufnehmen“.

weiterlesen