Eine christliche Sekte geht in Flammen auf


Der brennende „Mount Carmel“. Foto: AP

Die Apokalypse von Waco in Texas kostete 81 Menschen das Leben. Staatliche Behörden stürmten das Zentrum der verschanzten Bewegung.

Franz Winter | DERSTANDARD/Blog

Die US-amerikanische Miniserie „Waco“, die 2018 veröffentlicht wurde, lässt jeden aufhorchen, der sich einmal näher mit der Diskussion um sogenannte „Sekten“ beschäftigt hat – eine Debatte, die heute zweifellos nicht mehr diese Bedeutung und öffentliche Aufmerksamkeit hat, die sie vor Jahrzehnten hatte.

Die tragischen Ereignisse des Jahres 1993 in der kleinen Stadt Waco im US-Bundesstaat Texas, unweit San Antonio gelegen, sind ein Klassiker in diesem Zusammenhang und ein Beispiel für eine hochexplosive Entwicklung innerhalb einer isolierten Sondergemeinschaft, die unter der Führung eines offensichtlich charismatischen Anführers ins Verderben rennt. Es ist allerdings auch ein gutes Beispiel, wie problematisch die Entwicklung verlaufen kann, wenn staatliche Behörden meinen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen so geartete hermetische Gemeinschaften vorgehen zu müssen. Rund 51 Tage dauerte die Belagerung eines Gebäudes durch FBI und Militär, das von einer christlichen Sondergemeinschaft bezogen worden war und von ihnen als ihr „Berg Karmel“ angesehen wurde. Am 19. April 1993 kommt es zum folgenschweren Ausbruch eines Brandes, dem letztendlich mindestens 81 Menschen zum Opfer fielen. Die ikonischen Bilder des brennenden Gebäudes sind in das Mediengedächtnis der USA eingegangen. Dasselbe gilt für das Bild des Anführers der Gemeinschaft, der sich selbst den Namen „David Koresh“ gegeben hatte.

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