Wenn Facebook-Beiträge zur Festnahme führen


Bild: FB

Die Türkei wirft einem Deutschen „Terrorpropaganda“ vor. Das Auswärtige Amt warnt, schon ein „Like“ in den sozialen Medien könne für eine Festnahme ausreichen.

Von Claudia von Salzen | DER TAGESSPIEGEL

Die Warnung aus dem Auswärtigen Amt ist ungewöhnlich deutlich: In der Türkei seien deutsche Staatsangehörige in den vergangenen zwei Jahren willkürlich inhaftiert worden, heißt es in den Reisehinweisen für das Land. Solche Festnahmen stünden „vielfach in Zusammenhang mit regierungskritischen Stellungnahmen in den sozialen Medien“, warnen die deutschen Diplomaten. „Ausreichend ist im Einzelfall das Teilen oder ‚Liken‘ eines fremden Beitrags entsprechenden Inhalts.“ Es sei davon auszugehen, dass auch nichtöffentliche Beiträge in sozialen Medien an die türkischen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet würden, „etwa durch anonyme Denunziation“.

Einem deutschen Staatsbürger wurden nun offenbar ältere Facebook-Beiträge zum Verhängnis. Der 36-Jähriger mit türkischen Wurzeln, der seinen Urlaub in der Türkei verbringen wollte, wurde am 28. Juli bei der Einreise in Antalya unter dem Verdacht der „Terrorpropaganda“ festgenommen. Das Auswärtige Amt bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“.

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