Ein bisschen Verzicht reicht nicht


Torfbrand in Indonesien. Feuchtgebiete sind wichtige Kohlenstoffspeicher. Trocknen sie aus, wird es gefährlich.(Foto: dpa)

Der Weltklimarat beurteilt den Zustand der Erde als katastrophal. Noch gibt es Auswege, falls alle handeln – und sich einschränken.

Von Hanno Charisius | Süddeutsche Zeitung

Es steht nicht gut um die Erde, das geht aus dem jüngsten Bericht des Weltklimarats deutlich hervor. Die Expertinnen und Experten haben sich intensiv mit den Wechselwirkungen zwischen Landnutzung und dem Klimawandel beschäftigt. Weltweit stehen Böden, Wälder und Feuchtgebiete vor allem durch die Nahrungsmittelproduktion unter enormem Druck. In vielen Regionen droht Wassermangel, es besteht akute Waldbrandgefahr, einst fruchtbare Weiden verwandeln sich in Wüsten, der Permafrost schmilzt und Ernten sind auch nicht mehr sicher. Das macht Angst. Und es macht wütend: auf die Menschen, die es so weit haben kommen lassen, sich selbst eingeschlossen, und auf die, die noch immer „Ja, aber …“ sagen, wenn es um Klimaschutz geht.

So muss man zuschauen, wie der Regenwald in Brasilien immer schneller abgeholzt wird, wie neue Kohlekraftwerke und immer irrsinnigere Autos gebaut und Feuchtgebiete trockengelegt werden. Wo sogar halbwegs aktuelle Schulbücher noch arktischen Permafrost verorten, brennt es seit Wochen auf riesigen Flächen, weil dort eine Rekordhitzewelle wütet, die vielleicht nicht menschengemacht ist, aber doch durch sein Zutun viel wahrscheinlicher wurde. Auf solche Unterscheidungen legen die Klimaforscher Wert.

weiterlesen