Ernst Haeckel – der deutsche Darwin


Ernst Haeckel, Bild:Phyletisches Museum. barb.:bb

Zoologe, Künstler, Philosoph, Freidenker: Ernst Haeckel ermöglichte Einblicke in die Kunstfertigkeit der Natur, verbreitete Darwins Evolutionstheorie und entwickelte daraus eine eigene Philosophie. Er vertrat Theorien, die die Nazis aufgriffen – und andere, die ihn zum „Vater der Ökologie“ machten.

Von Andrea Westhoff | Deutschlandfunk

Es waren nicht die großen, bekannten Tiere, die das Interesse des Zoologen Ernst Haeckel weckten, sondern winzige Strahlentierchen, sogenannte „Radiolarien“, Kalkschwämme, Korallen – mit bloßen Auge oft kaum zu sehen, oder „Medusen“, buntschillernde Quallen, mit Worten schwer zu beschreiben.

„Denkt Euch einen zierlichen schlanken Blumenstock, dessen Blätter und bunte Blüten durchsichtig wie Glas sind, und der sich in den zierlichsten und lebhaftesten Bewegungen durch das Wasser schlängelt, einzelne Individuen einer Art, welche die Gestalt eines reich verzierten Ritterhelmes besitzt.“

Glücklicherweise besaß Ernst Haeckel auch großes künstlerisches Talent. Er fertigte Hunderte von prachtvollen Zeichnungen und Aquarellen dieser geheimnisvollen Tiefseeschönheiten an und machte damit wiederum die Biologie „populär“: Seine Sammlung „Kunstformen der Natur“ fehlte im letzten Jahrhundert in kaum einem bildungsbürgerlichen Haushalt; und sie hat eine ganze Kunstrichtung geprägt, den Jugendstil.

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