Islamische Seelsorge mit Widersprüchen


Muslimische Vereine betätigen sich zunehmend in der Krankenseelsorge. Fachleute kritisieren fehlende Standards und die teilweise Nähe zum Fundamentalismus.

Jens Bayer-Gimm | evangelisch.de

„Die Globalisierung ist in der Seelsorgebewegung angekommen“, sagt der Studienleiter am Zentrum Seelsorge und Beratung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Bernd Nagel. Auch in Deutschland fragen muslimische Patienten in Krankenhäusern oder Hospizen nach einem Seelsorger. Islamische Ausbildungsinstitute sprießen aus dem Boden, wie die Seelsorge Akademie Wuppertal, das Mannheimer Institut für Integration und interreligiöse Arbeit e.V. oder das Institut für kultur- und religionssensible Bildung und Beratung (Inkurs) in Offenbach.

Gemeinsam ist ihnen: Sie entwickeln ihre eigenen Kurse, Standards müssen erst noch gefunden werden. „Muslime sollen Muslime ausbilden“, sagt Rabia Bechari. Die gelernte Bankkauffrau hat 2011 zur ehrenamtlichen Krankenhausseelsorge umgesattelt und zwei Kurse der Klinischen Seelsorge-Ausbildung (KSA) des evangelischen Zentrums Seelsorge und Beratung besucht. Bechari hat 2017 „Inkurs“ in Offenbach mitgegründet und leitet es zusammen mit Inhaber und Geschäftsführer Hamid El Jazouli und Ausbildungsleiter Ahmed Douirani. „Das Institut entwickelt ein Konzept, was muslimische Patienten brauchen“, erklärt sie.

weiterlesen