Umstrittene Evangelikale im Wedding: Wie sich die „Universalkirche“ in Berlin einkaufen will


Hinter dem „Hilfszentrum“ im Wedding steckt die „Universalkirche des Königreichs Gottes“.Doris Spiekermann-Klaas

Gegen den Willen der Stadt möchte die „Universalkirche des Königreichs Gottes“ eine bekannte Immobilie übernehmen. Ein alter Vertrag könnte sie stoppen.

Von Sebastian Leber | DER TAGESSPIEGEL

An diesem Sonntag braucht Pastor Ulices Vidal keine elf Minuten, um in seinem Gottesdienst auf das Geld zu sprechen zu kommen. Er fragt, ob alle Anwesenden den gelben Umschlag griffbereit haben, in dem sie gleich ihre Scheine nach vorn bringen sollen. Zehn Prozent von allem, was sie seit dem letzten Mal eingenommen haben. Die zehn Prozent seien „Pflicht, also nicht freiwillig“. Gott verlange es so.

Optisch würde Pastor Vidal mit der blauen Krawatte und weißem Hemd gut hinter den Schalter einer Bankfiliale passen. Minutenlang predigt er über die Notwendigkeit des Geldgebens, nennt es einen Akt der Treue gegenüber Gott, vergleichbar mit einer Ehe, in der man von seinem Partner doch ebenfalls Treue erwarte.

Damit keine Missverständnisse aufkommen, stellt Ulices Vidal noch einmal klar, dass die Spenden der zehn Prozent aber bitte nicht zu verwechseln sind mit jenen Geldspenden, die später noch als zusätzliche „Opfergaben“ eingesammelt werden. Für die Opfergaben sind dann die weißen Briefumschläge vorgesehen.

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