Chinas Verteidigungsstrategie ist gegen die USA ausgerichtet


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USA wollen nach Beendigung des INF-Abkommens Mittelstreckenraketen im pazifischen Raum gegen China aufstellen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Kaum hat die US-Regierung den angekündigten Ausstieg aus dem INF-Abkommen verkündet, erklärte US-Verteidigungsminister Mark Esper schon, dass die USA nun so schnell als möglich, jedenfalls innerhalb von Monaten Mittelstreckenraketen in der pazifischen Region aufstellen werden. Zudem machte er deutlich, dass das Pentagon bereits neue Mittelstreckenraketen vor dem Auslaufen des INF-Abkommens entwickelt hat, um innerhalb von 18 Monaten solche Raketen zur Verfügung zu haben.

Diplomatisch war das nicht, denn es macht klar, dass Washington nicht wegen des russischen Marschflugkörpers 9M729, der angeblich wegen seiner Reichweite das INF-Abkommen verletzt, was Russland bestreitet, aus dem Vertrag ausgestiegen ist (Das Ende des INF-Vertrags und das neue Wettrüsten), sondern aus dem Interesse, gegen China weiter aufzurüsten. Peking sollte darüber nicht überrascht sein, meinte Esper.

Dahinter steht zudem der Wunsch des US-Präsidenten mit seinem Stab, allen voran seinen Sicherheitsberater John Bolton, durch keine internationalen Verträge gebunden zu sein und die Vereinten Nationen möglichst weitgehend auszuhebeln. Esper deutete auch an, dass die USA wahrscheinlich auch das Start-Abkommen, das 2021 endet und die einzige Begrenzung des Atomwaffenarsenals beider Länder ist, nicht verlängern wollen. John Bolton hat schon erklärt, dass das New START-Abkommen von Anfang an mit Fehlern behaftet gewesen sei. Man müsse sich auf Besseres konzentrieren.

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