Trump und Ebola: Wenn „America first“ Leben bedroht


An den Grenzen zwischen der Demokratischen Republik Kongo und den Nachbarstaat, etwa Ruanda und Uganda, wird die Temperatur der Reisenden gemessen. Sind die Grenzen zu, geht das nicht mehr.
Foto: AP / Ronald Kabuubi

Die Ausbreitung könnte auch sein Beispielfall dafür werden, wie nationalistisches Denken in Katastrophen führen kann

Manuel Escher | DERSTANDARD

Es war der erste Dominostein, und nur mit Mühe konnte die Weltgesundheitsorganisation WHO das Fallen weiterer verhindern. Anfang August, ein Jahr nach dem Ausbruch der weltweit bisher zweitschlimmsten Ebola-Epidemie, kündigte der ostafrikanische Staat Ruanda an, seine Grenze zur Demokratischen Republik Kongo zu schließen. Ziel sei, die Einschleppung des Virus in das eigene Land zu verhindern.

Binnen weniger Stunden begann jene Kettenreaktion, vor der die WHO seit Monaten gewarnt hatte: Preise für Obst und Gemüse auf beiden Seiten der Grenze stiegen, Reisende und Händler begannen abseits offizieller Übergänge vom einen ins andere Land zu migrieren, sodass sie von medizinischem Personal nicht mehr überprüft werden konnten. Helfer aus anderen afrikanischen Staaten überlegten ihre Abreise, um nicht am Ende an der Rückkehr in die Heimat gehindert zu werden.

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