Vegane Burger: Der Hype mit den Pflanzenpflanzerl


Bild Sojabohnenfeld: AnRo0002 / Public Domain

Ein Beitrag zum Klima- und Umweltschutz und zur Gesundheit sollen die Fleischersatzprodukte von Beyond Meat, Impossible Meat, Aldi und Lidl sein

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Es war ein guter Start, als Beyond Meat, 2009 gegründet, an die Börse ging und seine Aktien für zum Ausgangspreise von 25 US-Dollar anbot. In kurzer Zeit legten die Wertpapiere des Herstellers von veganen Fleischersatz-Nahrungsmitteln oder Fake-Meat in Restaurants und Märkten um 600 das Achtfache zu. Auch der Umsatz stieg im zweiten Quartal des Jahres um 287 Prozent. Allerdings verdient das Unternehmen noch nichts und steigen die Verluste an.

Der Hype rührt daher, dass die Abkehr von Fleisch chic geworden ist, auch wenn Aussehen und Geschmack paradoxerweise an Fleischprodukte erinnern sollen. Man will wie gewohnt essen, aber gesünder und für die Umwelt sowie das Klima besser. Mag Beyond Meat in den USA noch irgendwie als Start-up alternativ erscheinen, ist der deutsche Exklusivvertreter der Hähnchen-Konzern PHW, bekannt etwa durch die Marke Wiesenhof.

Weil der Run auf die Burger von Beyond Meat aus Mungbohnen, Erbsen, Reis, Kokosöl und Kartoffelstärke, die Lidl zweimal angeboten hatte, die aber schnell ausverkauft waren, die enttäuschten Kunden ärgerlich machte, brachte der Discounter nun mit dem „Next Level Burger“ sein eigenes Pflanzenpflanzerl auf den Markt. Weitgehend kopiert von Beyond Meat, der noch Schwierigkeiten hat, den Bedarf im amerikanischen Markt abzudecken.

Ausgerechnet Soja

Sind die Beyond-Burger oder anderen Produkte auch noch glutenfrei, enthalten keine genveränderten Organismen und verzichten auf Soja, so sind die „proteinreichen“ veganen Burger Patties von Lidl, zwei Stück für 2,99 Euro, nicht glutenfrei und enthalten Soja, ebenso die Wonder Burger des Konkurrenten Aldi. Weder Aldi noch Lidl dürften in Deutschland aber den Hype entfachen, der Beyond Meat bislang dort geholfen hat. Angeblich will auch einer der größter Produzenten von Fleischprodukten Europas, Danish Pork, in einem Werk in Deutschland keine Schweine mehr schlachten, sondern stattdessen pflanzlichen Fleischersatz herstellen.

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