Forscher erschaffen künstliches Leben


Das Bakterium Caulobacter crescentus diente den Forschern als Modellorganismus. Es kommt auch im ­Zürichsee vor. Martin Öggerli/ Science Photo Library / Keystone 

In der Biologie vollzieht sich die nächste Revolution: Wissenschafter verändern das Erbgut nicht mehr nur, sondern bauen es von Grund auf neu. So erschaffen sie Organismen, die es in der Natur nicht gibt.

Juliette Irmer | NZZamSonntag

Dem Gentechnikpionier Craig Venter war 2010 gelungen, was zuvor nur in Science-Fiction-Romanen möglich schien: einen lebenden Organismus allein von Menschenhand zu erschaffen.

Die Forscher um Venter hatten die rund eine Million DNA-Bausteine des Bakteriums zunächst entschlüsselt, das Genom anschliessend aus einzelnen, synthetisch hergestellten DNA-Stücken wieder zusammengesetzt und es in eine Zelle eingeschleust, deren eigene DNA zuvor entfernt worden war. Die neu erschaffene Zelle «Syn1.0» lebte und teilte sich auch unter der Regie der nachgebauten DNA-Kopie.

Heute interessiert sich niemand mehr für den simplen Nachbau eines Bakterien-Genoms. Wissenschafter verändern oder erweitern inzwischen den genetischen Code, sie entfernen unnötige Gene und andere DNA-Abschnitte und versuchen auf diese Weise, Minimalgenome zu erschaffen. Also eine Zelle, die nur jene Gene enthält, die zum Überleben wirklich notwendig sind.

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