Keine Frauenordination? „Die Kirche konstruiert sich ihre Argumente“

Jesus hat nur Männer zu Aposteln berufen. Daraus ein Nein zur Priesterweihe für Frauen abzuleiten, hält Marie-Theres Wacker für fragwürdig. Im Interview spricht die feministische Theologin außerdem über Diakoninnen in der frühen Kirche – und wie die Bibel aussähe, wäre sie von Frauen geschrieben.

Von Gabriele Höfling | katholisch.de

Kann man aus dem Handeln oder dem Willen Jesu ableiten, dass nur Männer zu Priestern geweiht werden dürfen? Marie-Theres Wacker ist da skeptisch. Im Gegenteil: Die emeritierte Professorin für Altes Testament und Theologische Frauenforschung sieht in der Bibel sogar einige gute Argumente für die Frauenordination.

Frage: Frau Wacker, die Forderung nach der Priesterweihe von Frauen wird oft mit dem Argument abgewiesen, Jesus habe keine Frauen als Apostel gehabt. Wie stichhaltig ist das, Frau Wacker?

Wacker: Der Begriff Apostel ist eng mit dem Zwölfer-Kreis verbunden. Und das ist zumindest im Lukas-Evangelium auch so gewollt. Die Symbolik der Zahl 12 bezieht sich auf die zwölf Stämme Israels, die aus den Söhnen Jakobs hervorgegangen sind. Damit nahm sich Jesus eine patriarchalische Gesellschaftsordnung zum Vorbild, die davon ausging, dass nur Männer Oberhaupt von Stämmen und Familien sein können. Die Frage ist, ob wir diese patriarchalische Tradition noch heute fortsetzen müssen – ich meine, dafür gibt es keinen Grund mehr.

Frage: Was sagt die Bibel zur Priesterweihe für Frauen?

Wacker: Wenn wir beim Thema Apostel bleiben, haben wir ein paar wichtige Hinweise im Neuen Testament: Nachdem Judas ausgeschieden war, brauchte es einen Nachfolger für den Zwölferkreis. Maria Magdalena erfüllte beide Kriterien, die man dafür aufstellte: Es musste jemand sein, der Jesus von Beginn seines Wirkens an nachgefolgt war und es musste ein Zeuge der Auferstehung sein. Sie wäre also durchaus eine Kandidatin gewesen. Außerdem ist der Begriff der Apostel außerhalb der Evangelien nicht auf die Zwölf enggeführt, sondern umfasst einen weiteren Personenkreis, unter den auch Frauen fallen. Das prominenteste Beispiel ist das Apostelpaar Andronikus und Junia (Röm 16,7). Doch in Bezug auf die Priesterweihe mit dem Handeln oder dem Willen Jesu zu argumentieren hinkt insofern, als Jesus gar keine Priester geweiht hat. In den frühen Gemeinden gab es noch keine Priester. Ehrlich gesagt habe ich den Eindruck, dass es bei vielen Argumenten gegen die Priesterweihe von Frauen eigentlich gar nicht so sehr um Jesus und die Bibel geht…

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Impfung gegen Chlamydien in Sicht?

Gibt es demnächst eine Impfung gegen Chlamydien? © Marian Vecjcik/ istock

Wichtiger Schritt im Kampf gegen Geschlechtskrankheiten: Forscher haben erstmals einen Impfstoff gegen Chlamydien erfolgreich in einer sogenannten Phase-1-Studie getestet. Im Versuch mit gesunden Studienteilnehmerinnen zeigte sich, dass das Vakzin das Immunsystem aktiviert und offenbar gut verträglich ist. Weitere Studien müssen nun jedoch noch überprüfen, ob der Wirkstoff tatsächlich einen ausreichenden Impfschutz gegen die weit verbreitete bakterielle Infektion aufbauen kann.

scinexx

Infektionen mit Chlamydien gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten (STIs) weltweit – auch in Europa sind die Erreger weit verbreitet. Werden sie rechtzeitig erkannt, können Chlamydien mithilfe von Antibiotika gut behandelt werden. Das Tückische aber: Bei Dreiviertel der Infektionen zeigen sich keine Symptome, sodass die Erkrankung unbemerkt bleibt – und genau das macht sie so problematisch.

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Caritas in Niedersachsen beklagt Mehrkosten durch Regulierungen – Profitrate im down turn?

Hinweisschild der Caritas © Michael Althaus (KNA)

Die Caritas in Niedersachsen beklagt zunehmende Kosten in der Behindertenhilfe durch immer mehr gesetzliche Regulierungen. Sie stellte dazu am Montag in Vechta vor Journalisten eine wissenschaftliche Studie der dortigen Universität vor.

DOMRADIO.DE

Danach sind die finanziellen Aufwendungen in den Einrichtungen etwa für Brandschutz, Verkehrswege- oder Medikamentensicherheit sowie Hygienemanagement erheblich gestiegen. Zwischen 2010 und 2017 habe es Steigerungen von oft weit über 100 Prozent gegeben. Die Caritas fordert einen Ausgleich der Kosten durch die Krankenkassen.

Caritas plädiert für mehr Vertrauen

Zugleich regt der katholische Wohlfahrtsverband eine Überprüfung der Sinnhaftigkeit mancher Regulierungen an. Oldenburgs Landes-Caritasdirektor Gerhard Tepe sprach von einer wachsenden „Misstrauenskultur“. Es müsse die Frage gestellt werden, ob alle diese Anforderungen im Detail für alle Einrichtungen gleichermaßen gelten müssten. Auch sei den Mitarbeitern vor Ort mehr Vertrauen entgegenzubringen.

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US-Regierung weicht Artenschutzgesetz auf, das Weißkopfseeadler rettete

Der Weißkopfseeadler, das Wappentier der USA, profitierte von dem Gesetz. – APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI

Wirtschaftliche Interessen sollen bei der Einstufung einer Art als bedroht oder gefährdet künftig keine Rolle mehr spielen. Tierschützer kritisieren die Änderungen am „Endangered Species Act“ scharf.

Die Presse.com

Der Wanderfalke, der Buckelwal, der Weißkopfseeadler, das Wappentier der USA, Wölfe oder Grizzlybären wären verschwunden oder stark dezimiert worden, hätte der frühere US-Präsident Richard Nixon 1973 nicht den „Endangered Species Act“ erlassen. Doch die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat dieses Gesetz zum Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten nun aufgeweicht.

Die neuen Regelungen vereinfachen es, Arten von der Liste bedrohter Arten zu streichen und verringern den Schutz gefährdeter Spezies (eine Schutzstufe unter den bedrohten Arten). Außerdem sollen nun erstmals wirtschaftliche Aspekte bei der Einstufung einer Art als bedroht keine Rolle mehr spielen. Nach Ansicht von Kritikern ebnet dies den Weg dafür, dass wirtschaftliche Interessen Einfluss auf die Klassifizierung von Arten als gefährdet oder bedroht gewinnen könnten.

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Bolsonaros Gotteskrieger

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro zeigt während des „Marschs für Jesus“ am Samstag in den Himmel über Brasília. Foto: AP/Eraldo Peres

Präsident Jair Bolsonaro will aus Brasilien ein fundamental christlich geprägtes Land machen. Dabei gilt Familienministerin Damares Alves als eine ideologische Schlüsselfigur der rechtspopulistischen Regierung. Besuch bei einer Frau, die polarisiert.

Von Tobias Käufer | RP ONLINE

„Sie sehen vor sich die schönste Ministerin Südamerikas“, scherzt Damares Alves (54) bei der Begrüßung in Brasília. Dass sie ausländische Journalisten empfängt, ist außergewöhnlich. Die zurzeit umstrittenste Politikerin Brasiliens gibt ihre Interviews meist dem inzwischen immer größer gewordenen Netzwerk evangelikaler TV-Sender. Alves trägt die dunklen Haare jetzt deutlich kürzer. Die Anspielung auf die neue Frisur ist eine Reaktion auf Spekulationen in den brasilianischen Medien: Hat sich die geschiedene Familienministerin extra für die Dating-App Tinder ein neues Outfit verpasst? Dort ist sie zwar nicht unterwegs, dafür ist sie aber ganz offen auf der Suche nach einem neuen Lebensgefährten. Als evangelikale Pastorin unterstellte sie linken Feministinnen, sie seien hässlich, konservative Frauen dagegen seien schön. Bei Damares Alves ist selbst ein neuer Haarschnitt eine Kampfansage.

Alves gilt als eine der Schlüsselfiguren des Bolsonarismus. Sie will aus Brasilien ein rechtskonservatives, fundamental christlich geprägtes Land machen. „Ich bin eine von den konservativen, christlichen Frauen, die in dieser Nation unterdrückt, ignoriert und vergessen wurden.“ Von der Diktatur einer linken Minderheit in den Medien, den Universitäten, den Nichtregierungsorganisationen.

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Nuclear Reactor for Mars Outpost Could Be Ready to Fly by 2022

Artist’s illustration of a fission power system on the surface of Mars using four 10-kilowatt units. (Image: © NASA)

A new type of nuclear reactor designed to power crewed outposts on the moon and Mars could be ready for its first in-space trial just a few years from now, project team members said.

By Mike Wall | SPACE.com

A flight test is the next big step for the Kilopower experimental fission reactor, which aced a series of critical ground tests from November 2017 through March 2018. No off-Earth demonstration is on the books yet, but Kilopower should be ready to go by 2022 or so if need be, said Patrick McClure, Kilopower project lead at the Department of Energy’s (DOE) Los Alamos National Laboratory in New Mexico.

„I think we could do this in three years and be ready for flight,“ McClure said late last month during a presentation with NASA’s Future In-Space Operations working group. 

„I think three years is a very doable time frame,“ he added, stressing that this is his opinion, not necessarily that of NASA, which is developing the Kilopower project along with the DOE.

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Ein Drittel der Twitter-Mitteilungen hetzt – oft gegen Flüchtlinge

Wissenschaftler entwickeln automatische Erkennung von Hassbotschaften. Die ersten Ergebnisse sind alarmierend. Gehetzt wird oft gegen Flüchtlinge. Der Deutsche Richterbund fordert schärfere gesetzliche Vorgaben für die Internet-Konzerne.

MiGAZIN

Wissenschaftler arbeiten an einer automatischen Erkennung von Hassbotschaften und Beleidigungen im Internet. „Hass im Netz ist eine Art von Gewalt“, sagte die Professorin für Informationswissenschaft an der Hochschule Darmstadt, Melanie Siegel, dem „Evangelischen Pressedienst“. Auf der Kurznachrichten-Plattform Twitter verbreiteten rund fünf Prozent der Teilnehmer Hassbotschaften, die bei bestimmten Themen wie Flüchtlingen oder Asylbewerbern schätzungsweise über ein Drittel aller Nachrichten (Tweets) ausmachten.

Die Computerlinguistin und ihre Mitarbeiter untersuchten im letzten Quartal 2017 und 2018 rund 8.000 Tweets. Bestimmte Twitter-Accounts reagierten massiv auf Nachrichten und sendeten viele Retweets, so dass man ein automatisches Computerprogramm (Social Bot) dahinter vermuten könne, erklärte die Informationswissenschaftlerin. Die meisten der Twitter-Accounts, die Hassbotschaften sendeten, seien rechtsradikal gefärbt. Nur wenige linksradikal gefärbte hätten sich darunter befunden.

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Soziale Systeme: Was man aus Kirchenaustritten lernen kann

Der sonntägliche Kirchgang war früher unumgänglich. Heute gibt es immer mehr Kirchenaustritte. Bild: dpa

Niklas Luhmann kritisiert, Geistliche könnten aus Austrittsdokumenten nicht ablesen, wieso sich Menschen von der Kirche abwenden. In einem Aufsatz machte der Soziologe nun einen kühnen Vorschlag.

Von André Kieserling | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Warum gingen, warum gehen die Leute eigentlich in die Kirche? Nicht nur um Gottes willen, so viel ist sicher. Lange Zeit gab es zur Teilnahme am Ritual keine Alternativen. Wer beim Gottesdienst unentschuldigt fehlte, galt als ungläubig, und um den Ungläubigen pflegten die anderen auch außerhalb der Kirche einen großen Bogen zu machen. Kann man so jemandem Geld leihen? Seiner Aussage trauen, wenn er als Zeuge vor Gericht auftritt? Ihn heiraten?

Am Sonntag zur Kirche zu gehen war also schon deshalb sinnvoll, weil es im Alltag viel Ärger ersparte. Noch im Amerika des neunzehnten Jahrhunderts galt die Zugehörigkeit zu den Methodisten als sicheres Zeugnis einer einwandfreien Zahlungsmoral, und also konnte man dieser Kirche auch im Interesse an der eigenen Kreditwürdigkeit beitreten. Die Teilnahme an „geistlichen“ Kommunikationen zahlte sich in „weltlichen“ Handlungszusammenhängen aus. Auf die religiöse Qualität der Teilnahmemotive konnte es unter diesen Umständen nicht ankommen, und auch ihr etwaiges Fehlen wurde nicht immer bemerkt. Denn wo der eigene Glaubenszweifel, offen einbekannt, all jene Probleme erzeugt hätte, da war man gut beraten, ihn für sich zu behalten. Der Unglaube war Privatsache.

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AfD-Anhänger wegen Volksverhetzung in Gedenkstätte vor Gericht

Der Besuch einer von der AfD-Fraktionschefin im Bundestag, Alice Weidel, eingeladenen Gästegruppe in der brandenburgischen KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen hat ein juristisches Nachspiel.

evangelisch.de

Vor dem Amtsgericht Oranienburg muss sich ein 69-Jähriger aus Baden-Württemberg wegen Volksverhetzung und Störung der Totenruhe verantworten, wie der in Berlin erscheinende „Tagesspiegel“ am Montag (online) berichtete. Der Mann soll die Existenz von Gaskammern in Zweifel gezogen und KZ-Verbrechen relativiert haben. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin bestätigte den Antrag auf Erlass eines Strafbefehls beim Amtgericht Oranienburg.

Das Gericht habe der Zahlung einer Geldstrafe zugestimmt, dagegen habe der Betroffene jedoch Widerspruch eingelegt, berichtete die Zeitung. Deshalb komme es jetzt zu einer Verhandlung vor Gericht.

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Mathematik: Was macht eine Formel schön?

Ob wir eine mathematische Formel instinktic als schön empfinden, hängt überraschenderweise von den gleichen Kriterien ab wie bei einem Kunstwerk. © Emilija Randjelovic/ iStock

Abstrakte Ästhetik: Selbst mathematische Laien können die „Schönheit“ einer mathematischen Formel erkennen und bewerten, wie ein Experiment enthüllt. Dabei waren sich die Laien nicht nur weitgehend einig in ihrer Einstufung. Sie beurteilten die Ästhetik der Gleichungen auch mit denselben Kriterien wie die Schönheit eines Gemäldes – besonders wichtig waren demnach Eleganz, Klarheit und Tiefgründigkeit, wie die Forscher im Fachmagazin „Cognition“ berichten.

scinexx

Hinter vielen als schön angesehenen Kunstwerken steckt Mathematik – beispielsweise in Form des Goldenen Schnitts. Und auch wohlklingende Musik und Mathematik sind eng miteinander verknüpft. Umgekehrt soll schon Albert Einstein gesagt haben, dass eine richtige Gleichung meist auch besonders schön und elegant ist. Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass eine gewisse mathematische Symmetrie eher als korrekt empfunden wird.

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Attacke auf Moschee in Norwegen: Im „Rassenkrieg“

Polizeiwagen stehen vor einer Moschee in Baerum nahe Oslo | Bildquelle: AP

Der Angriff auf eine Moschee in Norwegen ist im Netz offenkundig angekündigt worden. Der mutmaßliche Täter bezieht sich auf andere Terrorattacken und sieht sich demnach in einem „Rassenkrieg“.

Von Patrick Gensing | tagesschau.de

Acht Jahre nach den Anschlägen von Oslo und Utöya wird Norwegen erneut von einer Terrorattacke erschüttert. Allerdings konnte der Angreifer in einer Moschee gestoppt werden, bevor er Menschen erschießen konnte. Der Attentäter war laut Zeugen mit zwei Schrotflinten und einer Pistole bewaffnet in die Al-Noor-Moschee in Baerum bei Oslo eingedrungen. Dort hielten sich zu dem Zeitpunkt drei Gläubige zum Gebet auf. Zwei der Männer seien sofort in Deckung gesprungen, doch ein Mann habe den Angreifer überwältigt, sagte der Moschee-Vorstand dem Sender TV2.

Der mutmaßliche Täter steht zudem in Verdacht, vor dem Angriff auf die Moschee seine 17-jährige Halbschwester getötet zu haben.

Bislang schweigt der Mann zu den Vorwürfen. Ermittlungen hätten aber ergeben, teilte die Polizei mit, dass der Täter rechtsextremistische Ansichten gehabt habe. Zudem habe er mit dem norwegischen Nazi-Kollaborateur Vidkun Quisling sympathisiert, der im Zweiten Weltkrieg eine von den deutschen Besatzern abhängige Regierung führte. Sein Name ist zum Synonym für Kollaborateure geworden. Der Festgenommene habe auch eine feindselige Haltung gegen Einwanderer, so die Polizei.

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Frankreich: Starke Widerstände gegen Klimawandel-Erkenntnisse

Greta Thunberg, Juli 2019 (in Berlin, nicht in Paris). Bild: Leonhard Lenz/gemeinfrei

Besonders die Einladung von Greta Thunberg ins Parlament wurde zum Zankapfel

Bernard Schmid | TELEPOLIS

Das Klima und seine teils katastrophenförmige oder -trächtige Wandlung bleibt an vielen Punkten des Globus ein Thema. Extremwetterlagen neben zu, sei es mit gigantischen Waldbränden in Russland, mit extrem ausfallenden Unwettern in Deutschland oder Elementen von beiden in Frankreich.

Entsprechend wäre zu erwarten, dass eine intensive Debatte stattfinden und jene, die vor dem Klimawandel und den zerstörerischen Auswirkungen des herrschenden Wirtschaftssystems warnen, verstärkt Gehör finden.

Zunehmend in der Gesellschaft diskutiert wird über solche Themen tatsächlich. Doch bedeutet dies auch, dass die Warner und Kritikerinnen entsprechend gewürdigt werden und dass jene, die die Problematik vor einigen Jahren noch geringschätzig abtaten, ihre Mahnungen nun entsprechend honorieren?

„Diskussionsmethoden“ der Staatsmacht

Wer solches erwartet, wird mindestens in einem Punkt enttäuscht: Es gibt starke Widerstände gegen die kritischen Erkenntnisse, die zum Teil auch aggressiv vorgetragen werden und/oder mit Repression gegen die Mahner und Warner einhergehen. Dies zeigen etwa die jüngsten Ereignisse in Frankreich.

Im Gedächtnis der breiten Öffentlichkeit blieb verhaftet, wie Ende Juni dieses Jahres junge Klimaaktivistinnen und -aktivisten, die auf friedliche Weise eine Autobrücke im Pariser Zentrum – den pont de Sully – temporär besetzt hielten und den Verkehr für kurze Zeit aufhielten, mit einem äußerst brutalen Polizeieinsatz abgeräumt wurden.

Dabei wurde den am Boden Sitzenden Tränengas aus größeren Flaschen direkt ins Gesicht gesprüht und dies in einer solchen Quantität, dass der Einsatzleiter persönlich wegen des von ihm selbst eingeatmeten Gases aus den Latschen kippte und in Ohnmacht fiel.

Nun lässt sich über die Inhalte der, bisweilen mit etwas apokalyptisch wirkenden Obertönen auftretenden Bewegung Extinction rebellion sicherlich in einigen Punkten diskutieren. Wo jedoch die Diskussionsmethoden der Staatsmacht so aussehen wie im obigen Fall, kann die kritische Öffentlichkeit den Aktiven nur beistehen.

In diesem Falle wurden sie jedenfalls in breiten Kreisen mit Sympathie bedacht und als die Opfer, die sie bei dem gewalttätigen Polizeieinsatz tatsächlich waren, wahrgenommen. Nicht so in Regierungskreisen. Ausgerechnet der eigentlich fachlich zuständige damalige Ökologieminister François de Rugy setzte sich in die Fernsehstudios und verteidigte den Polizeieinsatz vom 28. Juni energisch: Sei denn eine Verkehrsblockade nicht auch Gewalt?

Dies, während sogar sein Kollege vom sonst für die Repression zuständigen Innenministerium sich immerhin bequemte, eine Untersuchung anzuordnen und einen Bericht vom verantwortlichen Pariser Polizeipräfekten anzufordern.

De Rugy kommentierte seinerseits, es sei „nicht mehr die Zeit für Demonstrationen“, womit er ungefähr meinte, das Klimathema solle den Politikern überlassen bleiben, da diese sich ja nun zum Handeln entschlossen hätten. Ja, wenn es denn nur so wäre …

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Maden können mithilfe einer ausgefeilten Technik grosse Sprünge machen

Zeitrafferaufnahmen einer springenden Gallmücken-Larve. (Bild: Reproduziert/adaptiert mit Erlaubnis des Journal of Experimental Biology; Farley, G. M., Wise, M. J., Harrison, J. S., Sutton, G. P., Kuo, C. und Patek, S. N., 2019, Journal of Experimental Biology, Volume 222, doi:10.1242/jeb.201129)

Obwohl sie keine Beine haben, können manche Maden – etwa wenn Gefahr droht – etwa das 36-Fache ihrer Körperlänge weit durch die Luft springen und dabei im Vergleich zum Kriechen auch noch Energie sparen.

Neue Zürcher Zeitung

Drei Jahre lang beobachteten amerikanische Forscher kleine Mückenlarven der Gruppe Asphondylia mit speziellen Kameras und Mikroskopen, um deren Springvermögen auf den Grund zu kommen. Was sie herausfanden, erklärt Jacob Harrison von der Duke University in Durham in North Carolina, einer der Autoren, so: «Sie pflanzen ein Ende ihres Körpers auf den Boden und rutschen das andere Ende heran, bis sich die beiden Enden treffen.» An beiden Enden der Maden entdeckten die Forscher winzige Härchen, wie sie in der Fachzeitschrift «Journal of Experimental Biology» berichten. Diese könnten dazu dienen, dass die beiden Körperenden vorübergehend aneinander befestigt werden, schreiben die Wissenschafter.

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SPD dringt auf Verbot von rechtsextremer Gruppe „Combat 18“

Das Neonazi-Netzwerk „Combat 18“ gilt als gewaltbereit. Eine Verbindung zu dem mutmaßlichen Lübcke-Mörder Stephan E. wird geprüft. Die SPD fordert ein zügiges Verbot.

evangelisch.de

Die SPD fordert ein härteres Vorgehen gegen Rechtsextremisten und ein zügiges Verbot des Neonazi-Netzwerks „Combat 18“. „Wer sich mit der Demokratie anlegt, der muss viel konsequenter ihre Wehrhaftigkeit zu spüren bekommen“, heißt es in einem Sieben-Punkte-Papier mit dem Titel „Demokratische Ordnung stärken und verteidigen“, das am Montag vom Parteipräsidium in Berlin beschlossen wurde. Der handlungsfähige Staat müsse „mit all seinen zur Verfügung stehenden Mitteln rigoros gegen seine Feinde vorgehen“. Das gelte für Einzelpersonen wie für den organisierten Rechtsextremismus.

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Veranstalter-Verein soll Islamisten nahestehen

Das Gebet zum Opferfest fand erstmals im Freien statt – auf dem Tempelhofer Feld.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Mehr als 1000 Muslime kamen zum Opferfest-Gebet auf dem Tempelhofer Feld – unter strikter Geschlechtertrennung. Der Veranstalter ist einschlägig bekannt.

Von Alexander Fröhlich, Jörn Hasselmann, Hannes Heine | DER TAGESSPIEGEL

Es dürften deutlich mehr als 1000 Männer, Frauen und Kinder gewesen sein, die sich am Sonntag zum „Gebet im Freien“ auf dem Tempelhofer Feld versammelt haben. Anlass war der Beginn des viertägigen islamischen Opferfests Eid al-Adha. Das Fest während der Wallfahrt – der Hadsch – nach Mekka in Saudi-Arabien soll an die Bereitschaft Abrahams erinnern, einen seiner Söhne zu opfern, um Gott seinen Glauben zu beweisen.

Auch die Medien sind an diesem Tag zum Gebet eingeladen, weil „viele Muslime in Berlin sich zum ersten Mall im Freien versammeln werden, um das Festgebet zu verrichten“. Dies sei, so die Veranstalter, also ein einzigartiges Ereignis. Ordner mit Warnwesten und arabischer Schrift auf dem Rücken forderten Frauen auf, sich auf dem Feld abseits der Männer niederzulassen.

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Die Kirchensteuer muss weg!

Bild: tilly

Menschen gehen, Kohle bleibt. Alles wird gut. So denken Mietlinge

Von Peter Winnemöller | kath.net

Zweihundertundsechzehnmillionen – diese Zahl muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Das ist der Mehrertrag an Kirchensteuer im Jahr 2018 im Vergleich zum Jahr 2017. Das Jahr 2018 sah einen Rekord an Kirchenaustritten. Der Hauptgrund für den Kirchenaustritt sei – neben dem Missbrauchsskandal – die Kirchensteuer, wird man nicht müde, dies zu betonen. Das ist natürlich Blödsinn!

Wenn es eines Beweises bedürfte, wäre er hiermit erbracht. Es treten diejenigen aus der Kirche aus, die keine Kirchensteuer zahlen. Nur bei einer Gruppe hat die Kirchensteuer tatsächlich Bedeutung: Berufseinsteiger, die um die Jahrtausendwende geboren sind. Die jungen Menschen haben in dritter Generation keinerlei kirchliche Sozialisation erfahren. Somit haben sie nicht einmal eine emotionale Bindung an die Kirche. Sobald sie zahlen sollen, gehen sie.

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