Frankreich: Starke Widerstände gegen Klimawandel-Erkenntnisse


Greta Thunberg, Juli 2019 (in Berlin, nicht in Paris). Bild: Leonhard Lenz/gemeinfrei

Besonders die Einladung von Greta Thunberg ins Parlament wurde zum Zankapfel

Bernard Schmid | TELEPOLIS

Das Klima und seine teils katastrophenförmige oder -trächtige Wandlung bleibt an vielen Punkten des Globus ein Thema. Extremwetterlagen neben zu, sei es mit gigantischen Waldbränden in Russland, mit extrem ausfallenden Unwettern in Deutschland oder Elementen von beiden in Frankreich.

Entsprechend wäre zu erwarten, dass eine intensive Debatte stattfinden und jene, die vor dem Klimawandel und den zerstörerischen Auswirkungen des herrschenden Wirtschaftssystems warnen, verstärkt Gehör finden.

Zunehmend in der Gesellschaft diskutiert wird über solche Themen tatsächlich. Doch bedeutet dies auch, dass die Warner und Kritikerinnen entsprechend gewürdigt werden und dass jene, die die Problematik vor einigen Jahren noch geringschätzig abtaten, ihre Mahnungen nun entsprechend honorieren?

„Diskussionsmethoden“ der Staatsmacht

Wer solches erwartet, wird mindestens in einem Punkt enttäuscht: Es gibt starke Widerstände gegen die kritischen Erkenntnisse, die zum Teil auch aggressiv vorgetragen werden und/oder mit Repression gegen die Mahner und Warner einhergehen. Dies zeigen etwa die jüngsten Ereignisse in Frankreich.

Im Gedächtnis der breiten Öffentlichkeit blieb verhaftet, wie Ende Juni dieses Jahres junge Klimaaktivistinnen und -aktivisten, die auf friedliche Weise eine Autobrücke im Pariser Zentrum – den pont de Sully – temporär besetzt hielten und den Verkehr für kurze Zeit aufhielten, mit einem äußerst brutalen Polizeieinsatz abgeräumt wurden.

Dabei wurde den am Boden Sitzenden Tränengas aus größeren Flaschen direkt ins Gesicht gesprüht und dies in einer solchen Quantität, dass der Einsatzleiter persönlich wegen des von ihm selbst eingeatmeten Gases aus den Latschen kippte und in Ohnmacht fiel.

Nun lässt sich über die Inhalte der, bisweilen mit etwas apokalyptisch wirkenden Obertönen auftretenden Bewegung Extinction rebellion sicherlich in einigen Punkten diskutieren. Wo jedoch die Diskussionsmethoden der Staatsmacht so aussehen wie im obigen Fall, kann die kritische Öffentlichkeit den Aktiven nur beistehen.

In diesem Falle wurden sie jedenfalls in breiten Kreisen mit Sympathie bedacht und als die Opfer, die sie bei dem gewalttätigen Polizeieinsatz tatsächlich waren, wahrgenommen. Nicht so in Regierungskreisen. Ausgerechnet der eigentlich fachlich zuständige damalige Ökologieminister François de Rugy setzte sich in die Fernsehstudios und verteidigte den Polizeieinsatz vom 28. Juni energisch: Sei denn eine Verkehrsblockade nicht auch Gewalt?

Dies, während sogar sein Kollege vom sonst für die Repression zuständigen Innenministerium sich immerhin bequemte, eine Untersuchung anzuordnen und einen Bericht vom verantwortlichen Pariser Polizeipräfekten anzufordern.

De Rugy kommentierte seinerseits, es sei „nicht mehr die Zeit für Demonstrationen“, womit er ungefähr meinte, das Klimathema solle den Politikern überlassen bleiben, da diese sich ja nun zum Handeln entschlossen hätten. Ja, wenn es denn nur so wäre …

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