Wie der Brexit den Nordirland-Konflikt neu entfachen könnte


Katholische Iren gegen britische Protestanten: Seit 21 Jahren ist der Nordirland-Konflikt offiziell befriedet. Doch in manchen lebt der Hass weiter. Viele befürchten, dass der EU-Austritt Großbritanniens die zerbrechliche Aussöhnung gefährden könnte.

Von Alexander Brüggemann | katholisch.de

Kann es so etwas wie „Friedenswände“ geben? Noch heute werden an den sogenannten Peace Walls von Belfast am Abend die Tore geschlossen, um katholische und protestantische Problemviertel voneinander zu trennen. Und noch immer gibt es die martialischen Malereien an Privathäusern, die in leuchtenden Farben die vermeintlichen Märtyrer des Bürgerkriegs und ihre Waffen verherrlichen.

Seit dem sogenannten Karfreitagsabkommen von Belfast vor gut 20 Jahren herrscht zwar endlich Frieden in Nordirland. Doch es ist nicht für alle Frieden, nur für die meisten. In manchen lebt der Hass von damals fort; und nicht wenige befürchten, dass der EU-Austritt Großbritanniens die zerbrechliche soziale Aussöhnung gefährden könnte und die Konturen der Verwerfungen von damals wieder deutlicher zutage treten. Die Nordirland-Frage ist der politisch heikelste Aspekt des Brexit. Wo verläuft künftig die EU-Außengrenze? Und gehen alle den am Ende gewählten Weg mit?

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