Italiens Regierungschaos und das Schweigen der Kirche


Matteo Salvini, Innenminister von Italien © Roberto Monaldo (dpa)

Mitten in der Ferienzeit befindet sich Italiens Regierung in einer heftigen Krise. Von der früher so einflussreichen katholischen Kirche des Landes ist indes kaum etwas zu hören.

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Von Misstrauensvotum ist die Rede, von Neuwahlen, anderen parlamentarischen Koalitionen. Zum zweiten Mal binnen weniger Tage hat die Regierungskoalition aus Lega und Fünf-Sterne-Bewegung gegeneinander gestimmt: vergangene Woche die Lega gegen einen Antrag der „Fünf Sterne“, das Eisenbahntunnelprojekt zwischen Turin und Lyon auf Eis zu legen, am Mittwoch die „Fünf Sterne“ mit den Sozialdemokraten der PD gegen einen Antrag der Lega, schon jetzt Ministerpräsident Giuseppe Conte das Misstrauen auszusprechen und so den Weg zu Neuwahlen freizumachen.

Nach seiner Niederlage erklärte sich Lega-Chef Matteo Salvini bereit, die von den „Sternen“ verlangte Verringerung der Abgeordnetenzahl anzugehen. Dann aber müsse sofort gewählt werden. Die Italiener sollten selbst entscheiden, wie es weitergehe, fordert Salvini seit Tagen bei abendlichen Kundgebungen an diversen Stränden des Landes. Dort halten sich die Italiener jetzt im August bevorzugt auf. Angesichts solcher „Bade-Kundgebungen“ häufen sich süffisante Meldungen darüber, welcher Politiker am besten gebräunt sei. Allein am Mittwoch in Genua, beim Gedenken an die Opfer des Brückeneinsturzes vor einem Jahr, trat für einen Moment Ruhe ein: Salvini und „Sterne“-Chef Luigi Di Maio einträchtig neben Conte und Staatspräsident Sergio Mattarella.

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