Gewalt auf dem Tempelberg


Am Sonntag kam es zu massiven Unruhen auf dem Tempelberg. Foto: Reuters

Zum Beginn des Opferfestes greifen muslimische Beter israelische Polizeikräfte an

Mareike Enghusen | Jüdische Allgemeine

Es hätte ein besonderer, besinnlicher Tag sein können, dieser 11. August: Auf diesen Tag fiel dieses Jahr der jüdische Fasten‐ und Trauertag Tischa beAw, an dem Juden der Zerstörung des Tempels gedenken, und zugleich begann das muslimische Opferfest Eid Al‐Adha – wegen der unterschiedlichen Kalender in Islam und Judentum eine höchst seltene Konstellation. Doch statt heiliger Stimmung füllte Tränengas die Luft über dem Tempelberg, flogen Stühle und Steine, wieder einmal.

Er wird oft als Herz des israelisch‐palästinensischen Konflikts beschrieben, als Auge des Sturms, als Minenfeld: der Tempelberg in Jerusalem mit der Westmauer, dem letzten erhaltenen Überrest des Zweiten Jüdischen Tempels, der einst dort stand, heiligster Ort des Judentums. Haram Ash‐Sharif nennen wiederum die Muslime den Berg, »nobles Heiligtum«, auf dem die Al‐Aksa‐Moschee steht, die drittwichtigste Stätte des Islam nach Mekka und Medina. An diesem Ort, der zwei Weltreligionen als heilig gilt, kommt es regelmäßig zu höchst unheiligen Szenen, wie zuletzt am vergangenen Sonntag.

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