Internes Gutachten: Autobahnüberwachung in Brandenburg ist unzulässig

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Experten kamen im Auftrag des brandenburgischen Innenministeriums zu dem Schluss, dass das ständige Scanning von Kfz-Kennzeichen rechtlich nicht haltbar ist.

heise online

Die Praxis der Polizei in Brandenburg, mithilfe von Kfz-Kennzeichen-Scannern täglich den kompletten Autoverkehr an festen Standorten zu überwachen und die Daten zu speichern, ist mit den dafür angewendeten Gesetzen nicht vereinbar. Zu dieser Einschätzung kam eine Gruppe von Sachverständigen im Auftrag des brandenburgischen Innenministeriums Anfang Juni. Die permanente Aufzeichnung und unbegrenzte Speicherung der Nummernschild-Daten sei unverhältnismäßig. Es hätte zumindest „klare Löschfristen geben müssen“.

Um die Schwere des Eingriffs in die Grundrechte der Betroffenen zu beschränken, dürften die erhobenen Daten den Strafverfolgern nicht einfach für andere Ermittlungsverfahren überlassen werden, heißt es weiter in dem jetzt von Netzpolitik.org veröffentlichten Gutachten.

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30 rechtsextreme Vorfälle bei Bundespolizei

Die Zahl rechtsextremer Vorfälle in der Bundespolizei ist gering – aber 2017 gab es eine auffällige Häufung Quelle: pa/dpa/Martin Schutt

Radikale Äußerungen oder das Zeigen beziehungsweise Dulden verbotener Kennzeichen – das Innenministerium hat nun alle bekannten rechtsextremen Vorfälle in der Bundespolizei seit 2007 öffentlich gemacht. Die Linke ist trotzdem unzufrieden.

WELT

Der Bundespolizei sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums 30 rechtsextreme Vorfälle in den eigenen Reihen aus den vergangenen zwölf Jahren bekannt. Gegen jeden der betroffenen Mitarbeiter sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, hieß es in einer Antwort des Ministeriums auf eine Parlamentsanfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Konkret geht es nach Angaben des Ministeriums um „rechtsextreme Äußerungen, das Verwenden verfassungswidriger Symbole, das Dulden der Verwendung verfassungswidriger Symbole sowie das Tragen von Bekleidung, die auch der rechtsextremen Szene zugeordnet wird (zum Beispiel der Marke „Thor Steinar“).

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Neue Methode könnte die Geburt von Mädchen verhindern

Heute ist es aufwendig und in vielen Ländern (wie auch Österreich) verboten, auf das Geschlecht eines Babys Einfluss zu nehmen.Foto: Mikhail Pochuyev/TASS via GettyImages

Forscher fanden heraus, wie sich Spermien mit dem X-Chromosom verlangsamen lassen – Bioethiker warnen vor möglichen Folgen

Klaus Taschwer | DERSTANDARD

Jahrhundertelang rätselte die Wissenschaft, was für das Geschlecht eines Neugeborenen verantwortlich ist. Die Frage war mitunter auch von eminenter politischer Bedeutung – wenn es darum ging, einen männlichen Thronfolger zu zeugen.

Im Jahr 1898 behauptete der Wiener Embryologe Samuel Leopold Schenk, der auch ein Pionier der In-vitro-Fertilisation (IVF) war, dass Frauen durch spezielle Ernährung vor der Empfängnis für männlichen Nachwuchs sorgen könnten. Damit machte er zwar international kurz Schlagzeilen. Doch die Methode erwies sich als Irrtum, und Schenk verlor deshalb – und aufgrund des damals herrschenden Antisemitismus – sogar seine Professur an der Uni Wien.

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Labour, Liberaldemokraten und Remainer-Tories streiten über einen Sturz Johnsons

Grafik: TP

Jeremy Corbyn, der Chef der britischen Labour Party, hat ein Misstrauensvotum im Unterhaus angekündigt. Das soll aber erst dann stattfinden, wenn er „zuversichtlich sein kann, dass es Erfolg hat“. Damit es Erfolg hätte, bräuchte er außer den Stimmen seiner Labour-Abgeordneten auch die der anderen Oppositionsparteien und einiger Tories.

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Die sollen Corbyns Vorstellung nach aus den Reihen jener Abgeordneten der Konservativen Partei kommen, die einen Hard Brexit zum 31. Oktober scheuen. Ihnen verspricht er, in Brüssel eine erneute Verschiebung des Austrittstermins zu beantragen, wenn sie ihn an die Macht lassen. Danach soll es vorgezogene Neuwahlen und neues Referendum über einen Verbleib in der EU geben.

Liberaldemokraten wollen Clark oder Harman statt Corbyn

Auf dieses Angebot hin erklärten sich mehrere Tory-Abgeordnete öffentlich dazu bereit, so ein Vorgehen in Betracht zu ziehen. Ebenso Interesse zeigten die walisische Plaid Cymru und die Scottish National Party (SNP), deren Sprecher Ian Blackford gestern von „konstruktiven Gesprächen“ mit der Labour-Führung sprach.

Weniger freundlich war die Aufnahme des Angebots in der Liberaldemokratischen Partei. Ihre neue Vorsitzende Joanne Swinson verlautbarte, Corbyn verfüge im Unterhaus nicht über genügend Unterstützung, um als Interimspremierminister zu fungieren. Als Alternativen mit ausreichend „Erfahrung“ und „Respekt über die Parteigrenzen hinweg“ schlug sie den 79-jährigen Tory Kenneth Clarke und die 69-jährige Labour-Abgeordnete Harriet Harman vor. Mit beiden, so Swinson zur BBC, habe sie bereits gesprochen – und beide seien bereit, das Amt eine begrenzte Zeit lang zu übernehmen.

Clarke sitzt seit 49 Jahren im House of Commons und hatte unter Margaret Thatcher und John Major mehrere Ministerposten inne. 1997, 2001 und 2005 bewarb er sich um den Chefposten bei den Tories, scheiterte dabei aber wahrscheinlich auch deshalb, weil er sich sehr EU-euphorisch gab. Harman zog nur zwölf Jahre nach Clarke in das Unterhaus ein und saß unter Tony Blair auf mehreren Kabinettsposten. Ende der Nullerjahre war sie stellvertretende Chefin ihrer Partei, die sich nach dem Rücktritt von Gordon Brown auch kurzzeitig kommissarisch führte.

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Der radioaktive Staub einer Supernova rieselt auf die Erde nieder

Die mit dem Hubble-Teleskop gemachte Aufnahme zeigt einen kleinen Ausschnitt aus dem Nebel, der bei einer Supernovaexplosion ausgestossen wird. (Bild: Nasa / ESA / Hubble Heritage Team)

Vor zwei bis drei Millionen Jahren explodierte in der Nähe der Sonne ein Stern. Bis heute gelangt Asche des Sterns zur Erde. Das belegen Funde eines Eisen-Isotops am Südpol.

Thorsten Dambeck | Neue Zürcher Zeitung

Die nähere Umgebung des Sonnensystems beherbergt nicht nur Nachbarsterne und deren Planeten. Sie ist zudem angefüllt mit den Wolken des interstellaren Mediums. Diese enthalten Staubpartikel, die in das Sonnensystem eindringen und Informationen über Sterne mit sich tragen, die längst vergangen sind. Die Signatur einer Supernova, die einst vor unserer kosmischen Haustür explodierte, haben Physiker nun im Eis der Antarktis aufgespürt.

Der Fund gelang einem deutsch-österreichischen Team um Dominik Koll von der Technischen Universität München. Die Forscher hatten rund 500 Kilogramm Schnee von der deutschen Kohen-Station erhalten. Diese liegt im antarktischen Binnenland, einige hundert Kilometer vom Meer entfernt. Gekühlt und in Styroporboxen verpackt gelangte die eisige Fracht nach München. Aus dem Schmelzwasser wurden die winzigen interstellaren Staubpartikel herausgefiltert. Weitere Präparationsschritte erfolgten am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und am Wiener Atominstitut.

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Israel bekräftigt Ablehnung von Delegationen mit AfD-Vertretern

Bild: phhesse/flickr

Israel hat bestätigt, keine Delegationsreisen mit AfD-Abgeordneten zu empfangen. „Unsere Position, keinen Kontakt zur AfD zu haben, ist klar und bleibt unverändert“, sagte die Sprecherin der israelischen Botschaft in Deutschland, Shir Gideon, der Bielefelder „Neuen Westfälischen“ (Samstag).

evangelisch.de

Die Sprecherin bestätigte, dass eine vom 26. bis 29. August geplante Delegationsreise des Digitalausschusses des NRW-Landtags mit einem AfD-Vertreter nicht offiziell empfangen worden wäre. Der Landtag hatte die Reise am 26. Juli vorerst abgesagt. Geplant war unter anderem ein Aufenthalt in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Es habe bislang „einige Absagen von offiziellen Besuchen in Israel wegen der möglichen Teilnahme von AfD-Mitgliedern“ gegeben, sagte Gideon. Zugleich würden „andere Besuche und Dialoge auf vielen verschiedenen Ebenen und in Bezug auf das breite Themenspektrum der bilateralen Agenda fortgesetzt“.

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Ein Erreger steht vor der Tür

Die gemeine Stechmücke (Culex pipiens) überträgt das West-Nil-Virus auf Mensch und Tier. (Bild: Alamy)

Das West-Nil-Virus befällt Vögel, Pferde und den Menschen. Im umliegenden Ausland ist es schon nachgewiesen worden. Wann kommt es in die Schweiz?

Alan Niederer | Neue Zürcher Zeitung

Die Meldungen der letzten Tage dürften so manch einen Ferienreisenden verunsichert haben. In Griechenland sind in diesem Sommer schon vier Personen an einer Infektionskrankheit gestorben, von der viele noch nie etwas gehört haben dürften: dem West-Nil-Fieber. Auch in Rumänien ist eine Person der durch Mücken übertragenen Viruserkrankung erlegen. Berichte von Erkrankungsfällen hat das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zudem aus Italien, Zypern, Ungarn und Frankreich erhalten: insgesamt 46 Fälle (Stand 8. August).

Diese Zahl dürfte nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs sein. Denn in 80 Prozent der Fälle verläuft die Infektion mit dem West-Nil-Virus ohne Symptome – und damit unbemerkt. Nur 20 Prozent der Angesteckten entwickeln das West-Nil-Fieber. Dieses verläuft meist wie eine gewöhnliche Grippe. Doch bei einem Teil der Patienten befällt der Erreger, der wie das Zika-, das Dengue- oder das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus zu den Flaviviren gehört, das Zentralnervensystem. Dann stehen potenziell tödliche neurologische Symptome im Vordergrund, die auf eine Entzündung von Gehirn, Hirnhaut und Rückenmark zurückzuführen sind.

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Seehofer hält Seenotrettung für ein „Gebot der Menschlichkeit“

Horst Seehofer © Paul Zinken (dpa)

Die Bundesregierung möchte keine „Massenhafte Einwanderung“, sagt Hort Seehofer. Dennoch sei man bereit, Flüchtlinge von Seenotrettungsschiffen aufzunehmen. Deren Einsatz auf dem Mittelmeer sei ein „Gebot der Menschlichkeit“. 

DOMRADIO.DE

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat an die europäischen Länder appelliert, eine humanitäre Lösung für die Seenotrettung auf dem Mittelmeer zu finden. „Wir müssen die erbärmlichen Abläufe vor der Küste von Italien und Malta vermeiden“, sagte Seehofer am Freitag nach einem Treffen der Innenminister von CDU und CSU in Dresden. „Seenotrettung ist ein Gebot der Menschlichkeit“, betonte er.

Deutschland sei bereit, Flüchtlinge von den Schiffen aufzunehmen. Aber dabei müssten auch andere Länder mitmachen, sagte der Bundesinnenminister. Derzeit seien es nur sechs EU-Länder, die bereit sind, Menschen aufzunehmen. Es müsse ein gesetzliches Regelwerk in der Europäischen Union über die Aufnahme und die Verfahren gefunden werden.

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IARC: Nachtarbeit „wahrscheinlich krebserregend“

Nächtliche Schichtarbeit bringt unsere innere Uhr aus dem Takt – und könnte dadurch Krebs auslösen. © Ranta images/ istock

Nächtliches Arbeiten als Gesundheitsgefahr: Nachtschichtarbeit bringt nicht nur unseren Biorhythmus durcheinander, das ständige Arbeiten gegen die innere Uhr ist wahrscheinlich auch krebserregend. Diesen Zusammenhang bestätigt nun die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO. Die Wissenschaftler stufen Nachtarbeit in Bezug auf die Kanzerogenität damit in dieselbe Gruppe wie Glyphosat und rotes Fleisch ein.

scinexx

Unser Stoffwechsel, unsere Hormone, aber auch viele andere Vorgänge in unserem Körper folgen einem regelmäßigen Tag-Nacht-Zyklus. Dieser Takt der inneren Uhr wird durch bestimmte Gene gesteuert und durch äußere Zeitgeber wie das Tageslicht mit der Umwelt synchronisiert.

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Koch: Bin bereit, auch theologisch neue Schritte zu gehen

Wenn der Mann für Christus und die Frau für die Kirche steht: Ist dann eine Frauenweihe theologisch möglich? Berlins Erzbischof Heiner Koch sieht dafür aktuell keine wesentlichen Argumente. Zur Diskussion ist er dennoch bereit.

katholisch.de

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch findet das Anliegen katholischer Frauen nach mehr Einfluss in der Kirche nach eigenem Bekunden berechtigt. Es könne nicht so weitergehen, dass Frauen sagten, „wir haben nichts zu sagen, wir werden nicht gehört“, so Koch am Donnerstagabend in der rbb-Sendung „Talk in Berlin“. Zugleich betonte er, bislang habe ihm niemand ein wesentliches Argument nennen können, dass es theologisch möglich sei, auch Frauen zu Priesterinnen zu weihen, ohne die Sakramentalität des Mann- und Frau-Seins im Hinblick auf Christus und die Kirche aufzugeben. Er sei aber bereit, darüber zu diskutieren und gegebenenfalls auch neue Schritte zu gehen.

Mit Blick auf den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche sagte Koch, er spreche „mit allen Opfern, die missbraucht worden sind und die mit mir sprechen wollen“. Das seien „bewegende Gespräche, sehr bewegende Gespräche“. Die Kirche müsse weiter daran arbeiten, zu untersuchen, wie es dazu kommen konnte. Der Erzbischof unterstrich, dass niemand den Opfern befehlen könne, ihren Tätern zu verzeihen.

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Hinduextremismus: Lynchjustiz in Indien — „Kuhrächer“ freigesprochen

Seit Jahren werden in Indien Schlachthäuser geschlossen, weil das Töten von Kühen verboten wurde. Der Lynchmord durch „Kuhrächer“ ist kein Einzelfall.Foto: AP

Muslim zu Tode geprügelt – Extremistische Hindus „aus Mangel an Beweisen“ freigesprochen

DERSTANDARD

Sechs hinduextremistische „Kuhrächer“ sollen vorgeworfen werden, einen Muslim aus religiöser Ehrfurcht vor einer Kuh zu Tode geprügelt zu haben. Das berichtet die Kathpress unter Berufung auf einen Bericht des asiatischen katholischen Pressedienstes Ucanews. Die „Kuhrächer“ wurden freigesprochen, was Pius Thomas D’Souza, katholischer Bischof in Indien, schockiert.

„Das Urteil bereitet mir große Schmerzen“, sagte D’Souza, Bischof von Ajmer. „Es ist sehr traurig, weil Videoaufnahmen der Tat zur Verfügung standen“, fügte der Geistliche hinzu. Ein Gericht hatte die Angeklagten zuvor aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Das von einem Augenzeugen aufgenommene Video der Lynchjustiz war nicht als Beweis zugelassen worden.

Kühe gelten im Hinduismus als heilig. Der Regierungschef des Bundesstaates Rajasthan, Ashok Gehlot von der säkularen Kongresspartei, kündigte Berufung gegen den Freispruch an.

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Pathologie des „Clean Eating“

Bild: pexels.com

Die exzessive Beschäftigung mit gesunden Lebensmitteln und deren Inhaltsstoffen wurde als „Cyberpathy“, als digital übertragene Störung, im Rahmen des „Healthism“ beschrieben

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der Hang, gesund zu leben, um möglichst lange zu leben, scheint viele Menschen immer stärker in den Bann zu ziehen und zu einer Art Religionsersatz zu werden. Es wird zum Lebensstil und zur Identität. Man is(s)t vegan, ohne Gentechnik, ohne Zucker und Salz, keine Milch, laktose- oder glutenfrei, vegetarisch, Low Carb, regional, bio, paläo, keto oder clean. Im Englischen gibt es dafür den Begriff „healthism“, vielleicht am besten als Gesundheitsobsession übersetzt.

Wenn schon kein Fortleben im Jenseits und in der Matrix, dann wenigstens das irdische, an den Leib gebundene Leben so lange wie möglich mit allen verfügbaren Mitteln nach irgendwelchen Regeln und Normen verlängern und fit zu halten. Die Sorge um sich ist die Sorge um den Körper, der gehegt, gepflegt, mitunter auch gequält werden muss, um ihn zu optimieren, auch im Aussehen. Dazu kommt, dass dann wenn Trends entstehen, die Experten gleich am Weg stehen, um sie zu pathologisieren, also sie in ein anderen, aber gleichfalls dem Gesundheitsuniversum angehörenden normativen Kontext zu stellen.

Wenn die einen ihren Körper, in dem sie stecken, in Bewegung halten und mit aufwendigen Übungen gestalten, dann spielt auch hier immer die Ernährung eine Rolle. Hier unterscheiden sich die Kulturen und Ernährungssekten, also wann man wie viel von was seinem Körper zuführen soll und was auf keine Weise gegessen oder getrunken werden darf. Und wie es Sekten so an sich haben, die das Leben ihrer Mitglieder streng mit einer Gut- und Böse-Einteilung normieren, wird diesen suggeriert, dass sie als Avantgarde der Erlösung am nächsten sind. Es breitet sich mit immer neuen wissenschaftlichen Untersuchungen in einer Blase ein riesiges Gebiet des Wissens und der Suche nach Informationen aus, es entstehen Gurus und Experten, Ratgeber und neue Gesetze, die auch viel mit Moral zu tun haben

Das ist auch ein Phänomen bei einer extremistischen Ernährungssekte, die allerdings nur, wie das heute so üblich ist, als loses Netzwerk mit Influencern, Texten, Videos, Bildern und Botschaften existiert. Die Rede ist von Orthorexia nervosa, ein Begriff, den der amerikanische Mediziner Steven Bratman nach dem Vorbild der „Anorexia nervosa“, der Essstörung der Magersucht, geprägt hat. Es soll sich um einen pathologischen Zwang zum gesunden Essen handeln, dem ein Hang zur rigiden Selbstdisziplinierung zugrunde liege, der einhergeht mit dem Gefühl der Überlegenheit über diejenigen, die Junkfood oder einfach das Falsche essen. Man gehört also einer auserwählten Gruppe an, ist Elite und irgendwie gottgefällig (Orthorexia nervosa oder der Zwang, sich „gesund“ zu ernähren).

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Antisemitismusbeauftragter Klein verteidigt das Schächten: „Schutz kultureller und religiöser Vielfalt“

Das Schächten von Schafen während des islamischen Opferfestes gilt als religiöses Gebot
© Martin Schutt (dpa)

Ein vernünftiger Ausgleich zwischen Belangen des Tierschutzes und der Religionsfreiheit? Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat das rituelle Schlachten von Tieren in Islam und Judentum verteidigt.

DOMRADIO.DE

„Die bislang geltende Regelung nach dem Tierschutzgesetz, die das Schächten in Ausnahmefällen und unter strengen Voraussetzungen erlaubt, stellt einen vernünftigen Ausgleich zwischen Belangen des Tierschutzes und der Religionsfreiheit dar“, sagte Klein am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Diese Regelung habe auch das Bundesverfassungsgericht bestätigt.

Hintergrund ist eine Debatte der niedersächsischen CDU anlässlich des zu Ende gegangenen islamischen Opferfestes. Medienberichten zufolge fordert die dortige Landtagsfraktion ein vollständiges Verbot des Schächtens, bei dem Tiere ohne Betäubung geschlachtet werden. Ein entsprechender Vorstoß sei von der Fraktion gebilligt worden. Als Grund wird das Tierwohl genannt.

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Gericht: Mädchen darf nicht in Knabenchor

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Das Berliner Verwaltungsgericht hat die Klage eines Mädchens auf Zulassung zum Staats- und Domchor in Berlin abgewiesen.

evangelisch.de

Mit Blick auf den spezifischen Klang des reinen Knabenchores sei die Leitung des Ensembles berechtigt, Mädchen, deren Stimme diesem Klangbild nicht entsprechen, abzuweisen, sagte der Vorsitzende Richter, Jens Tegtmeier, am Freitag in Berlin in seinem Urteil nach mehrstündiger Verhandlung. Dabei gehe in diesem Fall das Recht auf Kunstfreiheit aus Artikel 5 im Grundgesetz dem Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts aus Artikel 3 Absatz 3 vor.

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Neue Bilder des Jupiters zwingen Astronomen zum Umdenken

Eine künstlerische Illustration der Kollision zwischen dem jungen Jupiter und einem grossen Planeten-Embryo. (Bild: Astrobiology Center, Japan)

Daten der Juno-Mission zum Planeten Jupiter deuten darauf hin, dass der Kern des Gasriesen nicht kompakt und scharf umrissen ist, wie bisher angenommen, sondern eher «unscharf». Ein internationales Forschungsteam mit Zürcher Beteiligung führt dies auf einen gewaltigen Einschlag zurück.

Neue Zürcher Zeitung

Die Juno-Sonde der amerikanischen Raumfahrtagentur Nasa schoss nicht nur atemberaubende Bilder des Jupiters, sie lieferte auch unerwartete Messwerte über den Gasriesen. Forschende mussten ihre Annahmen über die Beschaffenheit des Planetenkerns daraufhin revidieren. «Anstelle eines kleinen, kompakten Kerns, den wir bisher angenommen hatten, ist der Jupiterkern eher ‹unscharf›», erklärte Ravit Helled von der Universität Zürich laut einer Mitteilung des National Centre of Competence in Research PlanetS in Bern.

Neben Gestein und Eis besteht der Kern demnach auch aus Wasserstoff und Helium, und es gibt keinen scharfen Übergang zwischen Planetenkern und -mantel, sondern einen graduellen. Forschende um Helled sind mit Kollegen aus China und Japan der Frage nachgegangen, wie es dazu kam. Von ihren Ergebnissen berichten sie in der Fachzeitschrift «Nature».

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Mehr als 400 neue Missbrauchsklagen in New York eingereicht

Symbolbild Missbrauch © R.Classen (shutterstock)

Im US-Bundesstaat New York sind binnen Stunden 400 neue Klagen wegen sexuellen Missbrauchs eingegangen. Unabhängig davon, wie lange die Übergriffe zurückliegen, gibt es Opfern von Missbrauch ein Jahr lang die Möglichkeiten Wiedergutmachungen einzuklagen.

DOMRADIO.DE

Das berichtete der Fernsehsender CNN am Mittwoch (Ortszeit). Hintergrund der Klagewelle gegen die Erzdiözese New York, den Pfadfinderverband Boy Scouts of America und andere Institutionen ist ein im Februar verabschiedetes Gesetz des Bundesstaates.

Nachträglich Wiedergutmachungen einklagen

Der „New York Child Victims Act“ gibt Opfern von Missbrauch ein Jahr lang die Möglichkeit, nachträglich Wiedergutmachungen einzuklagen – unabhängig davon, wie lange die Übergriffe zurückliegen. Die einjährige Periode begann am Mittwoch. Die Zahl der Klagen sei so hoch, dass der Bundesstaat New York 45 Richter allein zur Bearbeitung der neuen Fälle abgestellt habe, hieß es.

Die Anwaltskanzlei Weitz & Luxenberg erklärte, sie vertrete allein 1.200 Klienten im gesamten Bundesstaat, die wegen Kindesmissbrauchs Klage einreichen wollten. Nur ein Teil davon habe dies am ersten Tag getan, weil die Gerichte überfordert seien.

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