Ein Erreger steht vor der Tür


Die gemeine Stechmücke (Culex pipiens) überträgt das West-Nil-Virus auf Mensch und Tier. (Bild: Alamy)

Das West-Nil-Virus befällt Vögel, Pferde und den Menschen. Im umliegenden Ausland ist es schon nachgewiesen worden. Wann kommt es in die Schweiz?

Alan Niederer | Neue Zürcher Zeitung

Die Meldungen der letzten Tage dürften so manch einen Ferienreisenden verunsichert haben. In Griechenland sind in diesem Sommer schon vier Personen an einer Infektionskrankheit gestorben, von der viele noch nie etwas gehört haben dürften: dem West-Nil-Fieber. Auch in Rumänien ist eine Person der durch Mücken übertragenen Viruserkrankung erlegen. Berichte von Erkrankungsfällen hat das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zudem aus Italien, Zypern, Ungarn und Frankreich erhalten: insgesamt 46 Fälle (Stand 8. August).

Diese Zahl dürfte nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs sein. Denn in 80 Prozent der Fälle verläuft die Infektion mit dem West-Nil-Virus ohne Symptome – und damit unbemerkt. Nur 20 Prozent der Angesteckten entwickeln das West-Nil-Fieber. Dieses verläuft meist wie eine gewöhnliche Grippe. Doch bei einem Teil der Patienten befällt der Erreger, der wie das Zika-, das Dengue- oder das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus zu den Flaviviren gehört, das Zentralnervensystem. Dann stehen potenziell tödliche neurologische Symptome im Vordergrund, die auf eine Entzündung von Gehirn, Hirnhaut und Rückenmark zurückzuführen sind.

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