Eine Krisenbilanz der Talkshows: Wo sich der Populismus unterhält


Die ARD-Talkshow „Anne Will“ hat die meisten Zuschauer aller Gesprächssendungen.Foto: NDR/Wolfgang Borrs

Gäste, Themen, Deutschtümelei: Permanent scheitern die politischen Talkshows. Die TV-Diskussionen müssen aus ihrer Erstarrung befreit werden.

Oliver Weber | DER TAGESSPIEGEL

Es ist spannend, die heutige Kritik an den großen politischen Talkshows – egal ob an „Anne Will“, „Maybrit Illner“, „Hart aber Fair“ oder „Maischberger – mit der Geschichte ihres Formats in Kontrast zu setzen. Denn die gegenwärtigen Vorwürfe, die Diskussionssendungen in der ARD und im ZDF hätten zum Aufstieg der AfD beigetragen, stammen nicht selten von progressiver Seite.

In den ersten Fernsehjahrzehnten der Bundesrepublik war das Konzept der politischen Diskussionssendung vor allem Konservativen ein Dorn im Auge. Ende 1953, nach einem starken Wahlsieg der Union, forderte etwa C. W. Dietsch im Namen der CDU, die paritätisch besetzte Diskussionssendung „Das Politische Forum“ zu beenden und durch monologische Parteivorträge zu ersetzen.

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