Islamisten-Demo in Hamburg: Warum durften sich diese Frauen „vermummen“?

Teilweise waren die Frauen auf der Furkan-Demo vermummt. 
Foto: Marius Roeer

In Deutschland gilt ein Vermummungsverbot bei Demonstrationen. Doch bei der Islamisten-Demo am Samstagabend in Hamburg griff die Polizei trotz diverser verschleierter Frauen nicht ein. Die MOPO fragte bei der Polizei nach den Gründen. 

MOPO

Rund 260 Demonstranten der Furkan-Gemeinschaft liefen durch die Hamburger Innenstadt. Die Männer vorweg, die Frauen abgetrennt hinterher. Teilweise waren die weiblichen Furkan-Anhänger jedoch so verschleiert, dass nur die Augen zu sehen waren.

Eigentlich ist das gesetzlich verboten – die Polizei griff jedoch zu keinem Zeitpunkt ein. Warum die Beamten vor Ort so gehandelt haben? Das konnte die Pressestelle der Polizei auf Nachfrage der MOPO am Sonntagnachmittag noch nicht im Detail beantworten.

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Die irreale Angst der CDU-Verwalterin vor der Teaparty-Bewegung

Annegret Kramp-Karrenbauer. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0

Es ist wahrscheinlich, dass Kramp-Karrenbauer mit ihrer Kritik an Maaßen und der Werteunion Verbündete für die Auseinandersetzung mit Friedrich Merz sammeln will

Peter Nowak | TELEPOLIS

Der ehemalige Präsident des Inlandgeheimdienstes Hans Georg Maaßen bewegt sich nach seiner Entlassung ungezwungener in der „Braunzone“ zwischen der Werteunion der CDU und dem rechtspopulistischen Portal Journalistenwatch. Dass die Unionsvorsitzende Kramp-Karrenbauer nun einen Parteiausschluss Maaßen ins Gespräch gebracht hat und es wenige Stunden später aber nicht so gemeint haben will, kommt dann doch überraschend.

Schließlich ist unklar, warum die Drohung mit einem Parteiausschluss, die dann so ernst gemeint gar nicht war, wenige Wochen vor den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen erfolgt. Schließlich will die Union in beiden Ländern ihr rechtes Profil schärfen und den Wählern deutlich machen, dass konservative Politik auch mit der Union zu machen ist. Nun könnte Kramp-Karrenbauer genau dieser Strategie wahrscheinlich eher unbewusst entgegengewirkt haben.

Auf rechten Plattformen wird schon triumphierend darauf hingewiesen, dass die Einlassungen von Kramp-Karrenbauer doch zeigen, dass die Union für Rechte nicht wählbar ist. Damit wird also eher die AfD gestärkt und der Unionsvorsitzenden könnten ihre Äußerungen zu Maaßen und Co. nach einem schlechten Wahlergebnis in Sachsen noch vorgehalten werden. Ein Kommentator der Süddeutschen Zeitung sieht die Unionsvorsitzende bereits als Verliererin in dieser Debatte:

Kramp-Karrenbauer hat sich jetzt in eine Zwickmühle gebracht: Wenn die CDU nun kein Parteiausschluss-Verfahren gegen Maaßen einleitet, werden CDU-Wähler aus der politischen Mitte enttäuscht sein. Und wenn sie ein Verfahren einleitet, droht der Partei eine quälende Auseinandersetzung, wie sie die SPD im Fall Sarrazin nun schon seit einem Jahrzehnt erlebt.

Robert Roßmann, SZ

Nun ging es bei Sarrazin um Bücher mit sehr konkreten Aussagen, die Gründe für Ausschlussanträge waren. Was aber wird nun Maaßen konkret vorgeworfen, das einen Ausschlussantrag aus der Union begründet? Die Kritik, dass die Union nach links gerückt ist, kann ja wohl nicht der Grund sein. Dabei gäbe es durchaus Gründe für einen Parteiausschuss, wenn er denn ernst gemeint ist. So schreiben Korrespondenten, bei seinen Auftritten in Sachsen könne man oft nicht unterscheiden, ob es sich um Veranstaltungen der CDU oder AfD handelt.

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Warum politische Macht Zügel braucht

Geflüchtete aus Kaschmir protestieren in Muzaffarabad/Pakistan.Foto: Sajjad Qayyum/AFP

Von Kaschmir bis zum Brexit: Der Minderheitenschutz wird weltweit demontiert. Was können Demokraten dagegen tun?

Ngaire Woods | DER TAGESSPIEGEL

Kürzlich hat Indien den verfassungsrechtlich geschützten Sonderstatus der Provinz Jammu und Kaschmir abrupt widerrufen. Damit sind die Machthaber im Land die vorerst letzten in einer Reihe von Akteuren, die sich kurzfristige politische Popularität erhoffen, indem sie sich gegen eine Gemeinschaft von Minderheiten entscheiden. Kaschmir unterliegt zukünftig einer direkteren Kontrolle durch die Regierung in Neu-Delhi, und die Hindu-Nationalisten sind begeistert. Die sorgfältig gepflegten Verfassungsprinzipien hingegen liegen in Scherben.

Unterdessen hat der britische Premierminister Boris Johnson angekündigt, die Europäische Union auf jeden Fall verlassen zu wollen – ob mit oder ohne einem „Backstop“, der die Grenzvereinbarungen zwischen dem britisch regierten Nordirland und der Irischen Republik schützt. Mit seiner Hardliner-Position ignoriert er die Sorgen der nordirischen Wähler.

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Von Anfang an umstritten: Die Geschichte des Zölibats

Bis heute fällt er vor allem dann auf, wenn gegen ihn verstoßen wird: der Zölibat. Umstritten ist er schon lange, doch mindestens genauso lange hält die Kirche an ihm fest. Woher kommt die Enthaltsamkeitsregelung? Ein geschichtlicher Überblick.

Von Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Wer sonntags hinter dem Altar steht und das Brot bricht, lebt zölibatär, heiratet also nicht und gründet keine Familie. Bis heute ist die sexuelle Enthaltsamkeit das Ideal des Priesterdaseins in der katholischen Kirche. Viele Priester halten sich jedoch nicht ihr ganzes Leben daran, wie unter anderem die vom Vatikan veröffentlichten Leitlinien für Priesterkinder zeigen. Außerdem ist der Zölibat einer der Gründe für den akuten Priestermangel: Beim von den deutschen Bischöfen verabschiedeten „synodalen Weg“ wird er deshalb ebenso Thema sein wie auf der Amazonas-Synode im Oktober. Dort soll ausdrücklich die Priesterweihe von „viri probati“, also verdienten, verheirateten Männern, diskutiert werden. So vehement, wie manche seine Abschaffung fordern, betonen andere aber seine Bedeutung für die Kirche. Doch der Zölibat ist in der Kirche nicht erst seit Neuestem umstritten – sondern ziemlich genau so lange, wie er von Priestern verlangt wird.

Doch von Anfang: Schon in der Bibel ist die Ehelosigkeit Thema. Jesus sagt zu seinen Jüngern: „Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.“ (Luk 14,26) Über Jesu eigene Lebensumstände und Sexualität hält sich die Bibel allerdings bedeckt.

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Mond heller als Sonne – im Gammabereich

Vom Mond ausgehende Gammastrahlung im Bereich oberhalb 30 Megaelektronenvolt – in diesem Energiebereich ist das lunare Gammaglühen sogar heller als das der Sonne. © NASA/DOE/Fermi LAT Collaboration

Unsichtbares Glühen: Der Mond leuchtet nicht nur im sichtbaren Licht, sondern gibt auch Gammastrahlung ab. In bestimmten Energiebereichen strahlt er dabei sogar heller als die Sonne, wie nun Messungen des Fermi-Weltraumteleskops der NASA belegen. Die energiereiche Strahlung entsteht durch das Auftreffen von kosmischer Strahlung und Sonnenwind auf der Mondoberfläche. Interessant auch: Im Gammalicht leuchtet der Mond selbst bei Neumond oder Halbmond in voller Pracht.

scinexx

Der Mond ist den Einflüssen des Alls vollkommen schutzlos ausgesetzt. Denn er besitzt weder eine Atmosphäre noch ein Magnetfeld und damit keine Schutzschilde, die Mikrometeoriten, den Sonnenwind und die kosmische Strahlung abfangen könnten. Als Folge wird die Mondoberfläche ständig von energiereichen Teilchen und Strahlung bombardiert. Dadurch werden elektrochemische Reaktionen im Regolith ausgelöst, die die Mondoberfläche verwittern lassen.

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286-PS-Autos für die Limburger Bischöfe

Im Bistum Limburg gibt es neue Diskussionen bei Katholiken über die Anschaffung von teuren Dienstautos für die Würdenträger

kath.net

Im Bistum Limburg sorgen neue Dienstwägen für den Bischof und den Weihbischof für Diskussionen. Laut einem Bericht der „Frankfurter Neuen Presse“ wurde dabei nicht unbedingt Autos gekauft, die im Sinne von Papst Franziskus sein dürften. So bekamen Bischof Georg Bätzing als auch Weihbischof Thomas Löhr jeweils einen Audi A 8 mit einem Hybrid-Diesel mit stolzen 286 PS, der Grundpreis der Autos ist dabei 90.600 Euro. Laut der Zeitung soll das Bistum für die Autos einen deutlichen Rabatt im Rahmen eines „Behördenprogramms“ bekommen haben, genaue Angaben gibt es aber nicht.

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Auf jeden Menschen kommen etwa 57 Milliarden Fadenwürmer

So sieht der weltweit verbreitetste tierische Körperbauplan aus.Foto: Foto: Senckenberg

Klein, aber oho: Die winzigen Würmer bringen es in ihrer Gesamtheit auf 300 Millionen Tonnen Biomasse

DERSTANDARD

Deutsche Forscher haben sich die Verbreitung von Fadenwürmern (Nematoden) angesehen und daraus hochzurechnen versucht, wie groß deren Gesamtzahl ist. Das beeindruckende Ergebnis: Auf jeden Menschen kommen demnach 57 Milliarden Fadenwürmer, berichtet das Senckenberg-Forschungsinstitut.

Schon früher gab es ähnliche Schätzungen: Würde man alle Tiere auf Erden Individuum neben Individuum aufreihen, wären acht von zehn Fadenwürmer. Was zwar nicht heißt, dass „der Fadenwurm“ das häufigste Tier der Welt ist – immerhin handelt es sich um einen ganzen Tierstamm mit über 20.000 bereits identifizierten Arten (und geschätzt doppelt so vielen insgesamt). In ihrer Gesamtmenge sind sie aber nicht ein nicht zu unterschätzender Faktor.

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Niederlande: Protest gegen Vergleich von Burqa-Verbot mit Holocaust

Burqua Burka
Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin‘ the Khuff)

Ronny Naftaniel, ehemaliger Leiter der CIDI-Wachorganisation gegen Antisemitismus und gegenwärtiger Vize-Vorsitzender des Zentralen niederländischen Jüdischen Vorstandes, protestierte gegen die Behauptung eines muslimischen Aktivisten, wonach das Teilverbot der Behörden gegen das Tragen des Gesichtsschleiers (Burqa) eine «Wiederholung der Verfolgungen im Holocaust» sei.

tachles.ch

Der Aktivist stellte seine Behauptung in einer Rede anfangs August auf, während er an einer Demonstration gegen das Verbot des gesichtsabdeckenden Stoffstücks auftrat.

Das Verbot untersagt das Tragen von Gesichtsabdeckungen, einschliesslich Burqas und Niqabs, in öffentlichen Transportmitteln, Schulen, Krankenhäusern und anderen Regierungsgebäuden. Zuwiderhandlungen können mit Strafen von bis zu 160 Dollar bestraft werden. «Wir sind hier, um zu erklären, dass wir uns in der Zeit nicht zurückwerfen lassen», sagte der Demonstrant, dessen Identität nicht bekannt ist.

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Warum wir es heute mit Kojoten und nicht mit Säbelzahntigern zu tun haben

Jagdszenen in La Brea: Im Vordergrund haben zwei Säbelzahnkatzen einen Tapir erbeutet, im Hintergrund hetzen großgewachsene Wölfe der Spezies Canis dirus eine Herde Bisons. Dazwischen, ganz klein und unauffällig, spitzt ein Kojote auf die Chance, dass dabei auch etwas für ihn abfällt.Illustration: Mauricio Antón

US-Forscherin untersuchte die heute unvorstellbare Fülle an Raubtieren im eiszeitlichen Nordamerika

DERSTANDARD

Unmengen von Zähnen hat die Paläontologin Larisa DeSantis von der Vanderbilt University in Nashville analysiert, um die Antwort auf eine Frage der jüngeren Evolutionsgeschichte zu finden: nämlich warum man es heute in Nordamerika „mit Kojoten zu tun hat, die sich über Mülltonnen hermachen, und nicht mit Säbelzahnkatzen, die uns die Arme ausreißen“, wie es ihre Universität formuliert.

Versunkene Naturgeschichte

Die buchstäbliche Fundgrube für ihre Untersuchung waren die legendären La Brea Tar Pits, eine der wichtigsten Fossilienlagerstätten, die man je entdeckt hat. Heute mitten im Ballungsgebiet von Los Angeles gelegen, handelt es sich dabei um Gruben voller natürlichem Asphalt, die für unzählige Tiere zur tödlichen Falle wurden.

Millionen von Fossilien wurden dort seit den 1910er Jahren ausgegraben, darunter die von 60 Säugetierarten: Räuber wie Wölfe, Säbelzahnkatzen oder der gewaltige Kurznasenbär ebenso wie Mammuts, Bisons, Kamele oder ein Riesenfaultier – und natürlich jede Menge kleinere Arten. Die Asphaltgruben haben praktisch ein ganzes Ökosystem konserviert und geben Forschern damit einen Einblick in die Zeit vor 50.000 bis 10.000 Jahren.

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Vanderbilt University

Warum es beim Prinzen nicht nach Plan läuft

Unumschränkter Herrscher mit einigen Problemen: Mohammed bin Salman.Foto: Bandar Algaloud/Reuters

Jemen-Desaster, auftrumpfende Mullahs: Der saudische Thronfolger Mohammed bin Salman bekommt seine Grenzen aufgezeigt. Büßt er an Macht ein?

Christian Böhme | DER TAGESSPIEGEL

Thronfolger, Verteidigungsminister, Vizepremier, Befehlshaber der Streitkräfte, Chef des Staatsfonds und oberster Modernisierer von eigenen Gnaden – sogar für saudische Verhältnisse besitzt Mohammed bin Salman sehr viel Macht.

Beunruhigend viel, wie nicht nur Gegner des Kronprinzen im Kreise der Königsfamilie meinen. Denn schon lange dürfte jedem innerhalb und außerhalb der erzkonservativen Golfmonarchie klar sein: Am ehrgeizigen, als aufbrausend und unberechenbar geltenden 33-Jährigen ist kein Vorbeikommen. Bin Salman hat das Land fest im Griff, aus dem er unbedingt ein Super-Schwergewicht in der Region machen will.

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Zentralrat der Juden warnt vor AfD

Josef Schuster, Bild: dpa

Zwei Wochen vor den nächsten Landtagswahlen warnt der Zentralrat der Juden vor einer Regierungsbildung mit Hilfe der AfD. Ratspräsident Schuster warf der Partei rechtsextreme Tendenzen vor. Teils würde sie sich ins Völkische entwickeln.

tagesschau.de

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, macht in der AfD eine gefährliche Radikalisierung aus und warnt mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen vor einer Koalition unter AfD-Beteiligung. Schon eine Minderheitsregierung unter Tolerierung der Partei würde bedeuten, dass zum politischen Überleben „immer auch nach rechts“ geschielt werden müsste.

„Teile der AfD entwickeln sich nach meinem Eindruck immer mehr ins Völkische hinein. Man muss nur die Debatten innerhalb der AfD verfolgen, dann ist zu befürchten: Es wird nicht gemäßigter, eher schlimmer werden“, sagte Schuster der „Welt am Sonntag“.

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Schwere Gefechte zwischen Soldaten Indiens und Pakistans im Kaschmir

Zerbrochene Fensterscheiben in Srinagar. – REUTERS

Pakistans Premierminister Khan begrüßte Beratungen des UNO-Sicherheitsrats über den Konflikt, auch US-Präsident Donald Trump schaltete sich knapp zwei Wochen nach dem Entzug der Teilautonomie durch Indien in den Konflikt ein.

Die Presse

Indische und pakistanische Soldaten haben sich am Wochenende an der Grenzlinie beider Länder in der umstrittenen Himalaya-Region Kaschmir schwere Gefechte geliefert. Dabei wurde nach Angaben der indischen Armee am Samstag ein indischer Soldat getötet. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei im indischen Teil Kaschmirs wurden nach Behördenangaben am Samstag acht Menschen verletzt.

Kaschmir ist seit der Unabhängigkeit Britisch-Indiens und einem Krieg zwischen Indien und Pakistan 1947 geteilt. Die Region im Himalaya wird aber bis heute sowohl von Indien als auch von Pakistan zur Gänze beansprucht. An der De-Facto-Grenze kommt es immer wieder zu Gefechten zwischen den beiden Atommächten.

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Fruchtbarkeitsbehandlung außerhalb Deutschlands: Die soziale Kühltruhe

In-vitro-Fertilisation (IVF) unterm Mikroskop.Foto: imago/epd

Im Ausland sind Fruchtbarkeitsbehandlungen bereits Firmenstrategie: Man übernimmt die hohen Kosten fürs Einfrieren von Eizellen, um Personal zu werben.

Andrea Dernbach | DER TAGESSPIEGEL

Als die Internetriesen Apple und Facebook vor fünf Jahren öffentlich machten, dass sie die Kosten des sogenannten „Social Freezing“ für ihre Angestellten übernehmen wollten – also das Einfrieren von Eizellen, damit Frauen ihren Kinderwunsch auch nach dem 40. Lebensjahr noch erfüllen können –, folgte ein weltweites Echo.

„Deutsches Embryonenschutzgesetz in die Jahre gekommen“

Inzwischen, so ist im aktuellen „Economist“ zu lesen, hat das Beispiel Schule gemacht. Kürzlich entschied auch die Kaffeekette Starbucks, allen Frauen und Männern Fruchtbarkeitsbehandlungen zu bezahlen, die mindestens 20 Stunden pro Woche an ihren Kaffeetheken arbeiten. Von vier großen US-Konzernen bezahle mindestens einer solche Behandlungen, schreibt der „Economist“ – einige hätten damit auch die Negativschlagzeilen wegen sexueller Belästigung ausbalancieren wollen. Das Geld fließt wohl auch, weil in den USA Mutterschutz, Erziehungszeiten und finanzielle Hilfen per Gesetz auf niedrigstem Niveau sind. Zudem bietet das Silicon Valley, für weibliche Techies ohnehin quasi Sperrgebiet, kaum familienfreundliche Arbeitsplätze.

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Beschlagnahmter iranischer Tanker soll Gibraltar in der Nacht verlassen

Der mittlerweile unter iranischer Flagge fahrender Öltanker Adrian Darya-1 (früher Grace 1) liegt derzeit noch vor Gibraltar.Foto: REUTERS/Jon Nazca

Die USA forderten die dauerhafte Festsetzung des Schiffs, Gibraltar lehnte dies aber trotz eines US-Gerichtsentscheids ab

DERSTANDARD

Der vor Gibraltar liegende iranische Öltanker Grace 1, der mittlerweile in Adrian Darya-1 umbenannt wurde, wird nach iranischen Angaben in der Nacht auf Montag die Gewässer des britischen Territoriums verlassen. Der iranische Botschafter in Großbritannien, Hamid Baeidinejad, gab den Zeitpunkt am Sonntag auf Twitter bekannt.

Zuvor hatte Gibraltar eine Bitte der USA abgewiesen, den Tanker und seine Ladung zu beschlagnahmen. Dies sei nach EU-Recht nicht möglich, teilte die Regierung mit. Ein US-Bundesgericht hatte den Schritt angeordnet. Das US-Justizministerium begründete ihre Forderung damit, dass der Tanker an „illegalen“ Lieferungen an Syrien beteiligt sei. Die Lieferungen werden nach Angaben des Justizministeriums von den iranischen Revolutionsgarden organisiert, die in den USA als „Terrororganisation“ eingestuft werden.

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Päpstliches Geschwurbel: Christentum und Gleichgültigkeit vertragen sich nicht —Gegen die Faulheit

>Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Ein fauler Christ? Wenn es nach Papst Franziskus geht, muss ein christlicher Mensch jede Apathie und Gleichgültigkeit aufgeben. Am „Feuer der Liebe Gottes“ ließen sich die Jünger Jesu erkennen.

DOMRADIO.DE

Papst Franziskus hat Christen zu entschiedenem Handeln im Sinne Jesu aufgerufen. „Es ist gut, sich Christen zu nennen, vor allem aber kommt es darauf an, in konkreten Situationen Christen zu sein“, so das Kirchenoberhaupt bei seiner Ansprache während des Mittagsgebetes am Sonntag auf dem Petersplatz. Ein Christ müsse bereit sein, „den Preis zu zahlen, den ein Leben im Sinne des Evangeliums verlangt“.

„Faulheit, Apathie, Gleichgültigkeit und Verschlossenheit aufgeben“

Mit seinem Wort, er sei gekommen „Feuer auf die Erde zu werfen“, habe Jesus seine Jünger und damit die Christen bis heute vor eine Entscheidung gestellt, die sie nicht aufschieben könnten. Dazu müsse man „jede Haltung von Faulheit, Apathie, Gleichgültigkeit und Verschlossenheit aufgeben“. Daran ließen sich „die wahren Jünger Jesu“ erkennen.

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Nordische Nachbarn streiten sich über den Umgang mit Rechtsextremismus

Die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg ruft Schweden dazu auf, die Bekämpfung des Rechtsextremismus zwischen Stockholm und Oslo besser zu koordinieren. (Bild: Trond Reidar Teigen / NTB / Reuters)

Mehr internationale Koordination bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Neonaziszene in Nordeuropa ist sinnvoll. Warum denn fühlt sich Schweden durch diesen norwegischen Vorstoss auf die Füsse getreten?

Rudolf Hermann | Neue Zürcher Zeitung

Mit einem Aufruf an Schweden, die Bekämpfung des Rechtsextremismus zwischen Stockholm und Oslo besser zu koordinieren, hat die konservative norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg beim Nachbarn in ein Wespennest gestochen. Solberg machte ihre Äusserung im Zusammenhang mit dem Angriff eines 21-jährigen Norwegers auf eine Osloer Moschee vom vergangenen Wochenende.

Was in Schweden sauer aufstiess, war dabei nicht das Ansinnen an sich, sondern seine Begründung. Solberg sagte nämlich, in Schweden gebe es bekanntermassen eine grössere und enger organisierte Rechtsextremistenszene als in Norwegen und diese habe wiederholt versucht, mit Aktionen in südnorwegischen Städten Fuss zu fassen.

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Das Pfadfinder-Geheimnis

Viele Jugendorganisationen klagen über Nachwuchsmangel. Die Pfadfinder gehören nicht dazu, sie ziehen sogar immer mehr Kinder und Jugendliche an. Das liegt an einer Einstellung, die dem momentanen Gesellschaftsgeist entgegenläuft.

Von Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

In den vergangenen Jahren wurden vielerorts die Schultage länger und die Schulzeit kürzer. Da zusätzlich der Wehr- und Zivildienst wegfiel, sind mittlerweile viele Jugendliche nach der Schule schnell in andere Städte verschwunden, um dort zu studieren oder eine Ausbildung zu machen. Vielen Jugendorganisationen setzt das zu. Sie beklagen einen geringeren Zuspruch als früher. Wer trotzdem zum Teil steigende Mitgliederzahlen zu verzeichnen hat, sind die Pfadfinder.

Für Annkathrin Meyer ist der Grund dafür ganz klar. „Die Pfadfinder sind einer der wenigen Bereiche, wo Kinder nicht in einer Leistungssituation sind“, sagt die Aachener Diözesanvorsitzende der katholischen Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG). Denn selbst in der Freizeit sind Kinder oft im Wettkampf: Im Sportverein soll die eigenen Mannschaft gewinnen, im Musikverein jeder so gut wie möglich spielen. Diese Leistungsmomente treten bei den Pfadfindern zurück. „Wir nehmen die Kinder, wie sie sind“, beschreibt Meyer das Erfolgskonzept. Jedes Kind könne seine eigenen Talente entdecken und entwickeln, dadurch fühle es sich stark.

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